PayPal Aktie: Zwischen Aufbruch und Klage
PayPal steckt in einer schwierigen Phase: Während das Unternehmen mit dem Beitritt zu Mastercards neuem Blockchain-Netzwerk seine Zukunftsstrategie unterstreicht, kämpft es gleichzeitig mit einer Sammelklage und einem massiven Vertrauensverlust bei Anlegern. Beides zusammen zeigt, wie groß der Druck auf den neuen CEO bereits vor seinem ersten Arbeitstag ist.
Der Blockchain-Schritt
Mastercard hat ein Crypto Partner Program mit mehr als 85 Unternehmen ins Leben gerufen, das Blockchain-Technologie mit dem globalen Zahlungsnetz verbinden soll. PayPal gehört zu den prominentesten Teilnehmern – neben Binance, Circle, Ripple und Gemini.
Das Programm zielt auf konkrete Anwendungsfälle: grenzüberschreitende Überweisungen, B2B-Zahlungen und internationale Auszahlungen. Mastercard beschreibt die Zusammenarbeit als Ausdruck seiner Überzeugung, dass die nächste Phase digitaler Zahlungen nur gemeinsam gebaut werden kann.
Für PayPal passt der Schritt zur laufenden Neuausrichtung. Das Unternehmen arbeitet bereits an KI-gestützten Commerce-Diensten und einer Partnerschaft mit OpenAI, die Millionen Händler an ChatGPT anbinden soll.
Klage und Kursverlust als Belastung
Doch der Blockchain-Optimismus trifft auf eine ernste rechtliche Realität. Eine Sammelklage wurde gegen PayPal eingereicht, die Anleger vertritt, die zwischen Februar 2025 und Februar 2026 Aktien erworben haben.
Auslöser war der Quartalsbericht vom 3. Februar 2026. Das Wachstum im Kerngeschäft Branded Checkout brach auf nur noch 1 Prozent ein – nach 5 Prozent im Vorquartal. Der Umsatz von 8,68 Milliarden Dollar verfehlte die Analystenerwartungen, der bereinigte Gewinn je Aktie lag mit 1,23 Dollar ebenfalls unter den prognostizierten 1,28 Dollar. Die Aktie verlor daraufhin an einem einzigen Handelstag rund 20 Prozent, was mehr als 9 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung vernichtete.
Die Kläger werfen PayPal und seinem Management vor, Anleger durch wiederholte, zu optimistische Aussagen über das Wachstum im Branded-Checkout-Segment in die Irre geführt zu haben. Zudem zog das Unternehmen seine Finanzziele für 2027 zurück, die es erst ein Jahr zuvor kommuniziert hatte. Die Frist zur Anmeldung als Hauptkläger läuft bis zum 20. April 2026.
Neuer Chef, offene Fragen
Der Verwaltungsrat reagierte auf die Krise mit einem Führungswechsel: Enrique Lores, langjähriger CEO von HP, übernimmt die Leitung. Das Board begründete die Entscheidung mit dem Wunsch nach schnellerer Umsetzung bei Innovation, KI-Initiativen und operativer Disziplin.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet PayPal beim bereinigten Gewinn bestenfalls ein leichtes Plus, im schlechteren Szenario einen niedrigen einstelligen Rückgang. Analysten haben ihre Schätzungen bereits nach unten korrigiert.
Ob Lores die Glaubwürdigkeit bei Anlegern wiederherstellen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen – spätestens dann, wenn die nächsten Quartalszahlen belegen müssen, ob das Branded-Checkout-Geschäft tatsächlich wieder Fahrt aufnimmt.
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