Während sich die Konkurrenz noch in Strategiepapieren verliert, schlägt PayPal zu: Der Zahlungsdienstleister nutzt den Black Friday nicht nur für Umsatzrekorde, sondern kündigt gleich zwei aggressive Vorstöße an. Mit der Expansion seines Geldtransferdienstes Xoom nach Australien und einer brandneuen KI-Shopping-Funktion signalisiert das Management: Die Transformation vom reinen Payment-Abwickler zur umfassenden Commerce-Plattform nimmt Fahrt auf. Doch können diese Schachzüge die hartnäckigen Zweifel am Wachstumspotenzial endlich zerstreuen?

Australien-Expansion: Angriff auf den Milliarden-Korridor

Am Freitag gab PayPal den Start von Xoom in Australien bekannt – ein gezielter Schlag gegen Platzhirsche wie Western Union im lukrativen Überweisungsgeschäft. Australische Nutzer können ab sofort Geld in über 150 Länder senden, darunter Schwergewichte wie Indien, China und die Philippinen.

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Die strategische Bedeutung ist offensichtlich: Mit rund 9,5 Millionen aktiven PayPal-Konten in Australien – nahezu die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung – verfügt das Unternehmen über eine nahezu fertige Nutzerbasis. Der Clou: Überweisungen lassen sich direkt aus dem PayPal-Guthaben, per Bankverbindung oder Karte finanzieren. Empfänger haben die Wahl zwischen Direktüberweisungen, Mobile-Wallet-Aufladungen oder Bargeldabholung.

PayPal zielt damit auf den gewaltigen asiatisch-pazifischen Überweisungskorridor ab – ein Markt mit dreistelligen Milliardenumsätzen jährlich. Die nahtlose Integration in das bestehende Ökosystem verschafft dem Konzern einen entscheidenden Vorteil gegenüber traditionellen Anbietern und digitalen Herausforderern wie Wise.

KI-Shopping: Der nächste große Wurf?

Die Xoom-Offensive ist nur die halbe Geschichte. Bereits am Montag hatte PayPal eine Partnerschaft mit der KI-Suchmaschine Perplexity verkündet, die das Einkaufserlebnis revolutionieren soll. US-Kunden können künftig Produkte direkt im Chat-Interface entdecken und per "Instant Buy" mit ihrem PayPal-Wallet abschließen – ohne Umwege.

Diese "Agentic Commerce"-Initiative positioniert PayPal an der Speerspitze eines Trends, der 2026 massiv an Bedeutung gewinnen dürfte: KI-gestütztes Shopping. Während Konkurrenten noch in Pilotprojekten stecken, schafft PayPal bereits Fakten und baut seine Rolle als unverzichtbarer Checkout-Partner weiter aus.

Belastungstest: Black Friday als Gradmesser

Die Ankündigungen fallen nicht zufällig ins wichtigste Shopping-Wochenende des Jahres. Laut einer PayPal-Umfrage plant fast die Hälfte aller Weihnachtseinkäufer, flexible Zahlungsoptionen wie "Buy Now, Pay Later" zu nutzen – ein Segment, in dem PayPal massiv investiert hat. Das transaktionsintensive Cyber-5-Wochenende (Thanksgiving bis Cyber Monday) wird zeigen, ob die Strategie aufgeht und der Konzern seine Marktanteile beim Checkout verteidigen kann.

Die Börse reagierte verhalten positiv: Die Aktie legte im frühen Handel rund ein Prozent zu. Mit einem aktuellen KGV von 11-12 auf Basis zukünftiger Gewinne gilt die Bewertung vielen als günstig – insbesondere angesichts des starken Free Cashflows und der im vierten Quartal eingeführten Dividende.

Das dicke Ende kommt im Februar

Trotz der strategischen Fortschritte bleiben Analysten abwartend. Die Mehrheit hält an "Halten"- oder moderaten Kaufempfehlungen fest, bis belastbare Beweise vorliegen, dass die Transaktionsmargen nachhaltig wachsen. Der entscheidende Moment kommt Anfang Februar 2026: Dann legt PayPal die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr vor. Erst dann wird sich zeigen, ob Xoom, Perplexity und die BNPL-Offensive mehr sind als marketingwirksame Schlagzeilen – oder ob sie tatsächlich den Turnaround einleiten, auf den Investoren seit Monaten warten.

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