PayPal rückt wieder stärker in den Fokus – allerdings weniger wegen des Aktienkurses, sondern wegen seiner strategischen Positionierung zwischen Krypto und künstlicher Intelligenz. Mit einer neuen Partnerschaft rückt der hauseigene Stablecoin PYUSD direkt in die Finanzierungsstrukturen der jungen KI-Ökonomie vor. Gleichzeitig bleibt die Aktie deutlich hinter früheren Kursniveaus zurück. Wie passt das zusammen?

PYUSD wird Teil der KI-Finanzierung

Der Finanzierer USD.AI will Kredite an KI-Unternehmen künftig in PayPals Stablecoin PYUSD denominiert vergeben. Damit wird PYUSD direkt in die „Zahlungs-Schienen“ eines wachstumsstarken Segments eingebunden.

Für PayPal ist das mehr als ein Randthema: Der Konzern baut seit einiger Zeit seine Krypto-Aktivitäten aus und versucht, diese mit dem klassischen Zahlungsverkehr zu verzahnen. Die Integration von PYUSD in die Finanzierung von KI-Firmen ist ein Baustein dieser Strategie und positioniert das Unternehmen näher an den neuen Wertschöpfungsketten rund um künstliche Intelligenz.

Auch wenn der Kurs zuletzt leicht über dem 52‑Wochen-Tief liegt, hängt er weiterhin deutlich hinter früheren Höchstständen zurück – ein Hinweis darauf, dass der Markt die neue Ausrichtung bislang nur begrenzt einpreist.

Institutionelle Investoren greifen zu

Trotz der anhaltenden Kursschwäche haben institutionelle Adressen ihre Positionen in den vergangenen Quartalen spürbar ausgebaut. Aus jüngsten Meldungen an die US-Börsenaufsicht geht hervor, dass mehrere große Investoren stark aufgestockt haben:

  • Ariose Capital Management erhöhte seine Beteiligung im dritten Quartal deutlich und legte fast 150.000 Aktien zu
  • Norges Bank baute im zweiten Quartal eine neue, große Position auf
  • Lazard Asset Management steigerte seinen Bestand um mehr als das Zehnfache
  • Arrowstreet Capital stockte um 45 % auf

Insgesamt liegen inzwischen rund 68 % der Aktien in den Händen institutioneller Investoren. Marktbeobachter werten das als Hinweis darauf, dass große Adressen die aktuelle Bewertung als attraktiv ansehen, auch wenn dies noch nicht im Kursverlauf sichtbar ist.

Starke Zahlen, schwacher Kurs

Operativ liefert PayPal ordentliche Ergebnisse. Im dritten Quartal 2025 übertraf der Konzern die Erwartungen sowohl beim Gewinn je Aktie als auch beim Umsatz. Das Ergebnis je Aktie lag mit 1,34 US‑Dollar klar über der Konsensschätzung von 1,19 US‑Dollar. Der Umsatz erreichte 8,42 Milliarden US‑Dollar und wuchs im Jahresvergleich um 7,3 % – ebenfalls über den Prognosen.

Wichtige Kennzahlen unterstreichen die Profitabilität:

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  • Nettomarge knapp 15 %
  • Eigenkapitalrendite gut 25 %
  • Kurs-Gewinn-Verhältnis bei rund 11
  • PEG-Ratio (KGV im Verhältnis zum Wachstum) bei 0,72

Das Management peilt für das vierte Quartal ein Ergebnis je Aktie von 1,27 bis 1,31 US‑Dollar an und für das Gesamtjahr 2025 von 5,35 bis 5,39 US‑Dollar. Aus Bewertungssicht ist der Titel damit niedrig bepreist im Vergleich zur eigenen Historie und zu vielen Wettbewerbern im Zahlungssektor.

Gleichzeitig spiegelt der Kurs diese Fundamentaldaten bisher nur begrenzt wider: Mit rund 58 US‑Dollar je Aktie liegt der Wert zwar knapp 15 % über dem jüngsten Jahrestief, aber immer noch klar unter dem Niveau vor einem Jahr. Der 14‑Tage‑RSI von gut 70 signalisiert zudem kurzfristig einen eher überkauften Zustand nach der jüngsten Erholung.

Analysten uneins, Dividende vorsichtig

Die Analystenlage bleibt gemischt. Im Schnitt lautet das Votum „Halten“, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 78 US‑Dollar und damit spürbar über dem aktuellen Niveau.

Einige aktuelle Anpassungen zeigen die Spannbreite:

  • Mizuho senkte das Kursziel von 84 auf 75 US‑Dollar, hält aber an „Outperform“ fest
  • Bank of America kappte von 93 auf 68 US‑Dollar und stuft neutral ein
  • DBS Bank reduzierte von 75 auf 70 US‑Dollar bei „Hold“
  • Canaccord Genuity erhöhte das Ziel von 96 auf 100 US‑Dollar und vergibt ein „Buy“

Von 40 beobachtenden Analysten stufen 14 die Aktie als Kauf ein, 22 empfehlen Halten, vier raten zum Verkauf. Das Bild: keine Euphorie, aber auch kein klarer Negativkonsens.

Parallel baut PayPal eine Dividendenhistorie auf. Die jüngste Quartalsdividende von 0,14 US‑Dollar je Aktie entspricht auf Jahresbasis einer Rendite von etwa 1 %. Mit einer Ausschüttungsquote von gut 11 % bleibt das Dividendenversprechen konservativ und lässt Spielraum für künftige Erhöhungen oder Aktienrückkäufe.

Auf der Insiderseite überwiegen zuletzt allerdings Verkäufe. In den vergangenen 90 Tagen summierten sich die Veräußerungen von Führungskräften und Insidern auf rund 2,4 Millionen US‑Dollar. Auffällig ist der Verkauf der Global‑Markets‑Chefin Suzan Kereere, die 12.500 Aktien zu rund 68,87 US‑Dollar je Stück abgab und ihren Bestand damit um knapp 29 % verringerte. Solche Transaktionen werden von manchen Anlegern als Vorsichtssignal interpretiert, sind aber nicht zwangsläufig ein Urteil über die langfristigen Perspektiven.

Bewertungslücke zu Wettbewerbern

Aus Bewertungssicht bleibt der Abstand zur Branche deutlich. PayPal wird auf Basis der erwarteten Gewinne mit etwa dem 10- bis 11‑fachen der künftigen Jahreserträge gehandelt. Vergleichsunternehmen im Bereich „Financial Transaction Services“ kommen im Schnitt auf ein Forward-KGV von über 21. Die Schwergewichte Visa und Mastercard liegen mit rund 27‑ bzw. 30‑fachen erwarteten Gewinnen nochmals deutlich darüber.

Einige Bewertungsmodelle kommen auf einen fairen Wert von bis zu rund 105 US‑Dollar je Aktie. Ausgehend vom aktuellen Kurs würde das auf ein Aufwärtspotenzial von in der Größenordnung von 40 bis 45 % hinauslaufen. Genau diese Lücke zwischen kräftiger Cash-Generierung und gedrückter Bewertung zieht derzeit verstärkt Anleger an, die bewusst gegen den vorherrschenden Pessimismus positioniert sind.

In den kommenden Quartalen wird sich zeigen, ob die Kombination aus soliden Zahlen, wachsender Rolle im Krypto- und KI-Ökosystem sowie der deutlichen Bewertungsdifferenz zu Wettbewerbern ausreicht, um den Kurs nachhaltig von den jüngsten Tiefstständen wegzuführen.

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