PayPal Aktie: Krisensymptome erkennbar?
PayPal startet schwach ins neue Jahr. Trotz vergleichsweise günstiger Bewertung steht der Zahlungsdienstleister deutlich unter Druck, der Kurs liegt klar unter früheren Hochs und nur noch begrenzt über den Tiefs der vergangenen zwölf Monate. Im Hintergrund sorgen technische Verkaufssignale, ungewöhnliche Optionsaktivität und Zweifel am „Value“-Argument für eine angespannte Stimmung rund um die Aktie.
Abwärtstrend und technische Signale
Die erste Handelswoche 2026 verlief ernüchternd. Am Freitag schloss die Aktie bei 58,14 US‑Dollar und damit leicht im Minus. Noch schwerer wiegt, dass der Titel auf Sicht von zwölf Monaten rund ein Drittel an Wert verloren hat und knapp 35 % unter dem 52‑Wochen-Hoch von 89,31 US‑Dollar notiert.
Charttechnisch zeigt sich ein klarer Abwärtstrend: Zwischen Erholungsversuchen setzen regelmäßig Verkäufe ein, was auf fehlende Kaufbereitschaft bei höheren Kursen hindeutet. Der Relative-Stärke-Index (RSI) liegt mit 70,5 im überkauften Bereich, während die Aktie nur knapp unter ihrem 200‑Tage-Durchschnitt von 58,96 US‑Dollar notiert – ein Muster, das viele Marktteilnehmer als anfällig für Rückschläge werten.
Optionenmarkt sendet gemischte Signale
Parallel zum schwachen Kursverlauf fällt der Blick auf den Derivatemarkt. Laut Nasdaq-Daten wurden am Freitag 93.882 Optionen auf PayPal gehandelt, was etwa 9,4 Millionen zugrunde liegenden Aktien entspricht und rund 60 % des durchschnittlichen Tagesvolumens der Aktie der vergangenen Wochen ausmacht.
Auffällig ist vor allem ein Call-Kontrakt mit Laufzeit bis 20. Februar 2026 und einem Ausübungspreis von 65 US‑Dollar, auf den 16.040 Kontrakte entfielen. Marktbeobachter sehen darin entweder Absicherungen von Short-Positionen oder spekulative Wetten auf eine Gegenbewegung. Von aktuellen Kursen aus wäre für dieses Szenario jedoch ein Anstieg im niedrigen zweistelligen Prozentbereich in nur wenigen Wochen nötig – ein sportliches Ziel in einem angeschlagenen Trend.
Stichpunkte zur aktuellen Marktlage:
- Kurs rund 35 % unter dem 52‑Wochen-Hoch
- Deutlich erhöhte Optionsaktivität, Fokus auf 65‑US‑Dollar-Calls im Februar
- RSI im überkauften Bereich, Kurs nahe 200‑Tage-Durchschnitt
Bewertung trifft Skepsis
Fundamental wirkt PayPal auf den ersten Blick günstig: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei etwa 11,7 und damit deutlich unter vielen anderen großen Fintech-Werten. Historisch wäre das ein Niveau, das Value-Anleger aufmerksam macht.
An der Börse dominiert aktuell jedoch nicht die Bewertung, sondern die Unsicherheit über das künftige Wachstum und den Wettbewerb. Dass die Aktie Unterstützungen oberhalb von 60 US‑Dollar nicht halten konnte, deutet darauf hin, dass der Markt einen möglichen „Value Trap“ – also eine vermeintlich billige Aktie ohne klaren Wendepunkt – einpreist. Die niedrige Bewertung allein reicht bislang nicht, um den Abwärtstrend zu stoppen.
KI-Fantasie ohne Kurswirkung
Strategisch versucht PayPal, sich über neue Technologien zu behaupten. In Branchendiskussionen über Finanzwerte mit KI-Fokus wird das Unternehmen inzwischen regelmäßig genannt, da es seine Plattform mit entsprechenden Funktionen weiterentwickelt. Anders als bei klassischen Tech-Konzernen ist ein Aufschlag auf den Kurs durch einen ausgeprägten „KI-Bonus“ bisher aber nicht erkennbar.
Auch das Interesse institutioneller Anleger wie dem ARK Fintech ETF von Cathie Wood sorgt zwar für Schlagzeilen, aber nicht für einen nachhaltigen Stimmungsumschwung. Der Markt scheint abwarten zu wollen, bis konkrete Ergebnisse dieser strategischen Initiativen sichtbar werden und sich im Wachstum niederschlagen.
Entscheidende Kursmarken im Blick
Kurzfristig bleibt die technische Lage angespannt. Nach unten rückt das 52‑Wochen-Tief bei 50,41 US‑Dollar als zentrale Unterstützungszone in den Fokus: Ein Test oder Unterschreiten dieser Marke könnte zusätzlichen Verkaufsdruck auslösen. Auf der Oberseite wäre ein stabiler Anstieg über 60 US‑Dollar und anschließende Bestätigung darüber ein erster Hinweis darauf, dass die Kombination aus niedriger Bewertung und strategischen Maßnahmen wieder Vertrauen zurückgewinnt.
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