Die Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran treibt Palantir Technologies an. Vier Handelstage in Folge ging es aufwärts – der längste Gewinnlauf seit Dezember. Doch während Analysten ihre Kursziele anheben und ein Milliarden-Auftrag vom Heimatschutzministerium die Pipeline füllt, bereitet Mitgründer Peter Thiel den Verkauf von Aktien im Wert von 280 Millionen Dollar vor.

Verteidigungsauftrag und Kriegsängste

Nach den US-israelischen Luftangriffen auf iranische Ziele legten Rüstungswerte kräftig zu. Palantir, das rund die Hälfte seiner Erlöse mit US-Regierungs- und Militärverträgen erwirtschaftet, profitiert von der Sorge vor einem länger anhaltenden Konflikt. Am Montag kletterte die Aktie um 5,8 Prozent und markierte damit innerhalb von vier Sitzungen ein Plus von 13 Prozent.

Am Dienstag jedoch dreht die Stimmung: Die Schließung der Straße von Hormus durch Iran lässt den Ölpreis springen und belastet die Märkte. Palantir gibt am Vormittag 1,4 Prozent ab.

Analysten heben Kursziele deutlich an

Investmentbank Rosenblatt schraubte am 3. März ihr Kursziel von 150 auf 200 Dollar hoch und bekräftigte die Kaufempfehlung. Analyst John McPeake erwartet, dass die Spannungen im Nahen Osten die Überlegenheit von Palantirs Lösungen gegenüber klassischen KI-Modellen verdeutlichen. Globale Instabilität dürfte zu gebündelten Großverträgen führen – ähnlich dem Deal mit der US-Armee im Juli, bei dem 75 Einzelverträge zusammengefasst wurden.

Auch UBS und Mizuho hatten zuletzt ihre Bewertungen angehoben. Im Konsens von 19 Analysten stehen 13 Kaufempfehlungen bei einem durchschnittlichen Kursziel, das 35 Prozent Potenzial signalisiert.

Starke Zahlen und hohe Erwartungen

Das vierte Quartal 2025 schloss Palantir mit 1,4 Milliarden Dollar Umsatz ab – ein Anstieg von 70 Prozent zum Vorjahr. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag mit 0,25 Dollar über den Prognosen. Besonders das US-Geschäft zog an: Commercial-Umsätze stiegen um 137 Prozent, die Regierungssparte um 66 Prozent.

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Für das erste Quartal 2026 stellt das Unternehmen 1,5 Milliarden Dollar in Aussicht, für das Gesamtjahr rund 7,2 Milliarden Dollar. Die Konsensschätzungen für den Gewinn je Aktie wurden im vergangenen Monat um 30 Prozent (2026) beziehungsweise 31 Prozent (2027) nach oben korrigiert.

Ein fünfjähriger Rahmenvertrag mit dem Heimatschutzministerium im Volumen von bis zu einer Milliarde Dollar sichert zudem den Zugang zu KI-Plattformen für Behörden wie Grenzschutz und Einwanderungsbehörde. Hinzu kommen bestehende Großaufträge mit Army und Navy sowie eine neue Partnerschaft mit GE Aerospace zur KI-gestützten Wartung von Triebwerken.

Thiel verkauft – nach Plan

Zeitgleich meldete Mitgründer Peter Thiel die geplante Veräußerung von bis zu zwei Millionen Aktien der Klasse A. Bei einem Kurs von 140 Dollar entspricht das einem Gegenwert von etwa 280 Millionen Dollar. Die Transaktion läuft über Merrill Lynch und folgt einem vorher festgelegten Handelsplan nach Regel 10b5-1. Marktbeobachter werten dies als geplante Maßnahme, nicht als spontane Reaktion auf die Kursentwicklung. Thiel hält weiterhin bedeutenden Einfluss über stimmrechtsstarke Aktien der Klasse F.

Bewertung bleibt sportlich

Mit einer Marktkapitalisierung von rund 342 Milliarden Dollar wird Palantir derzeit mit dem 47-Fachen der erwarteten Jahresumsätze und dem 108-Fachen der erwarteten Gewinne gehandelt. Das 52-Wochen-Hoch von 207,18 Dollar liegt knapp 30 Prozent über dem aktuellen Niveau.

Die nächsten Quartalszahlen werden Anfang Mai erwartet. Anleger werden prüfen, ob sich die Dynamik bei der KI-Plattform AIP fortsetzt und ob neue Aufträge aus Verteidigung und Wirtschaft folgen. Palantir zeigt bisher organisches Wachstum ohne große Übernahmen – ein Tempo, das im achten Geschäftsjahr ungewöhnlich ist. Ob die Bewertung gerechtfertigt bleibt, hängt davon ab, ob das Unternehmen diesen Kurs halten kann.

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