Palantir Aktie: Marktaktualisierungen zusammengefasst
Palantir spaltet derzeit den Markt wie kaum ein anderer Technologiewert. Auf der einen Seite stehen Analysten mit aggressiven Wachstumsprognosen und hohen Kurszielen, auf der anderen wachsende Zweifel an einer Bewertung auf Rekordniveau sowie deutliche Insiderverkäufe. Gleichzeitig sorgt ein Rechtsstreit mit einem KI-Startup für zusätzliche Unsicherheit rund um den Datenanalyse-Spezialisten.
Citigroup dreht an der Kursschraube
Den jüngsten Impuls liefert ein deutlich angehobenes Kursziel von Citigroup. Analyst Tyler Radke setzte das Ziel von zuvor 210 auf 235 US‑Dollar herauf. Auf Basis des Schlusskurses von rund 179 US‑Dollar vom 13. Januar 2026 entspricht das einem theoretischen Aufwärtspotenzial von etwa 32 %.
Radke stützt seine optimistische Einschätzung vor allem auf die zunehmende Verbreitung der Artificial Intelligence Platform (AIP). Citigroup rechnet für 2026 mit möglichen Umsatzwachstumsraten von 70 bis 80 %. Ein zentraler Treiber sollen ausbauende Regierungsaufträge sein, darunter explizit das Programm „Project Golden Dome“ und höhere US‑Verteidigungsausgaben.
Mit dieser Sichtweise positioniert sich Citigroup deutlich über dem Marktmittel. Während Bank of America mit 255 US‑Dollar das aktuell höchste bekannte Kursziel stellt, liegt die breite Analystenspanne im Durchschnitt spürbar niedriger – grob zwischen 175 und 192 US‑Dollar. Das zeigt: Die Einschätzung der künftigen Entwicklung liegt weit auseinander.
Extrembewertung und Verkaufsdruck von innen
Parallel zu den optimistischen Szenarien wächst jedoch die Skepsis an der Bewertung. Laut aktuellen Kennzahlen gilt Palantir derzeit als teuerste Aktie im S&P 500. Das Papier wird mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von über 400 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von rund 109 gehandelt. Solche Multiples lassen praktisch keinen Spielraum für operative Enttäuschungen.
Hinzu kommt ein klares Verkaufssignal von Unternehmensinsidern: In den vergangenen 90 Tagen wurden rund 1.023.444 Aktien im Gegenwert von etwa 167,4 Millionen US‑Dollar veräußert. Auch auf institutioneller Seite zeigt sich ein gemischtes Bild:
- Institutionelle Abgaben:
- David J. Yvars Group reduzierte ihre Position im dritten Quartal 2025 um 87,7 %.
- Retirement Planning Group LLC baute ihre Bestände um 26,5 % ab.
- Institutioneller Aufbau:
- Grimes & Co Wealth Management stockte im gleichen Zeitraum um 227 % auf.
Diese Daten unterstreichen, wie kontrovers der Titel eingeschätzt wird: Während einige Adressen das Risiko für zu hoch halten, setzen andere trotz hoher Bewertung weiter auf starkes Wachstum.
Rechtsstreit mit KI-Startup Percepta
Abseits der Zahlen steht Palantir zudem im Zentrum eines juristischen Konflikts. Das Unternehmen hat Klage gegen das KI-Startup Percepta eingereicht, das von ehemaligen Palantir-Mitarbeitern gegründet wurde. Percepta wies die Vorwürfe am 14. Januar 2026 öffentlich als „haltlos“ zurück und bezeichnete das Vorgehen als Versuch, Wettbewerb zu unterdrücken.
Ehemalige Angestellte argumentieren, der Rechtsstreit solle Mitarbeiter vom Weggang abhalten und die operative Entwicklung von Percepta behindern. Ob und wie sich dieser Konflikt auf das Geschäft von Palantir auswirkt, ist offen, doch er fügt dem Investment Case eine weitere Unsicherheitskomponente hinzu.
Starke Zahlen, hoher Erwartungsdruck
Die aktuelle Volatilität der Palantir-Aktie folgt auf sehr starke operative Daten für das dritte Quartal 2025. Das Unternehmen meldete:
- Umsatz: 1,18 Milliarden US‑Dollar (+62,8 % gegenüber Vorjahr)
- Nettoeinkommen: 476,75 Millionen US‑Dollar (+219,2 % gegenüber Vorjahr)
- US Commercial TCV: Rekordwert von 1,3 Milliarden US‑Dollar
- Rule-of-40-Score: außergewöhnliche 114 %
Diese Kennzahlen zeigen, dass Palantir sein Geschäft zuletzt deutlich skalieren konnte – sowohl beim Wachstum als auch bei der Profitabilität. Genau daraus speist sich ein Großteil der Fantasie, die Analysten wie Citigroup in ihre Modelle einpreisen.
Börslich hat sich die Aktie nach dem Rekordlauf leicht vom Hoch entfernt: Mit einem Schlusskurs von 178,96 US‑Dollar gestern liegt der Titel rund 8 % unter dem 52‑Wochen-Hoch vom 24. Dezember 2025, bewegt sich aber immer noch deutlich – knapp 180 % – über dem Tief vom Januar 2025.
Der Blick richtet sich nun auf den 2. Februar 2026, wenn Palantir die Zahlen für das vierte Quartal vorlegt. Dann wird sich zeigen, ob sich die von Citigroup erwartete Beschleunigung der KI-Budgets und der Ausbau der Regierungsaufträge bereits in konkreten Ergebnissen niederschlagen – und ob die extrem hohe Bewertung durch weitere Wachstumsbelege vorerst zu halten ist.
Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 14. Januar liefert die Antwort:
Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 14. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








