Palantir steht dieser Tage vor einem charakteristischen Widerspruch: Das Verteidigungsgeschäft läuft so gut wie nie, während das Unternehmen in Großbritannien politisch unter Beschuss gerät. Und trotz starker Fundamentaldaten drückt die Bewertung auf die Stimmung der Anleger.

Britische Politiker bremsen FCA-Partnerschaft

Im Vereinigten Königreich formiert sich Widerstand gegen eine neue Zusammenarbeit zwischen Palantir und der Finanzaufsichtsbehörde FCA. Abgeordnete der Liberal Democrats und der Grünen haben offiziell die Aussetzung des Vertrags gefordert. Ihr Hauptargument: Sensible Ermittlungsdaten sollten nicht über US-amerikanische Technologie verarbeitet werden.

Konkret geht es um ein zwölf Wochen dauerndes Pilotprojekt, für das die FCA rund 30.000 Pfund pro Woche zahlt. Ziel ist es, mit Hilfe von KI Finanzkriminalität wie Geldwäsche, Betrug und Insiderhandel in den Daten von mehr als 42.000 Finanzunternehmen aufzuspüren. FCA-Chef Nikhil Rathi verteidigte die Entscheidung vor dem Finanzausschuss des Parlaments mit dem Argument, die Behörde brauche schlicht die besten verfügbaren Werkzeuge.

Kritiker verweisen auf Palantirs bereits erhebliche Präsenz im britischen öffentlichen Sektor: Die bestehenden Verträge mit dem NHS und dem Verteidigungsministerium übersteigen zusammen 500 Millionen Pfund. Die Sorge vor einer Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter ist damit nicht von der Hand zu weisen.

Maven-System wird zum Fixpunkt der US-Militärstrategie

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Während in London die Debatte tobt, festigt Palantir seine Stellung im amerikanischen Verteidigungsapparat. Das Pentagon hat das sogenannte Maven Smart System Anfang März offiziell zum „Program of Record" erklärt — ein Status, der langfristige Mehrjahresfinanzierung sichert. Das System ist derzeit in allen US-Kampfkommandos im Einsatz und integriert Satelliten-, Drohnen- und Radardaten, um militärische Entscheidungsprozesse von Stunden auf Minuten zu verkürzen. Das Vertragsvolumen ist inzwischen auf rund 1,3 Milliarden Dollar angewachsen.

Bewertung bleibt das zentrale Problem

Trotz dieser Fortschritte verlor die Aktie am Dienstag rund fünf Prozent. Der Rückgang spiegelt eine breitere Schwäche im Softwaresektor wider: Der iShares Expanded Tech-Software ETF verlor seit Jahresbeginn mehr als 20 Prozent, da IT-Budgets zunehmend von klassischen Softwarelizenzen in Richtung KI-Plattformen umgeschichtet werden.

Palantirs Bewertung bleibt dabei ein Streitpunkt. Das Unternehmen steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal 2025 auf 1,406 Milliarden Dollar — ein Plus von 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das US-Geschäft mit kommerziellen Kunden wuchs im selben Zeitraum sogar um 137 Prozent auf 507 Millionen Dollar. Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen Umsatz zwischen 7,182 und 7,198 Milliarden Dollar an, was einem Wachstum von rund 60 Prozent entspräche. Das US-Kommerzgeschäft soll dabei die Drei-Milliarden-Dollar-Marke überschreiten.

Jefferies-Analysten halten dennoch an ihrem „Underperform"-Rating fest. Mit einem Forward-KGV von rund 111 bis 121 sei die Aktie trotz aller operativen Stärke schlicht zu hoch bewertet. Solange der Markt diese Diskrepanz nicht auflöst, bleibt der Kurs — aktuell rund 26 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch — anfällig für weitere Korrekturen.

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