Der US-Datenkonzern Palantir sieht sich in Großbritannien mit wachsendem politischen Widerstand konfrontiert. Obwohl das Unternehmen erst 2023 einen millionenschweren Vertrag mit dem nationalen Gesundheitsdienst NHS unterzeichnete, prüft die Regierung in London nun offenbar einen vorzeitigen Ausstieg. Die Debatte um Datensouveränität wirft einen Schatten auf die europäischen Expansionspläne des Software-Riesen.

Politischer Druck gefährdet NHS-Vertrag

Im Zentrum der Diskussion steht die sogenannte Federated Data Platform (FDP). Für den Aufbau dieser Gesundheitsdatenbank sicherte sich Palantir einen auf sieben Jahre angelegten Vertrag über 330 Millionen Pfund. Regulär steht eine Überprüfung erst Anfang 2027 an. Regierungsvertreter suchen laut Insidern jedoch bereits nach technischen Wegen, die Software schneller aus den Systemen zu entfernen. Treibende Kraft hinter den Kulissen ist der britische Wissenschaftsminister Lord Vallance, der künftig heimische Technologieanbieter bei der Vergabe bevorzugen möchte.

Zusätzlich wächst der Widerstand durch medizinisches Personal und Gewerkschaften, die die Verbindungen des Unternehmens zum US-Militär und amerikanischen Einwanderungsbehörden kritisieren. Das britische Management wehrt sich gegen die Vorwürfe und verweist auf messbare Erfolge, wie 110.000 zusätzlich durchgeführte Operationen und deutlich schnellere Krebsdiagnosen. Die Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit sind in Europa keineswegs neu. Bereits in der Schweiz stieß Palantir auf ähnliche Hürden, da Behörden den möglichen Zugriff von US-Geheimdiensten auf lokale Daten fürchteten.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Palantir?

Starkes Kerngeschäft federt Risiken ab

Abseits der politischen Turbulenzen in Europa läuft das operative Geschäft auf Hochtouren. Für das laufende Jahr 2026 peilt das Management ein starkes Wachstum mit einem Umsatz von 7,2 Milliarden US-Dollar an. Ein wichtiger Treiber bleibt der Markt für Präzisionsmedizin-Software, der bis Ende des Jahres auf geschätzte 2,82 Milliarden US-Dollar anwachsen soll. Palantir positioniert sich hier als einer der führenden Akteure. Der wichtigste Kunde bleibt ohnehin die US-Regierung, die allein im vergangenen Jahr 1,9 Milliarden US-Dollar zum Umsatz beisteuerte.

Finanziell wäre ein Verlust des britischen NHS-Auftrags angesichts dieser Dimensionen verkraftbar. Ein erzwungener Rückzug würde allerdings einen gefährlichen Präzedenzfall für weitere Regierungsaufträge in Europa schaffen. An der Börse notiert das Papier aktuell bei 127,78 Euro und zeigt sich von den Störgeräuschen bisher unbeeindruckt. Mit einem RSI-Wert von 85,1 gilt der Titel auf diesem Niveau kurzfristig als stark überkauft, was die Anfälligkeit für konkrete Vertragsauflösungen in London in den kommenden Wochen deutlich erhöht.

Anzeige

Palantir-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Palantir-Analyse vom 1. April liefert die Antwort:

Die neusten Palantir-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Palantir-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 1. April erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Palantir: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...