Drohende US-Zölle zwingen den Stuttgarter Autobauer zur strategischen Neuausrichtung. Mit einem Investitionspaket von über sieben Milliarden US-Dollar bis zum Jahr 2030 verlagert Mercedes-Benz signifikante Teile seiner Produktion in die Vereinigten Staaten. Ein volumenstarkes Modell verliert dabei seinen deutschen Fertigungsstandort.

An der Börse sorgte der Schritt am Mittwoch nicht für unmittelbare Erleichterung. Der Kurs gab um 1,64 Prozent auf 52,33 Euro nach und weitet den Verlust seit Jahresbeginn damit auf über 15 Prozent aus.

Produktion zieht nach Alabama

Den größten Teil der neuen Mittel absorbiert das Werk in Tuscaloosa. Rund vier Milliarden US-Dollar fließen in den Ausbau der dortigen SUV-Produktion. Die direkteste Konsequenz dieser Entscheidung trifft den GLC. Das Modell wird künftig nicht mehr in Deutschland, sondern in Alabama gefertigt. Nordamerika-Chef Jason Hoff begründet diesen Schritt klar mit der wirtschaftlichen Notwendigkeit, potenzielle US-Importzölle zu umgehen.

Schon heute exportiert der Standort Tuscaloosa, der kürzlich sein fünfmillionstes SUV produzierte, etwa 60 Prozent seiner Fahrzeuge. Die neuen Gelder stärken diese Position als zentraler Knotenpunkt für volumenstarke Modelle weiter.

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Forschung und Absatzmarkt

Parallel zur Fertigung baut der Konzern seine Entwicklungskapazitäten vor Ort aus. Ein neuer Standort in Atlanta bündelt künftig bis zu 500 Stellen aus verschiedenen US-Regionen. Die USA repräsentieren für Mercedes-Benz den weltweit zweitgrößten Absatzmarkt. Im Jahr 2025 verkaufte das Unternehmen dort gut 303.200 Pkw und 40.000 Transporter. Eine lokale Produktion federt die Risiken volatiler Handelspolitik ab und reduziert die Importabhängigkeit.

Die Verlagerung der GLC-Fertigung illustriert, wie handelspolitische Risiken die Lieferketten der Autobauer umgestalten. Durch den Ausbau in Nordamerika schützt Mercedes-Benz seine Profitabilität im wichtigen US-Geschäft. Aus charttechnischer Sicht bleibt das Umfeld jedoch kurzfristig eingetrübt, da das Papier weiterhin spürbar unter seinem 50-Tage-Durchschnitt von 56,25 Euro notiert.

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