Orsted Aktie: US-Streit spitzt sich zu
Orsted geht in den offenen Konflikt mit der US-Regierung: Der dänische Offshore-Wind-Spezialist hat in den USA Klage gegen die Suspendierung seines Projekts Revolution Wind eingereicht und verlangt eine sofortige gerichtliche Aufhebung des Baustopps. Die Aktie legte daraufhin am Freitag um rund 4,6 % zu und machte einen Teil der Verluste nach der Suspendierungsnachricht aus dem Dezember wett. Im Kern geht es um ein bereits weit fortgeschrittenes Milliardenprojekt, das plötzlich gestoppt wurde.
Klage gegen Baustopp
Die Klage wurde am 2. Januar beim U.S. District Court für den District of Columbia eingereicht. Orsted und Partner Skyborn Renewables richten sich damit gegen eine „lease suspension order“ der Behörde Bureau of Ocean Energy Management (BOEM) vom 22. Dezember 2025.
Diese Anordnung hatte den sofortigen Stopp der Arbeiten an fünf großen US-Offshore-Windprojekten verfügt. Begründung der Behörde: nicht näher spezifizierte nationale Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit möglicher Radarstörung. Orsted bezeichnet die Suspendierung in der Klageschrift als „willkürlich und unvernünftig“ und sieht einen Verstoß gegen den Administrative Procedure Act, zumal das Projekt bereits weit fortgeschritten sei.
Nach Unternehmensangaben ist Revolution Wind (704 MW) derzeit zu 87 % fertiggestellt. Zu den bisher erreichten Meilensteinen gehören:
- Installation aller Offshore-Fundamente
- 58 von 65 Windturbinen vollständig errichtet
- Exportkabel vollständig verlegt
- Bisher zugesagte Investitionen von mehr als 5 Milliarden US-Dollar
Der kommerzielle Betriebsstart war ursprünglich für Januar 2026 geplant. Orsted argumentiert, der plötzliche Stopp verursache irreparablen finanziellen Schaden und ignoriere eine bereits 2023 abgeschlossene Minderungsvereinbarung mit dem US-Verteidigungsministerium und der US-Luftwaffe. Zudem verweist das Unternehmen darauf, dass nach einem neunjährigen Prüfprozess alle notwendigen Bundesgenehmigungen vorlagen.
Marktreaktion und politische Dimension
Der Markt würdigte die entschlossene rechtliche Reaktion: Nachdem die Aktie nach der Suspendierungsorder vom 22. Dezember um mehr als 12 % eingebrochen war, setzte am Freitag eine Erholung ein. Der Kurs stieg auf 128,00 DKK (+4,6 %) und signalisiert die Hoffnung, dass die Gerichte erneut zugunsten des Unternehmens entscheiden könnten – ähnlich wie im September 2025.
Hinter dem Einzelfall steht ein grundsätzlicher Konflikt zwischen der US-Regierung und der Offshore-Windbranche. Die jetzige Suspendierung ist bereits der zweite Versuch, Revolution Wind zu stoppen. Eine frühere „stop-work order“ vom August 2025 war im September von einem Bundesrichter kassiert worden, woraufhin die Bauarbeiten zunächst weitergehen durften.
Für Orsted geht es um viel: Das US-Portfolio steht stark unter Druck. In den vergangenen zwölf Monaten litt der Kurs unter steigenden Zinsen, höheren Kosten in der Lieferkette und politischen Gegenwinden im nordamerikanischen Kerngeschäft. Die aktuelle Suspendierung erfasst neben Revolution Wind auch das Projekt Sunrise Wind vor der Küste des Bundesstaats New York. Marktteilnehmer sehen den Ausgang des Verfahrens als Richtungsanzeige für die gesamte US-Offshore-Windindustrie, deren geplante Gigawatt-Kapazitäten durch die jüngsten politischen Kurswechsel stark unter Unsicherheit stehen.
Ausblick: Gericht entscheidet über einstweilige Verfügung
Im Fokus steht nun der Antrag von Orsted auf eine preliminary injunction (einstweilige Verfügung). Das Gericht dürfte angesichts der vorgebrachten Argumente zu „erheblichen Schäden“ zügig einen Termin ansetzen.
Wird die Verfügung gewährt, könnten die Bauarbeiten an Revolution Wind kurzfristig wieder anlaufen und ein Netzanschluss noch im Verlauf des ersten Quartals 2026 in Reichweite rücken. Bestätigt das Gericht hingegen die Suspendierung, drohen Orsted spürbare Wertberichtigungen sowie mögliche Vertragsauflösungen. Analysten rechnen daher mit anhaltend schwankenden Kursen, bis ein klares Urteil des District Court vorliegt.
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