Orsted Aktie: US-Projekte gestoppt
Orsted verschärft seinen juristischen Kurs gegen die Trump-Regierung. Nach der Suspendierung mehrerer großer Offshore-Windprojekte an der US-Ostküste versucht der Konzern, seine Milliardeninvestitionen per Klage zu sichern. Im Mittelpunkt stehen die Projekte Sunrise Wind und Revolution Wind, deren Baustellen nun stillstehen.
Sunrise Wind: Baustopp trotz hoher Fertigstellung
Orsted teilte am Mittwoch mit, dass die Projektgesellschaft Sunrise Wind vor dem US-Bundesgericht für den District of Columbia gegen die Aussetzung der Projektlizenz vorgeht. Das Unternehmen beantragt eine einstweilige Verfügung, um die Aussetzung außer Kraft zu setzen.
Wesentliche Punkte zum Sunrise-Wind-Verfahren:
- Projektfortschritt bei rund 45 %
- Bereits investierte und zugesagte Mittel im Milliardenbereich
- geplanter Start der Stromproduktion ab Oktober 2026
- Baustopp nach dem Aussetzungsbeschluss vom 22. Dezember
Die Trump-Regierung hatte die Pachtverträge für fünf große Offshore-Windprojekte vor der US-Ostküste ausgesetzt. Zur Begründung verwies das Verteidigungsministerium auf nationale Sicherheitsbedenken.
Revolution Wind: Zweite Klage in kurzer Folge
Sunrise Wind ist bereits die zweite Klage von Orsted innerhalb weniger Tage. Schon in der Vorwoche hatte Revolution Wind, ein 50:50-Joint-Venture von Orsted und Skyborn Renewables (Global Infrastructure Partners), eine ähnliche Beschwerde gegen das Innenministerium eingereicht.
Die Eckdaten zu Revolution Wind:
- Standort rund 15 Meilen südlich der Küste von Rhode Island
- Projektfortschritt bei etwa 87 %
- 58 von 65 Turbinen bereits installiert
- rund 5 Milliarden US-Dollar Investitionen der Partner
- mehr als 1.000 Gewerkschaftsjobs und rund 2 Millionen Gewerkschafts-Arbeitsstunden unterstützt
Orsted argumentiert, die Suspendierung füge dem Projekt „erheblichen Schaden“ zu und stehe im Widerspruch zu geltendem Recht, obwohl der Konzern weiterhin im Dialog mit den US-Behörden steht.
Kursentwicklung: Hohe Schwankungen
Die Aktie reagiert empfindlich auf die regulatorische Unsicherheit in den USA. Am 2. Januar legte der Kurs nach der Ankündigung der Revolution-Wind-Klage um mehr als 4 % zu und schloss bei 128,00 DKK.
Auf Sicht von zwölf Monaten bleibt die Bilanz jedoch schwach: Der Titel liegt über 60 % unter dem Vorjahresniveau. Die Spanne der vergangenen 52 Wochen reicht von 102,82 DKK bis 349,00 DKK und zeigt damit den deutlichen Rückgang beim dänischen Offshore-Wind-Spezialisten.
Bedeutung für Branche und US-Strategie
Auch der norwegische Energiekonzern Equinor geht juristisch gegen die Aussetzungsbeschlüsse vor und hat Klage für sein Empire-Wind-Projekt eingereicht. Die gebündelten Schritte großer Offshore-Entwickler unterstreichen, dass es um den Schutz bestehender Investitionen und vertraglicher Ansprüche geht.
Die angeordnete 90-tägige Unterbrechung der Bauarbeiten setzt Zeitpläne und Wirtschaftlichkeit der Projekte spürbar unter Druck. Sowohl Sunrise Wind als auch Revolution Wind sollten 2026 mit der Stromlieferung starten. Damit wird der Ausgang der Verfahren zu einem zentralen Faktor für Orsteds US-Strategie in den kommenden Jahren.
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