Die Erste Group Bank liefert 2025 ein Rekordergebnis ab – und kürzt die Dividende dennoch um 75 Prozent. Der Grund: eine Milliardenwette auf Polen. Während die operativen Zahlen überzeugen, stellt sich für Aktionäre die Frage, ob sich die drastische Kürzung langfristig auszahlt.

Starke Zahlen, schwache Ausschüttung

Der Nettogewinn der Erste Group kletterte 2025 auf 3,5 Milliarden Euro, getrieben von einem kräftigen Wachstum im Kreditgeschäft. Das Kreditvolumen stieg um 6,4 Prozent auf 232 Milliarden Euro, der Zinsüberschuss erreichte 7,8 Milliarden Euro. Auch das Provisionsgeschäft zog spürbar an und legte um 8,6 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zu. Die Eigenkapitalrendite verbesserte sich auf 16,6 Prozent.

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Doch von diesem Erfolg profitieren Aktionäre kaum: Der Vorstand schlägt eine Dividende von lediglich 0,75 Euro je Aktie vor – nach 3,00 Euro im Vorjahr. Die Ausschüttungsquote sinkt damit von rund 50 Prozent auf gerade einmal 10 Prozent. Auszahlungstermin ist der 24. April 2026.

Sieben Milliarden für Polen

Verantwortlich für den Dividendeneinbruch ist die größte Transaktion der jüngeren Unternehmensgeschichte. Die Erste Group übernahm einen 49-Prozent-Anteil an der Santander Bank Polska sowie 50 Prozent an Santander TFI – finanziert vollständig aus Eigenmitteln mit einem Volumen von 7 Milliarden Euro. Eine der größten grenzüberschreitenden Bankentransaktionen Europas der vergangenen Jahre.

Die Integration beginnt im ersten Quartal 2026. Rund 485 Filialen und 1.400 Geldautomaten werden auf die Marke „Erste Bank Polska" umgestellt, das Rebranding startet bereits im zweiten Quartal. Der Prozess soll zwei Jahre dauern und verursacht geschätzte Integrationskosten von 180 Millionen Euro. Hinzu kommt eine einmalige Kreditrisikovorsorge von 300 Millionen Euro brutto, was netto mit rund 120 Millionen Euro zu Buche schlägt.

Regulierung belastet zusätzlich

Neben den Integrationskosten lasten weitere Belastungen auf dem Ausblick. Die Bank rechnet 2026 mit regulatorischen Abgaben und Bankensteuern von rund 450 Millionen Euro, vor allem aus Ungarn und Rumänien. Jährliche Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte schlagen zusätzlich mit etwa 70 Millionen Euro nach Steuern zu Buche.

Ziele für 2026: Deutlicher Sprung erwartet

Das Management gibt sich trotzdem zuversichtlich. Für 2026 peilt die Erste Group organisches Kreditwachstum von über 5 Prozent an, einen Zinsüberschuss von über 11 Milliarden Euro und Provisionseinnahmen von rund 4 Milliarden Euro. Die Aufwand-Ertrags-Quote der erweiterten Gruppe soll auf 45 bis 47 Prozent sinken.

Der bereinigte Nettogewinn soll bei etwas über 4 Milliarden Euro liegen, was einer Eigenkapitalrendite von rund 19 Prozent entspricht. Die CET1-Quote soll komfortabel über dem neuen Zielwert von 14,25 Prozent bleiben. Der Gewinn je Aktie soll bereinigt um mehr als 20 Prozent zulegen.

Die Quartalszahlen im Frühjahr werden zeigen, ob die Polen-Expansion die ambitionierten Ziele tatsächlich trägt – und ob Anleger für ihre Geduld entschädigt werden.

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