Orsted Aktie: Rechtsstreit eskaliert
Orsted geht juristisch gegen den überraschenden Baustopp seiner US-Offshore-Projekte vor. Auslöser ist eine Anordnung des US-Innenministeriums vom 22. Dezember, die mehrere Windparks an der US-Ostküste mit Verweis auf Sicherheitsbedenken gestoppt hat. Die Börse reagierte unmittelbar: Die Aktie verlor nach der Ankündigung rund 12 %. Nun soll ein Eilantrag vor Gericht den Stillstand wieder aufheben.
Milliardenprojekt kurz vor Fertigstellung
Im Mittelpunkt der Auseinandersetzung steht das Offshore-Projekt Revolution Wind, ein zentraler Baustein der US-Pipeline von Orsted. Die Brisanz ergibt sich vor allem aus dem fortgeschrittenen Baufortschritt und den bereits getätigten Investitionen.
Wesentliche Kennzahlen des Projekts:
- Fertigstellungsgrad: 87 % der Arbeiten sind abgeschlossen
- Kapazität: Ausgelegt auf 704 Megawatt (MW)
- Versorgung: Strom für rund 350.000 Haushalte in Connecticut und Rhode Island
- Geplanter Start: Netzanschluss ursprünglich für 2026 vorgesehen
Mit einem Fertigstellungsgrad von 87 % ist der Großteil der Investitionen bereits gebunden. Der Baustopp trifft das Projekt damit in einer Phase, in der hohe Ausgaben schon erfolgt sind, der Ertrag aber noch nicht fließt – ein klarer Belastungsfaktor für die Bewertung der Aktie.
Orsted argumentiert in seiner Klageschrift, die Aussetzung der Leasingverträge verstoße gegen geltendes Recht. Aus Unternehmenssicht ist der Zeitfaktor entscheidend: Je länger sich der Stillstand hinzieht, desto größer das Risiko, dass sich Bau- und Finanzierungskosten erhöhen und Zeitpläne kippen.
Widerstand aus der gesamten Branche
Orsted steht mit seinem Vorgehen nicht allein. Der Rechtsstreit ist Teil einer breiteren Gegenreaktion europäischer Energiekonzerne auf die aktuelle US-Energiepolitik.
Auch Equinor hat am 2. Januar eine Klage gegen die Suspendierung seines Offshore-Projekts Empire Wind eingereicht. Dieses Projekt ist bereits zu mehr als 60 % fertiggestellt. Sowohl Orsted als auch Equinor stellen die Begründung der US-Regierung infrage, wonach Offshore-Windturbinen durch sogenannte Radarstörungen („clutter“) ein Sicherheitsrisiko darstellen.
Beim Projekt Revolution Wind ist Skyborn Renewables Joint-Venture-Partner. Skyborn gehört zum Portfolio von Global Infrastructure Partners, einem von BlackRock kontrollierten Investor. Damit stehen neben den Projektentwicklern selbst auch große Finanzakteure hinter dem Versuch, die regulatorische Blockade zu kippen.
Politischer Gegenwind und entscheidende Weichenstellung
Die Aussetzung der Pachtverträge vom 22. Dezember betrifft mehrere Projekte vor den Küsten von New York, Virginia, Massachusetts, Rhode Island und Connecticut. Die Regierung unter Präsident Trump stützt sich dabei auf einen Bericht des War Department, der auf mögliche Radarfehlfunktionen und Fehlalarme durch Offshore-Turbinen verweist.
Branchenvertreter halten dem entgegen, dass die betreffenden Projekte in den vergangenen Jahren bereits umfangreiche Genehmigungsverfahren und Sicherheitsprüfungen durchlaufen haben. Aus ihrer Sicht stellt die plötzliche Kehrtwende einen Bruch mit zuvor erteilten regulatorischen Zusagen dar.
Für Anleger ist nun klar: Die Gerichtsverfahren in Washington D.C. entwickeln sich zum zentralen Kurstreiber. Gelingt Orsted eine einstweilige Verfügung, könnte der Bau von Revolution Wind weitergehen und der ökonomische Wert des weitgehend fertiggestellten Parks gesichert werden. Scheitert der Eilantrag und verfestigt sich der Rechtsstreit, droht sich die kommerzielle Inbetriebnahme des Projekts auf unbestimmte Zeit zu verschieben – mit entsprechend negativen Folgen für Zeitplan und Kapitalbindung.
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