Ørsted hat operativ den Turnaround geschafft — doch ausgerechnet jetzt rückt die dänische Parlamentswahl am 24. März eine alte Frage wieder in den Vordergrund: Wie lange bleibt der Windkraftkonzern in Staatshand?

Solide Zahlen, klare Erholung

Das Geschäftsjahr 2025 verlief für Ørsted deutlich besser als die schwierigen Vorjahre. Das EBITDA (bereinigt) lag mit 25,1 Milliarden Dänischen Kronen im angepeilten Zielkorridor von 24 bis 27 Milliarden. Unterm Strich blieb ein Jahresgewinn von 3,2 Milliarden Kronen.

Besonders das Offshore-Segment entwickelte sich stark. Analysten von Jefferies zufolge übertraf die Sparte die Erwartungen um rund 4 Prozent — getragen von niedrigeren Entwicklungskosten und besserer Anlagenperformance. Das Onshore-Segment schlug die Konsensschätzungen sogar um etwa 24 Prozent, vor allem durch Gewinne aus Vermögensverkäufen.

Das Desinvestitionsprogramm ist abgeschlossen. Ørsted verkauft sein gesamtes europäisches Onshore-Geschäft für 1,44 Milliarden Euro an Copenhagen Infrastructure Partners. Zusammen mit dem 50-prozentigen Verkauf von Hornsea 3 und dem vereinbarten Teilverkauf von Changhua 2 summieren sich die Transaktionserlöse aus 2025 und 2026 auf rund 46 Milliarden Kronen — und übertreffen damit das selbstgesteckte Ziel von mehr als 35 Milliarden Kronen.

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Der Staat als Unsicherheitsfaktor

Gleichzeitig sorgt die politische Debatte für Unruhe. Vier rechtsorientierte Parteien — Conservative People's Party, Liberal Alliance, Danish People's Party und Denmark Democrats — fordern einen staatlichen Ausstieg aus Ørsted. Gemeinsam mit den Liberals, die sich dem Vorhaben nicht widersetzen, halten diese Parteien rund 40 Prozent der Parlamentssitze.

Die Forderung kommt zu einem politisch heiklen Zeitpunkt. Erst im Oktober beteiligte sich der dänische Staat mit der Hälfte einer 60-Milliarden-Kronen-Kapitalerhöhung an der Rettung des Unternehmens. Jakob Magnussen, Leiter der Kreditanalyse bei Danske Bank, sieht einen Regierungswechsel nach rechts als potenziellen Wendepunkt für die Eigentümerstruktur — hält einen solchen Wechsel laut aktuellen Umfragen aber für weniger wahrscheinlich. Die jüngste DR-Umfrage sieht die fünf rechten Parteien bei 74 der 179 Parlamentssitze — weit entfernt von einer Mehrheit.

Ausblick: Wahl vor Quartalszahlen

Für 2026 erwartet Ørsted ein bereinigtes EBITDA von mehr als 28 Milliarden Kronen. Berenberg hob das Kursziel im Februar von 140 auf 180 Dänische Kronen an und bestätigte seine Kaufempfehlung — mit Verweis auf eine vorsichtige Wiederaufnahme langfristiger Wachstumsplanung nach einer Phase hoher Volatilität.

Der nächste Quartalsbericht folgt am 6. Mai. Bis dahin dürfte das Wahlergebnis vom 24. März den Kurs stärker bewegen als jede operative Kennzahl.

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