Oracle startet turbulent in das Börsenjahr 2026. Der Software-Riese hat seine Zukunft kompromisslos an die KI-Infrastruktur geknüpft, doch der Preis dafür ist hoch. Trotz rekordverdächtiger Auftragsbestände sorgen ein massiver Kapitalbedarf und negativer Cashflow für spürbare Skepsis am Markt.

Der Preis des Wachstums

Verantwortlich für den aktuellen Druck auf die Aktie ist die Diskrepanz zwischen Wachstum und Kosten. Zwar verzeichnete Oracle im zweiten Quartal einen Anstieg der Cloud-Infrastruktur-Umsätze um 68 Prozent, doch die aggressive Strategie fordert ihren Tribut. Um Projekte wie den "Stargate"-Supercomputer und die allgemeine Infrastruktur zu finanzieren, plant das Unternehmen Investitionsausgaben (CapEx) von rund 50 Milliarden US-Dollar für das Geschäftsjahr 2026.

Diese Ausgabenoffensive hat die Bilanzkennzahlen drastisch verändert. Berichte über einen negativen Free Cash Flow zwischen 10 und 13 Milliarden US-Dollar im jüngsten Quartal haben konservative Anleger verschreckt. Die Wall Street bewertet derzeit nicht mehr nur das reine Wachstumspotenzial, sondern achtet verstärkt auf die Effizienz der KI-Investitionen ("AI Economics").

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Auftragsflut und Abhängigkeiten

Auf der Einnahmeseite präsentiert Oracle beeindruckende Zahlen. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen (RPO) sind auf 523 Milliarden US-Dollar explodiert – ein Anstieg von 438 Prozent im Jahresvergleich. Dieser Boom wird primär durch Großaufträge von Branchenführern wie OpenAI und Nvidia getrieben.

Die Nachricht, dass SoftBank 41 Milliarden US-Dollar in OpenAI investiert hat, stützt zwar die These, dass Oracles Gen2-Cloud dringend benötigt wird. Gleichzeitig wächst jedoch das Klumpenrisiko: Oracles kurzfristiger Erfolg ist nun eng an die Zahlungsfähigkeit und das Wachstum dieser KI-Partner gekoppelt. Marktbeobachter sehen hier ein gewisses Umsetzungsrisiko, da die massiven Investitionen vorfinanziert werden müssen, während die Gewinne erst in der Zukunft liegen.

Charttechnik und Ausblick

Charttechnisch befindet sich der Titel in einer heiklen Zone. Die Aktie testet aktuell die Unterstützung im Bereich von 193 bis 194 US-Dollar. Ein Unterschreiten dieser Marke könnte weiteren Verkaufsdruck auslösen, während erst eine Rückeroberung der 200-US-Dollar-Marke das Sentiment nachhaltig aufhellen würde.

Der Erfolg der Aktie im weiteren Verlauf des Geschäftsjahres hängt davon ab, ob Oracle beweisen kann, dass die immensen Investitionen schneller zu anerkannten Umsätzen führen als die Schulden wachsen. Der nächste entscheidende Termin für Anleger ist die Veröffentlichung der Quartalszahlen im März 2026, die konkrete Daten zum Cash-Burn und den Fortschritt des "Stargate"-Projekts liefern werden.

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