Oracle Aktie: Milliardenklagen belasten
Oracle steht unter Druck. Während der Softwarekonzern sein neues Hauptquartier in Nashville vorantreibt, verklagen Anleihegläubiger das Unternehmen wegen angeblich verschwiegener Schulden für KI-Infrastruktur. Die Aktie hat in drei Monaten fast 40 Prozent verloren – das wäre die schwächste Quartalsperformance seit 2001.
Die Vorwürfe der Anleihegläubiger
Eine Sammelklage vor einem Gericht in New York wirft Oracle vor, Investoren beim Verkauf von Anleihen im Wert von 18 Milliarden Dollar getäuscht zu haben. Der Vorwurf: Das Unternehmen habe verschwiegen, dass es für die Entwicklung seiner KI-Infrastruktur erhebliche zusätzliche Schulden aufnehmen müsse.
Die Anleihen wurden im September ausgegeben – nur zwei Wochen nachdem Oracle den Fünfjahresvertrag mit OpenAI im Rahmen eines 300-Milliarden-Dollar-Deals bekannt gegeben hatte. Sieben Wochen später kehrte Oracle an die Kapitalmärkte zurück und suchte weitere 38 Milliarden Dollar an Krediten. Die Kläger argumentieren, dass sie über diesen zusätzlichen Kapitalbedarf im Zusammenhang mit der OpenAI-Partnerschaft nicht informiert wurden.
Die Reaktion am Anleihemarkt auf die zusätzlichen Schulden sei "schnell und schmerzhaft" gewesen, so die Klage.
Nashville-Expansion mit Hindernissen
Parallel dazu kämpft Oracle mit der Umsetzung seiner ehrgeizigen Expansionspläne in Nashville. Chairman Larry Ellison hatte sich 2021 im Rahmen einer Steuervergünstigung verpflichtet, bis 2031 insgesamt 8.500 Arbeitsplätze in der Stadt zu schaffen. Aktuell beschäftigt Oracle dort jedoch nur etwa 800 Mitarbeiter.
Der geplante Campus am Cumberland River soll mehr als zwei Millionen Quadratfuß Bürofläche umfassen. Oracle schaltet derzeit mehr offene Stellen in Nashville als in jeder anderen US-Stadt aus, vor allem im Bereich Cloud-Infrastruktur. Die Lücke zwischen Versprechen und Realität bleibt dennoch beträchtlich.
Was Analysten sagen
Jefferies-Analyst Brent Thill sieht die Ursache des Kursrückgangs in wachsenden Zweifeln an Oracles kurzfristigen Aussichten. Die Märkte hätten sich von einer Phase des breiten "KI-Hypes" zu einer "Zeig-mir-Phase" entwickelt, in der Investoren klare Umsatzsichtbarkeit fordern, bevor sie steigende Kapitalausgaben akzeptieren. Zudem sei die Oracle-Story zunehmend an die finanzielle Stärke von OpenAI gekoppelt.
UBS bestätigte zwar seine Kaufempfehlung, senkte das Kursziel aber Anfang Januar von 325 auf 280 Dollar. Goldman Sachs initiierte eine Coverage mit "Buy" und einem Ziel von 240 Dollar. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 291,61 Dollar.
Am 9. März 2026 folgen die Quartalszahlen. Sie werden zeigen müssen, ob sich die massiven Investitionen in KI-Infrastruktur auszahlen – oder ob die Zweifel der Anleger berechtigt sind.
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