Nokia Aktie: Unzuverlässige Prognosen?
Nokia hat im vierten Quartal operativ sauber abgeliefert – und trotzdem die Stimmung gedämpft. Der Grund liegt nicht in den aktuellen Zahlen, sondern im Blick nach vorn: Das Management stellt sich für 2026 vorsichtig auf. Wie passt das zu den ambitionierten Zielen bis 2028?
Vorsichtige Prognose drückt auf die Stimmung
Auslöser der Verkäufe nach den Q4-Zahlen war vor allem die Gewinnprognose für 2026. Nokia erwartet ein vergleichbares operatives Ergebnis von 2,0 bis 2,5 Mrd. Euro. Das lag unter den Markterwartungen (Konsens: 2,37 Mrd. Euro) und kam an der Börse entsprechend kühl an.
Zusätzlich warnte das Unternehmen, dass der Umsatz im 1. Quartal 2026 stärker als üblich saisonal zurückgehen dürfte. Historisch sinken die Q1-Nettoumsätze (ohne Nokia Technologies) laut Nokia im Schnitt um rund 24% gegenüber dem Vorquartal. Die operative Marge im Auftaktquartal soll zudem nur leicht über dem Vorjahresniveau liegen. In Summe wirkt das wie ein Dämpfer – selbst wenn die Basis solide ist.
Q4 lieferte – Marge als Pluspunkt
Denn operativ zeigte Nokia im Schlussquartal 2025 durchaus Stärke. Besonders auffällig: die Profitabilität. Die vergleichbare Bruttomarge stieg um 0,9 Prozentpunkte auf 48,1% und lag damit deutlich über den Analystenschätzungen. Auch beim Ergebnis je Aktie (verwässert, vergleichbar) übertraf Nokia die Erwartungen.
Wichtige Kennzahlen aus Q4 und dem Gesamtjahr:
- Q4-Umsatz: 6,13 Mrd. Euro (+2% YoY; +3% währungsbereinigt)
- Q4 Bruttomarge (vergleichbar): 48,1%
- Q4 Free Cashflow: 0,2 Mrd. Euro; Netto-Cash: 3,4 Mrd. Euro
- 2025 Umsatz: 19,9 Mrd. Euro (währungsbereinigt +2%)
- 2025 operativer Gewinn (vergleichbar): 2,0 Mrd. Euro
- 2025 Free Cashflow: 1,5 Mrd. Euro (72% Conversion)
Wachstumstreiber im Quartal war die Sparte Network Infrastructure, vor allem dank Optical Networks. Nokia betonte zudem robuste Auftragseingänge aus dem Umfeld von KI- und Cloud-Infrastruktur, der Book-to-Bill-Faktor blieb über 1 – also mehr Bestellungen als Umsatz.
Dividende, Umbau – und neue Führung im Board
Parallel zu den Zahlen gab es mehrere Entscheidungen, die für Anleger relevant sind:
- Dividende: 0,03 Euro je Aktie (Record Date: 3. Februar, Zahlung: 12. Februar)
- Für die Hauptversammlung soll außerdem eine Ermächtigung für eine Maximalsumme von 0,14 Euro je Aktie für Ausschüttungen vorgeschlagen werden.
- Governance-Wechsel: Sari Baldauf will den Vorsitz im Board abgeben, Timo Ihamuotila ist als neuer Chair vorgeschlagen. Meredith Whittaker (Signal Technology Foundation) soll ins Board einziehen.
- Hauptversammlung: 9. April 2026
Operativ hat Nokia zudem seine Struktur zum 1. Januar 2026 auf zwei Segmente zugeschnitten: Network Infrastructure und Mobile Infrastructure. Das soll Verantwortlichkeiten schärfen und den strategischen Fokus in der „AI-Ära“ unterstützen. Bis 2028 peilt Nokia im Rahmen dieses Plans einen vergleichbaren operativen Gewinn von 2,7 bis 3,2 Mrd. Euro an.
Auch am Markt zeigte sich die Nervosität: Am Freitag schloss die Aktie bei 5,43 Euro. Der sehr niedrige RSI (14 Tage) von 19,3 unterstreicht, wie stark der Titel zuletzt unter Druck stand.
Am 23. April 2026 legt Nokia die Zahlen für das 1. Quartal vor – dann wird sich konkreter zeigen, ob der angekündigte stärkere Umsatzrückgang zum Jahresstart tatsächlich ein einmaliger Dämpfer bleibt oder ob die vorsichtige 2026er-Prognose eher der neue Normalzustand ist.
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