Oracle treibt seine KI-Expansion aggressiv voran, doch die Finanzierung dieses Wachstums sorgt nun für rechtlichen Ärger. Anleihegläubiger haben Klage eingereicht und werfen dem Konzern mangelnde Transparenz bezüglich seines massiven Schuldenbedarfs vor. Während ein neuer Großauftrag aus Großbritannien die technologische Stärke untermauert, rückt die Bilanzqualität in den Fokus der Anleger.

Vorwürfe der Täuschung

Im Zentrum der Unruhe steht eine Klage, die am 14. Januar 2026 in New York eingereicht wurde. Die Kläger sind Investoren, die sich an der 18-Milliarden-Dollar-Anleiheemission vom September 2025 beteiligt hatten. Der Vorwurf wiegt schwer: Oracle habe verschwiegen, dass unmittelbar nach der Platzierung der Anleihen weitere Kredite in zweistelliger Milliardenhöhe aufgenommen werden müssten, um die KI-Infrastruktur zu finanzieren.

Hintergrund ist der enorme Kapitalbedarf für neue Rechenzentren, insbesondere nach dem Vertragsabschluss mit OpenAI. Die Kläger argumentieren, die Emissionsprospekte seien irreführend gewesen, da die Notwendigkeit dieser zusätzlichen massiven Verschuldung nicht offengelegt wurde. Als Folge dieser Entwicklung stiegen die Kosten für die Absicherung gegen Kreditausfälle (Credit Default Swaps) zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2009. Die Unsicherheit spiegelt sich auch in der Aktie wider, die eine hohe Volatilität von rund 59 Prozent (annualisiert) aufweist.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Oracle?

Operativer Lichtblick aus Großbritannien

Während die Finanzierungsseite unter Beschuss steht, liefert das operative Geschäft positive Nachrichten. Am Donnerstag gab Oracle den Abschluss eines neuen Cloud-Abkommens mit dem britischen Verteidigungsministerium (MoD) bekannt.

Dieser strategische Auftrag sieht vor, dass das Ministerium veraltete Systeme auf die Oracle Cloud Infrastructure (OCI) migriert. Ziel ist die Modernisierung der technologischen Fähigkeiten sowie die Nutzung von KI und Datenanalyse für die nationale Sicherheit. Der Deal bestätigt, dass die Nachfrage nach Oracles Infrastruktur trotz der finanziellen Debatten ungebrochen hoch ist. Die sogenannten "Remaining Performance Obligations" (vertraglich gesicherte zukünftige Umsätze) liegen mittlerweile bei über 500 Milliarden Dollar.

Der Spagat zwischen Wachstum und Schulden

Die aktuelle Situation verdeutlicht das Dilemma der Konzernstrategie: Um die riesigen Auftragsbestände abzuarbeiten, plant Oracle für das Fiskaljahr 2026 Investitionen von bis zu 50 Milliarden Dollar. Dieser aggressive Ausbau ist notwendig, um im KI-Wettlauf mitzuhalten, zwingt das Unternehmen jedoch zu einer immer höheren Verschuldung.

Für Anleger richtet sich der Blick nun darauf, ob die Klage die zukünftigen Finanzierungskosten des Unternehmens weiter in die Höhe treiben wird. Die nächste wichtige Bestandsaufnahme der finanziellen Lage erfolgt mit der Veröffentlichung der Geschäftszahlen für das dritte Quartal des Fiskaljahres 2026.

Oracle-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Oracle-Analyse vom 16. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Oracle-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Oracle-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 16. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Oracle: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...