Oracle Aktie: Innenleben angespannt?
Oracle startete mit Gegenwind ins Jahr 2026. Die Aktie liegt rund 45 Prozent unter ihrem September-Höchststand – trotz eines soliden Jahresgewinns von 17 Prozent. Was ist passiert? Der Cloud-Konzern kämpft mit hohen Schulden, milliardenschweren Investitionen in Rechenzentren und einer riskanten Abhängigkeit von einem einzigen Großkunden: OpenAI.
Gemischte Bilanz im zweiten Quartal
Die Zahlen für das zweite Quartal des Geschäftsjahres 2026 fielen durchwachsen aus. Zwar wuchs der Umsatz um 14 Prozent auf 16,1 Milliarden Dollar, verfehlte aber die Erwartungen. Gleichzeitig explodierte der Auftragsbestand (RPO) um 438 Prozent auf 523 Milliarden Dollar – ein beeindruckender Wert, der jedoch genauer betrachtet werden muss.
Problematisch: Der freie Cashflow rutschte auf minus zehn Milliarden Dollar. Oracle erhöhte seine Investitionsprognose für das Gesamtjahr von 35 auf 50 Milliarden Dollar. Die Cloud-Infrastruktur-Sparte (IaaS) legte zwar um 68 Prozent auf 4,1 Milliarden Dollar zu, doch die massiven Ausgaben für den Ausbau von Rechenzentren belasten die Bilanz deutlich.
OpenAI als größtes Risiko
Von den 523 Milliarden Dollar im Auftragsbestand entfallen schätzungsweise 300 Milliarden auf einen einzigen Kunden: OpenAI. Diese extreme Konzentration bereitet Investoren Sorgen. OpenAI verbrennt weiterhin massiv Kapital – die Verluste in den ersten drei Quartalen 2025 sollen bei 25 Milliarden Dollar gelegen haben.
Sollte OpenAI seine KI-Modelle nicht monetarisieren können oder Schwierigkeiten bei der Kapitalaufnahme bekommen, würden Oracles Wachstumspläne auf wackligen Beinen stehen.
Kreditmarkt reagiert nervös
Die Kosten zur Absicherung von Oracle-Anleihen gegen Ausfall stiegen im Dezember auf den höchsten Stand seit 16 Jahren – auf 1,41 Prozent. Zuletzt lagen die Risikoprämien während der Finanzkrise 2008/2009 auf diesem Niveau.
Das Management versucht gegenzusteuern: Alternative Finanzierungsmodelle wie "Bring-Your-Own-Chip"-Deals, Vendor-Finanzierungen und GPU-Vermietung sollen die Belastung reduzieren. Oracle betont, seine Investment-Grade-Bonität halten zu wollen.
Analysten gespalten
Die Einschätzungen der Analysten fallen unterschiedlich aus. Mizuho und Jefferies bleiben optimistisch und setzen Kursziele von 400 Dollar an. Goldman Sachs senkte sein Ziel dagegen von 320 auf 220 Dollar bei neutraler Einschätzung, RBC Capital von 310 auf 250 Dollar mit Hold-Rating.
Im Konsens von 34 Analysten überwiegen dennoch die Kaufempfehlungen: 24 Buy-Ratings stehen zehn Hold-Empfehlungen gegenüber. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 312 Dollar – was vom aktuellen Niveau ein Aufwärtspotenzial von rund 60 Prozent bedeuten würde.
Ein Lichtblick: Oracle beteiligte sich kürzlich an einem Konsortium, das 45 Prozent der US-Geschäfte von TikTok übernehmen will. Analysten bewerten den Schritt positiv, da er die Kundenkonzentration verringern und zusätzliche Cloud-Umsätze bringen könnte.
Ausblick auf 2026
Oracle erwartet, dass die OCI-Umsätze ab dem Geschäftsjahr 2028 deutlich anziehen, wenn der Großteil der 72 geplanten Multicloud-Rechenzentren in Betrieb geht. Das Management betont, die aktuellen Investitionen hätten einen klaren Endpunkt – dann sollen die vertraglich zugesicherten Umsätze positiven Cashflow generieren.
Die nächsten Quartalszahlen stehen am 9. März 2026 an. Bis dahin bleibt die Frage, ob Oracle die Schuldenlast in den Griff bekommt und die Abhängigkeit von OpenAI reduzieren kann.
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