Eine neue Wertpapierermittlung gegen Oracle trifft das Unternehmen zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Während der Konzern mit rekordverdächtigen Quartalszahlen und einer erweiterten NVIDIA-Partnerschaft punktet, steht seine aggressive Schuldenfinanzierung zunehmend im rechtlichen Fokus.

Schall Law Firm untersucht Bond-Emissionen

Die US-Kanzlei Schall Law Firm hat heute, am 23. März 2026, eine formelle Untersuchung eingeleitet. Im Mittelpunkt steht der Vorwurf, Oracle habe Käufer seiner Senior Notes über den tatsächlichen Kapitalbedarf für den KI-Infrastrukturausbau im Unklaren gelassen. Konkret soll Oracle verschwiegen haben, dass es deutlich mehr Schulden aufnehmen würde — und dass diese zusätzliche Verschuldung die Kreditwürdigkeit der bereits ausgegebenen Anleihen belasten könnte.

Die Untersuchung bezieht sich auf Anleihen, die über eine SEC-Registrierung vom März 2024 und eine Ergänzung vom September 2025 begeben wurden. Parallel läuft bereits eine Sammelklage für Aktionäre, die zwischen Juni und Dezember 2025 Oracle-Wertpapiere erworben haben — mit einer Teilnahmefrist bis zum 6. April 2026.

Schulden auf Rekordniveau

Die rechtliche Aufmerksamkeit ist kein Zufall. Oracle schloss sein letztes Geschäftsjahr mit 92,6 Milliarden US-Dollar Gesamtschulden ab. In der ersten Hälfte des laufenden Geschäftsjahres stieg dieser Wert auf 108,1 Milliarden Dollar — getrieben durch eine September-Emission von 18 Milliarden Dollar in Anleihen mit Laufzeiten bis 2065. Im Februar kündigte Oracle an, bis zu 50 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital aufzunehmen; innerhalb weniger Tage flossen bereits 30 Milliarden davon.

Moody's bewertet Oracle mit Baa2 — zwei Stufen über Ramsch, aber deutlich schlechter als Amazon, Alphabet, Meta oder Microsoft. Für Anleiheinvestoren ist diese Lücke ein wachsendes Risikosignal.

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Starke Zahlen, gedämpfte Reaktion

Dabei lieferte Oracle im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres bemerkenswerte Ergebnisse: Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 17,2 Milliarden Dollar, der Cloud-Umsatz legte um 44 Prozent auf 8,9 Milliarden zu, und die verbleibenden Leistungsverpflichtungen — ein Maß für den künftigen Auftragsbestand — schnellten um 325 Prozent auf 553 Milliarden Dollar hoch. Das Management hob die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr 2027 auf 90 Milliarden Dollar an, deutlich über den Analystenerwartungen von 86,6 Milliarden.

Auf der Technologieseite sicherte sich Oracle zudem eine prominente Rolle in NVIDIAs KI-Infrastrukturplänen: OCI gehört zu den ersten Cloud-Anbietern, die 2026 Instanzen auf Basis der neuen Vera-Rubin-Plattform bereitstellen werden.

Backlog versus Bilanzrisiko

Trotz dieser Erfolge notiert die Aktie aktuell bei rund 133,80 Euro — mehr als 50 Prozent unter dem September-Hoch von 280,70 Euro. Der Markt ringt mit zwei gegenläufigen Narrativen: Einerseits signalisiert der explodierende Auftragsbestand eine starke Nachfrage nach KI-Infrastruktur. Andererseits wächst die Abhängigkeit von einem einzelnen Großkunden — OpenAI macht einen erheblichen Teil des Backlogs aus — und die Schuldenlast erreicht historische Dimensionen.

Mit der heute formal eröffneten Bond-Ermittlung hat sich das Bild für Anleihe- und Aktieninvestoren gleichermaßen kompliziert. Die entscheidende Frage bleibt, wie schnell Oracle seinen Auftragsbestand in tatsächliche Cashflows verwandeln kann — bevor die Kapitalkosten und mögliche Rechtsrisiken das Tempo bestimmen.

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