Der österreichische Öl- und Gaskonzern OMV dreht an der Dividendenschraube – und zeigt damit, wohin die Reise geht. Ab 2026 hängt die Ausschüttung nicht mehr primär am schwankungsanfälligen Ölgeschäft, sondern am Chemiesegment. Für Anleger bedeutet das: mehr Planbarkeit, weniger Abhängigkeit von Rohstoffpreisen. Und die Zahlen für 2025 zeigen bereits, warum dieser Schritt folgerichtig ist.

Chemie übernimmt das Ruder

Das neue Modell ist simpel: 50 Prozent der Dividenden aus der Borealis-Beteiligung plus 20 bis 30 Prozent des operativen Cashflows fließen künftig an die Aktionäre. Für 2025 schlägt OMV eine Gesamtdividende von 4,40 Euro je Aktie vor – bestehend aus 3,15 Euro Basisdividende und 1,25 Euro Sonderzahlung. Das ist der vierte Anstieg in Folge, die reguläre Ausschüttung kletterte dabei binnen vier Jahren um über 30 Prozent.

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Die Hauptversammlung am 27. Mai entscheidet, am 11. Juni soll das Geld fließen. Doch die eigentliche Nachricht steckt nicht in der Höhe, sondern in der Logik: OMV koppelt sich vom Ölpreis ab und setzt auf die stabilen Cashflows aus der Chemie.

Zahlen belegen den Strategieschwenk

Die Jahreszahlen 2025 liefern die Begründung für diesen Schritt. Während das Energiesegment wegen sinkender Ölpreise um 29 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro einbrach, schoss das operative Ergebnis in der Chemiesparte um 71 Prozent auf 784 Millionen Euro nach oben. Die europäischen Produktionsanlagen liefen mit 82 Prozent Auslastung – zehn Prozentpunkte über dem Branchenschnitt.

Unterm Strich erzielte OMV ein bereinigtes Nettoergebnis von 1,94 Milliarden Euro und übertraf damit die Analystenschätzungen um drei Prozent. Der operative Cashflow belief sich auf 5,2 Milliarden Euro.

Borouge bringt Milliarden-Dividenden

Der Zusammenschluss mit ADNOC zur Borouge Group International soll im ersten Quartal 2026 abgeschlossen werden. Damit entsteht der weltweit viertgrößte Polyolefin-Produzent – und für OMV eine jährliche Dividendenquelle von mindestens einer Milliarde US-Dollar ab 2026.

Parallel baut der Konzern sein Nachhaltigkeitsgeschäft aus. Der Absatz von nachhaltigem Flugkraftstoff sprang von 4.000 auf 60.000 Tonnen. Das Neptun-Deep-Gasprojekt startet 2027, für 2026 sind organische Investitionen von 3,2 Milliarden Euro eingeplant.

Erste Reaktion am Markt

Die Aktie erreichte Anfang März mit 57,45 Euro ein Dreijahreshoch und notiert aktuell knapp darunter. Seit Jahresbeginn steht ein Plus von rund 20 Prozent zu Buche. Mit einer Nettoverschuldung von 3,6 Milliarden Euro und einer Verschuldungsquote von nur 14 Prozent bleibt die Bilanz robust. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis liegt bei 3,58 – im Branchenvergleich ein niedriger Wert.

Am 9. April folgt das Trading Update zum ersten Quartal. Dann zeigt sich, ob der Chemie-Fokus auch operativ greift und die Transformation Fahrt aufnimmt.

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