OMV setzt beim Umbau des Geschäftsmodells stärker auf grünen Wasserstoff – und sichert sich dafür kräftige staatliche Unterstützung. Eine neue Großanlage in Niederösterreich wird zum Herzstück der Strategie 2030. Entscheidend wird sein, ob das Projekt nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich trägt.

Wasserstoffprojekt als Dreh- und Angelpunkt

In Bruck an der Leitha entsteht das größte Wasserstoffprojekt Österreichs. Anfang Januar hat OMV eine Fördervereinbarung über 123 Millionen Euro mit der Austria Wirtschaftsservice GmbH (aws) unterzeichnet. Grundlage war eine positive Bewertung durch die European Hydrogen Bank, die den Weg für die staatliche Unterstützung frei gemacht hat.

Die Anlage ist als zentrales Element der OMV-Strategie 2030 vorgesehen und soll Ende 2027 in Betrieb gehen. Die wichtigsten Eckpunkte:

  • Kapazität: 140 Megawatt Elektrolyseleistung
  • Produktion: bis zu 23.000 Tonnen grüner Wasserstoff pro Jahr
  • CO₂-Einsparung: bis zu 150.000 Tonnen jährlich
  • Gesamtinvestition: mittlerer dreistelliger Millionenbetrag

Der produzierte Wasserstoff wird über eine rund 22 Kilometer lange Pipeline direkt zur Raffinerie Schwechat geleitet. Dort sollen bis zu 10 Prozent der produktionsbedingten Emissionen eingespart werden. Siemens Energy liefert die Elektrolyse-Technologie, STRABAG verantwortet den Tiefbau – OMV setzt also klar auf etablierte Industriepartner.

Joint Venture mit Masdar und strategische Neuausrichtung

Um das Projekt zu stemmen, arbeitet OMV mit dem emiratischen Energieunternehmen Masdar zusammen. Die Beteiligungsstruktur ist klar definiert: OMV hält 51 Prozent, Masdar 49 Prozent. Der formelle Abschluss des Joint Ventures wird für Anfang 2026 erwartet, vorbehaltlich der endgültigen Genehmigungen.

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Das Wasserstoffprojekt steht nicht isoliert, sondern ist Teil einer umfassenderen Neuausrichtung des Konzerns. Bereits im Oktober 2025 hatte OMV die Investitionspläne angepasst und die Mittel für erneuerbare Energien bis 2030 reduziert. Hintergrund ist unter anderem die geplante Dekonsolidierung der Kunststoff-Tochter Borealis nach dem Borouge-Deal. Der Konzern priorisiert damit ausgewählte Transformationsprojekte, statt die Investitionen breit zu streuen.

Kursbild und Bewertung der OMV Aktie

An der Börse spiegelt sich die Strategie in einem soliden, aber nicht überzogenen Bewertungsniveau wider. Heute notiert die Aktie bei 49,36 Euro, damit leicht über dem Schlusskurs von gestern. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Plus von knapp 26 Prozent – ein deutlicher Anstieg, der die Erholung des Titels unterstreicht.

Auffällig ist:

  • Das Papier liegt rund 5,8 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt und über dem 50- und 100-Tage-Durchschnitt – ein technisch konstruktives Bild.
  • Der RSI von 47,9 signalisiert einen neutralen Bereich, also weder Überkauf noch Überverkauf.

Aus den ursprünglichen Kennzahlen ergibt sich ein moderates Bewertungsprofil: Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der vergangenen zwölf Monate im niedrigen zweistelligen Bereich, ein deutlich niedrigeres Forward-KGV und eine attraktive Dividendenrendite zusammen mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis unter 1,0. Die Kombination aus Ertragskraft und bilanzieller Absicherung deutet auf eine vergleichsweise günstige Bewertung im Sektor hin.

Breitere Projektpipeline stärkt das Profil

Parallel zum Wasserstoffprojekt verfolgt OMV weitere größere Energieprojekte, die das Profil als integrierter Konzern schärfen:

  • Neptun Deep (Schwarzmeer-Gas): Über die Tochter OMV Petrom treibt der Konzern ein bedeutendes Offshore-Gasprojekt in Rumänien voran.
  • Bulgarien (Han-Asparuh-Block): In bulgarischen Gewässern laufen Vorbereitungen für eine Offshore-Explorationskampagne.
  • Solarenergie in Rumänien: Gemeinsam mit CE Oltenia entstehen Solarparks mit einer geplanten Kapazität von 550 Megawatt.

Damit setzt OMV auf einen Mix aus klassischem Öl- und Gasgeschäft, Gasprojekten mit strategischer Bedeutung für die regionale Versorgung und klar definierten Transformationsbausteinen wie grünem Wasserstoff und Solarenergie. Der Konzern verzichtet bewusst darauf, das fossile Geschäft kurzfristig abzuschalten, sondern baut die Transformation schrittweise in das bestehende Modell ein.

Fazit: Transformation mit klaren Ankerprojekten

Für die OMV Aktie ergibt sich ein Bild aus solider Bewertung, technischer Unterstützung und einer strategischen Agenda, die mit konkreten Projekten hinterlegt ist. Das Wasserstoffvorhaben in Bruck an der Leitha, das Joint Venture mit Masdar sowie Gas- und Solarprojekte in Südosteuropa bilden zentrale Anker der Transformation. Entscheidend für die weitere Kursentwicklung wird sein, ob OMV die ambitionierten Zeitpläne und Investitionsrahmen bei Wasserstoff, Gas und Solar wie angekündigt umsetzen kann und damit die Brücke zwischen traditionellem Energiegeschäft und Energiewende stabil schlägt.

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