OHB SE Aktie: Optimistische Geschäftsaussichten
Der Bremer Raumfahrtkonzern OHB könnte vor dem größten Auftrag seiner Geschichte stehen. Zusammen mit Rheinmetall plant das Unternehmen ein Angebot für das Bundeswehr-Projekt SATCOMBw Stufe 4 – Volumen: bis zu zehn Milliarden Euro. Zeitgleich meldet der Konzern einen ESA-Auftrag über 81 Millionen Euro und hebt seine mittelfristigen Wachstumsziele deutlich an. Die Bilanzpressekonferenz am 19. März wird zeigen, ob das operative Fundament für diese Ambitionen trägt.
Konsortium mit klarer Aufgabenteilung
Laut Bloomberg plant Airbus Defence and Space gemeinsam mit Rheinmetall und OHB die Bewerbung um SATCOMBw Stufe 4. Das Projekt sieht den Aufbau einer souveränen Satellitenkommunikation für die Bundeswehr vor – unabhängig von US-Systemen. Geplant ist eine Konstellation von 100 bis 200 Satelliten im niedrigen Erdorbit, vergleichbar mit Starlink.
Die Rollenverteilung im Konsortium ist definiert: Rheinmetall übernimmt als Systemhaus die militärische Integration, OHB verantwortet Engineering und Fertigung der Satelliten. Bereits im Oktober 2025 erwarb der Konzern ein Werk im sächsischen Schöneck, um die nötigen Produktionskapazitäten aufzubauen. Ende Januar bestätigte OHB in einer Ad-hoc-Mitteilung die Kooperationsgespräche mit Rheinmetall.
Der Wettbewerb bleibt jedoch intensiv. Airbus betreibt bereits die bestehenden SATCOMBw-Stufen 2 und 3 und führt eigene Gespräche mit dem Bundesverteidigungsministerium. Hinzu kommt die angekündigte Fusion der Raumfahrtsparten von Airbus, Thales und Leonardo, die einen europäischen Großkonkurrenten schaffen würde.
ESA-Auftrag und Ariane-6-Rückenwind
Am 10. Februar sicherte sich OHBs italienische Tochter einen ESA-Vertrag über 81,2 Millionen Euro für die RAMSES-Mission. Das Raumfahrzeug soll den Asteroiden Apophis bei seinem Erdvorbeiflug 2029 untersuchen. Die Entwicklung muss in nur 3,5 Jahren abgeschlossen sein – ein komprimierter Zeitplan, der auf den Erfahrungen mit der Hera-Mission aufbaut. Inklusive vorbereitender Maßnahmen erreicht das Projektvolumen rund 150 Millionen Euro.
Zusätzlichen operativen Rückenwind liefert das Ariane-6-Programm. Mitte Februar absolvierte die Ariane 64 erfolgreich ihren Erstflug und platzierte Amazon-Breitbandsatelliten im All. OHB profitiert über die Tochter MT Aerospace, die Tank- und Hüllenstrukturen fertigt – etwa 10 Prozent des Raketenwerts. Amazon hat 18 Starts fest gebucht, den größten kommerziellen Vertrag in der Geschichte von Arianespace. Seit Oktober 2025 gehört MT Aerospace vollständig zu OHB, die Erträge fließen komplett in die Konzernbilanz.
Wachstumsziele nach oben korrigiert
OHB hob auf dem Capital Market Day seine mittelfristigen Ziele deutlich an. Für 2026 plant der Konzern eine Gesamtleistung von 1,4 Milliarden Euro, für 2027 von 1,7 Milliarden Euro und ab 2028 über 2 Milliarden Euro. Die EBITDA-Margen sollen von 11 Prozent (2026) über 12 Prozent (2027) auf über 12 Prozent ab 2028 steigen, die EBIT-Margen parallel von 8 über 9 auf über 9 Prozent.
Die Zahlen von 2025 unterstreichen die Dynamik: Der Auftragseingang kletterte um 24 Prozent auf rund 2,1 Milliarden Euro, der feste Auftragsbestand wuchs um 47 Prozent auf über 3,1 Milliarden Euro. Für 2025 erwartet das Management eine Gesamtleistung von 1,2 Milliarden Euro bei einer EBITDA-Marge von 9 Prozent. Mittelfristig strebt OHB einen durchschnittlichen Auftragseingang um die 3 Milliarden Euro an.
Grundlage der Prognosen sind steigende Budgets der ESA, der Europäischen Union und nationaler Kunden. Der Verteidigungsmarkt gewinnt dabei deutlich an Bedeutung – ein Trend, den OHB mit der SATCOMBw-Bewerbung konsequent adressiert.
Am 19. März folgt die Bilanzpressekonferenz mit dem testierten Jahresabschluss 2025. Entscheidend wird sein, ob das beeindruckende Auftragswachstum in profitable Cashflows übersetzt wurde. Angesichts der erheblichen Investitionen für die Projektpipeline steht besonders die Liquiditätssituation im Fokus. Die Entscheidung zu SATCOMBw Stufe 4 dürfte sich über mehrere Monate ziehen – der März-Termin liefert zunächst den operativen Zahlen-Check, bevor das Großprojekt in die nächste Phase geht.
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