Ocugen Aktie: Studienfortschritt
Ocugen liefert zum Jahresstart gleich zwei klinische Updates mit Rückenwind – und sammelt parallel frisches Geld ein. Das Zusammenspiel ist typisch für Biotech: Gute Daten können Hoffnung machen, eine Kapitalerhöhung drückt aber oft kurzfristig auf die Stimmung. Was steckt hinter den Studienergebnissen – und warum reagiert der Markt trotzdem nervös?
Hoffnungsträger in der Augenheilkunde
Im Mittelpunkt stehen neue Daten zur Gentherapie OCU410 bei „Geographic Atrophy“ (GA), einer Folge der trockenen altersbedingten Makuladegeneration. Laut Ocugen zeigten vorläufige Phase-2-Ergebnisse der ArMaDa-Studie (Update vom 15. Januar) eine 46% geringere Läsionsausbreitung gegenüber der Kontrollgruppe – gemessen nach 12 Monaten bei rund der Hälfte der ausgewerteten Patienten.
Auffällig: Die Wirkung unterschied sich nach Dosierung. Die mittlere Dosis schnitt besser ab als die hohe Dosis. Zusätzlich meldete das Unternehmen Phase-1-Beobachtungen, wonach der Verlust der sogenannten Ellipsoid-Zone (eine Struktur in der Netzhaut) in behandelten Augen um 60% langsamer verlaufen sei als in unbehandelten Partneraugen. Schwere, medikamentenbedingte Nebenwirkungen seien in Phase 1 und 2 (insgesamt 60 Patienten) nicht beobachtet worden.
Zweites Signal: Publikation zu OCU410ST
Schon am 12. Januar folgte ein weiterer Baustein: Ergebnisse der Phase-1-Studie GARDian1 zu OCU410ST bei Stargardt-Erkrankung wurden im Fachjournal Nature Eye veröffentlicht.
Ocugen nennt dabei mehrere Punkte, die das Profil untermauern sollen:
- 54% geringeres Wachstum atrophischer Läsionen in behandelten Augen gegenüber unbehandelten Partneraugen (12 Monate)
- Im Schnitt +6 Buchstaben Verbesserung der bestkorrigierten Sehschärfe
- 100% der behandelten Augen stabilisierten sich oder verbesserten sich bei der Sehschärfe
- Keine schwerwiegenden, medikamentenbedingten Nebenwirkungen
Kapitalerhöhung: Mehr Spielraum, aber Verwässerung
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Am 21. Januar platzierte Ocugen zudem eine Aktienemission über 15 Millionen Stammaktien zu 1,50 US-Dollar je Aktie. Brutto flossen so 22,5 Mio. US-Dollar zu. Federführend war RTW Investments; laut Unternehmen beteiligten sich neue und bestehende Investoren. Der Abschluss erfolgte am 23. Januar.
Das Geld soll in allgemeine Unternehmenszwecke, Working Capital und klinische Entwicklung fließen – und die finanzielle Reichweite laut Ocugen bis ins vierte Quartal 2026 verlängern. Der Haken aus Aktionärssicht: Mehr Aktien bedeuten in der Regel Verwässerung, was kurzfristig Kursdruck auslösen kann.
Passend dazu stand die Aktie zuletzt unter Druck: Auf Wochensicht liegt sie rund 9% im Minus (Schlusskurs Freitag: 1,25 €). Im Kontext der Kapitalmaßnahme ist das eine typische Marktreaktion.
Nächste Meilensteine bis Ende 2026
Ocugen hat mehrere konkrete Termine bzw. Zeitfenster genannt, die 2026 wichtig werden könnten:
- Q1 2026: Vollständige Phase-2-Daten zu OCU410
- Mitte 2026: Zwischenstand zu OCU410ST (50% der Patienten)
- 1. Halbjahr 2026: Geplante BLA-Einreichung für OCU400
- Q4 2026: Topline-Phase-3-Daten zu OCU400 bei Retinitis pigmentosa
Unterm Strich sendet Ocugen operativ positive Signale über die Pipeline – und kauft sich mit der Kapitalmaßnahme Zeit, um die angekündigten Datenpunkte und regulatorischen Schritte in diesem Jahr abzuarbeiten.
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