Zum ersten Mal seit über einem Jahrzehnt wird Nvidia günstiger bewertet als der S&P 500-Durchschnitt. Das klingt nach einer Kaufgelegenheit — doch das Chartbild erzählt eine andere Geschichte.

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp unter 20 liegt der KI-Chipriese inzwischen unter dem Indexdurchschnitt von 20,3. Eine solche Konstellation gab es zuletzt im Februar 2013. Seitdem war Nvidia stets mit einem deutlichen Aufschlag gegenüber dem Gesamtmarkt bewertet — eine Ära, die nun endet.

Technische Warnsignale häufen sich

Das Chartbild trübt sich spürbar ein. Der Kurs scheiterte zuletzt an der 180-Dollar-Marke sowie der 200-Tage-Linie — zwei frühere Unterstützungen, die sich damit als Widerstände bestätigt haben. Der RSI zeigt keine Überverkauft-Signale, der MACD ist unter seine Signallinie gefallen. Wer auf eine schnelle Gegenbewegung hofft, findet im Chart wenig Rückenwind.

Die kritische Zone liegt zwischen 170 und 180 Dollar. Hält diese Unterstützung auf Wochenschlussbasis nicht, droht ein Rückfall zunächst in Richtung 150 Dollar — im ungünstigsten Fall bis auf rund 115 Dollar, wo sich aus dem Kursverlauf des vergangenen Jahres eine weitere Auffangzone ableiten lässt.

Geopolitik und Lieferketten als Zusatzbelastung

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Neben dem eingetrübten Chartbild kommen externe Faktoren hinzu. Der Iran-Konflikt belastet die Halbleiterbranche gleich doppelt: Gestiegene Anleiherenditen verteuern den Ausbau von Rechenzentren, und die Golfregion ist ein bedeutender Produzent von Helium — jenem Edelgas, das in der Chipfertigung unverzichtbar ist. Eine Angebotsverknappung käme zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.

Zusätzlich hat OpenAI die Sora-App eingestellt, über die täglich bis zu eine Million KI-generierte Videos entstanden. Damit fällt ein Nachfragetreiber für GPU-Kapazitäten weg, der in manchen Wachstumsprognosen für den Chipmarkt eingepreist war.

Auf der anderen Seite zeigt die Nachfrageseite kaum Ermüdungserscheinungen: Das französische KI-Unternehmen Mistral nahm gerade 830 Millionen Dollar Schulden auf — ausschließlich, um 13.800 Nvidia-Chips für ein neues Rechenzentrum bei Paris zu kaufen. 41 von 43 Analysten empfehlen die Aktie weiterhin zum Kauf, das durchschnittliche Kursziel liegt bei 273 Dollar.

Ob die 170-Dollar-Marke hält oder fällt, dürfte die nächste Richtungsentscheidung bestimmen. Prozyklische Einstiegssignale liefert das Chart erst bei Kursen oberhalb von rund 187 Dollar.

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