Novo Nordisk startet mit Rückenwind ins neue Jahr. Nach einem schwachen Jahresverlauf 2025 sorgte ein wichtiger Patenterfolg in China zum Wochenschluss für eine spürbare Kurserholung. Zugleich rücken die nächsten Schritte bei Wegovy und in der Pipeline in den Fokus. Reicht diese Kombination, um den jüngsten Abwärtstrend zu bremsen?

Patentschutz in China bringt Entlastung

Die Aktie legte am Freitag um 2,9 % auf 52,37 US‑Dollar zu und beendete damit die erste Handelswoche 2026 deutlich fester. Auslöser war ein Urteil des Obersten Volksgerichts in China, das die Schutzrechte von Novo Nordisk auf den Wirkstoff Semaglutid bestätigt hat.

Die Entscheidung vom 31. Dezember sichert dem Unternehmen die Exklusivität für das Molekül in China bis zum planmäßigen Patentablauf 2026. Damit werden nicht autorisierte „Compounders“ und Generikaanbieter im letzten Patentjahr weitgehend vom Markt ferngehalten. In einem Umfeld sinkender Preise bleibt damit zumindest das Volumen besser geschützt.

Zuvor hatten Berichte über deutliche Preissenkungen bei der Adipositas‑Therapie Wegovy in China für Verunsicherung gesorgt. Novo Nordisk hatte die Preise für die zwei höchsten Dosierungen um rund 48 % reduziert, um gegenüber günstigeren lokalen Anbietern wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Urteil dämpft nun die Sorge, dass niedrigere Preise unmittelbar mit einem starken Generika‑Angebot zusammenfallen könnten.

Zusätzliche Unterstützung kam von der noch nachwirkenden US‑Zulassung der oralen Wegovy‑Variante durch die FDA am 22. Dezember 2025. Diese Freigabe eröffnet die Möglichkeit, das Adipositas‑Portfolio im laufenden Jahr deutlich auszuweiten und Patienten anzusprechen, die Injektionen eher meiden.

Schwaches 2025, starke Konkurrenz

Der Patenterfolg fällt in eine Phase erhöhter Unsicherheit. 2025 war für Novo Nordisk anspruchsvoll: Der Kurs handelt derzeit im unteren Bereich der 52‑Wochen‑Spanne von 43,08 bis 93,80 US‑Dollar, nachdem die Aktie zuvor deutlich von den Hochs zurückgekommen ist.

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Hintergrund sind vor allem:

  • zunehmender Wettbewerbsdruck durch Eli Lilly im Adipositas‑ und Diabetesmarkt
  • Kapazitäts‑ und Lieferengpässe
  • Sorgen um Margen durch Preisanpassungen, insbesondere in China

Die Kursreaktion in der vergangenen Woche zeigt diese Gemengelage deutlich: Nach Bekanntwerden der starken Preisnachlässe auf Wegovy in China verlor die Aktie zunächst rund 2 %. Durch das Gerichtsurteil verschiebt sich die Wahrnehmung nun etwas – von reiner Margenangst hin zu einem Szenario, in dem niedrigere Preise zumindest nicht sofort mit aggressiver Generikakonkurrenz kollidieren.

Technisch ist bemerkenswert, dass der Titel am Freitag die Marke von 52 US‑Dollar zurückerobern und behaupten konnte. Das kann als Hinweis gewertet werden, dass sich nach dem ausgeprägten Rückgang in der zweiten Hälfte 2025 eine Phase der Stabilisierung anbahnt.

Ausblick: Umsetzung entscheidet

Für 2026 richtet sich der Blick nun stärker auf die operative Umsetzung. Wichtige Themen und Termine:

  • Markteinführung von oralem Wegovy in den USA:
    Der Start der Tablettenform dürfte zusätzliche Nachfrage generieren und Barrieren für spritzen‑scheue Patienten senken.

  • Pipeline‑Fortschritte:
    Investoren warten auf weitere Neuigkeiten zu CagriSema, nachdem Novo Nordisk Mitte Dezember 2025 den Antrag auf FDA‑Zulassung eingereicht hat.

  • Zahlen zum vierten Quartal:
    Anfang Februar steht der nächste größere Zahlenblock an. Dann will das Management auch einen Ausblick auf das Gesamtjahr 2026 geben und damit mehr Klarheit zu Wachstum, Margen und den Effekten der Preisanpassungen schaffen.

In Summe hat das Pataturteil in China kurzfristig für Entlastung gesorgt und die Kurserholung zum Wochenschluss unterstützt. Die entscheidende Phase beginnt jedoch mit den anstehenden Wegovy‑Rollouts und dem Februar‑Update, wenn konkrete Ziele für 2026 auf den Tisch kommen.

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