Klarna wächst operativ kräftig – und trotzdem bleibt unter dem Strich ein Verlust. Genau diese Mischung aus Tempo und Unsicherheit hat Anleger zuletzt nervös gemacht. Denn neben höheren Risikovorsorgen rückt auch juristischer Gegenwind seit dem IPO stärker ins Blickfeld.

Wachstum ja – Profitabilität wackelt

Mit dem am 26. Februar bei US-Behörden eingereichten Jahresbericht für 2025 meldet Klarna ein deutliches Plus bei den wichtigsten Wachstumskennzahlen: Das abgewickelte Handelsvolumen (GMV) stieg um 22% auf 127,9 Mrd. US-Dollar, der Umsatz legte um 25% auf 3,5 Mrd. US-Dollar zu. Auf bereinigter Basis stand ein kleiner operativer Gewinn von 65 Mio. US-Dollar (1,9% Marge) – unterm Strich jedoch ein Verlust je Aktie von -0,79 US-Dollar.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Klarna?

Spannend ist der Blick auf das vierte Quartal: Der Umsatz sprang dort um 38% auf 1,08 Mrd. US-Dollar und lag damit über den Erwartungen. Dennoch drehte das Quartal in einen Verlust von 26 Mio. US-Dollar, begleitet von einem schwächeren Ausblick. Für viele Investoren war das der entscheidende Punkt: Wachstum allein reicht nicht, wenn die Profitabilität nicht Schritt hält.

App-Boom und neue Produkte – aber mit Anlaufkosten

Operativ liefert Klarna zugleich ein Ausrufezeichen: Die App erreicht inzwischen mehr als 55 Mio. monatlich aktive Nutzer, täglich nutzen sie rund 9 Mio. Menschen – das entspricht etwa 53% mehr täglicher Nutzung als im Vorjahr. Treiber sind neue Angebote wie eine Debitkarte, Mitgliedschaftsmodelle, Cashback, Mobilfunktarife und Peer-to-Peer-Zahlungen in Europa.

Das soll Klarna näher an den Alltag der Kunden bringen – kostet aber zunächst Geld. Das Management verweist darauf, dass steigende Nutzung und neue Produkte oft Vorlaufkosten erzeugen, während die Erlöse teils erst in späteren Quartalen sichtbar werden. Kurzfristig kann das Margen drücken, auch wenn langfristig eine bessere Profitabilität in Aussicht gestellt wird.

Risikovorsorge, Ausblick – und eine juristische Baustelle

Ein zentraler Belastungsfaktor bleibt die Kreditqualität: Die Vorsorgen für Kreditverluste stiegen im Jahresvergleich um 59%. Das ist ein klares Signal, dass Wachstum im Kreditgeschäft nicht ohne zusätzliche Risiken und Kosten kommt.

Beim Ausblick für 2026 peilt Klarna weiteres Wachstum an: Das GMV soll auf 155 Mrd. US-Dollar steigen, der Umsatz im ersten Quartal wird zwischen 900 Mio. und 980 Mio. US-Dollar erwartet. Zudem stellt das Unternehmen eine bereinigte operative Marge von 6,9% in Aussicht. Gleichzeitig fiel laut Analysten die GMV-Prognose geringer aus als vom Markt erhofft – ein Hinweis darauf, dass sich das Wachstumstempo normalisieren könnte. Klarna selbst warnte zudem, dass das GMV-Wachstum im zweiten Quartal wegen anspruchsvoller Vergleichszahlen nachlassen dürfte und neue Partnerschaften schrittweise anlaufen.

Hinzu kommt ein juristischer Überhang seit dem Börsengang: Eine Kanzlei untersucht mutmaßliche Falschangaben in den IPO-Unterlagen vom September 2025. Im Kern geht es um den Vorwurf, Klarna habe die Leistungsfähigkeit seiner Kreditmodelle betont, zugleich aber nicht ausreichend offengelegt, dass aggressiv an finanziell unerfahrene Verbraucher verliehen worden sei – auch für besonders riskante Anwendungsfälle. Diese Debatte ist für Anleger deshalb heikel, weil sie direkt an das Vertrauen in Risikomanagement und Transparenz rührt.

Am Markt spiegelt sich der Vertrauensverlust im Kursbild: Auf 30-Tage-Sicht liegt die Aktie laut den bereitgestellten Daten rund 41% im Minus und notiert weit unter dem 50-Tage-Durchschnitt.

Der nächste konkrete Prüfstein kommt am 3. Juni 2026 mit dem nächsten Ergebnisbericht – dann wird der Markt vor allem darauf schauen, ob Klarna im ersten Halbjahr auf Kurs bleibt und ob sich die angekündigte Margenverbesserung Richtung zweite Jahreshälfte tatsächlich untermauern lässt.

Klarna-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Klarna-Analyse vom 02. März liefert die Antwort:

Die neusten Klarna-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Klarna-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 02. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Klarna: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...