Nordex Aktie: Lange erwartet?
Es klingt fast paradox: Der Windkraftanlagenbauer meldet am heutigen Freitag eine ganze Serie neuer Großaufträge und erhält zeitgleich Rückenwind von Analystenseite. Dennoch schicken Anleger die Papiere im Mittagshandel spürbar ins Minus. Handelt es sich hierbei um bloße Gewinnmitnahmen nach der massiven Jahresrallye oder deutet die Reaktion auf eine tiefere Erschöpfung des Aufwärtstrends hin?
Irrationalität oder Kalkül?
Trotz einer ausdrücklichen Kaufempfehlung durch das Analysehaus Jefferies, das sein Kursziel bei 31,00 Euro bestätigte, dominiert Rot die Kurstafeln. Analyst Martin Comtesse sieht nach dem erfolgreichen Turnaround und soliden Quartalszahlen eigentlich noch rund 20 Prozent Luft nach oben. Doch die Marktteilnehmer ignorieren diesen Optimismus vorerst.
Stattdessen greift das klassische Börsenphänomen „Sell on Good News“. Die Aktie notiert aktuell bei rund 25,86 Euro, was einem deutlichen Rücksetzer gegenüber dem Vortag entspricht. Offenbar nutzen Investoren die positive Nachrichtenlage als Liquiditätsevent, um Gewinne zu realisieren – ein Verhalten, das angesichts der extremen Performance der letzten Monate nicht völlig überrascht.
Operative Stärke wird ignoriert
Dabei liefert das Unternehmen fundamental genau das, was langfristig orientierte Anleger sehen wollen. Die Meldungen des heutigen Morgens unterstreichen die starke Marktstellung des Konzerns:
- Massiver Auftragseingang: Insgesamt konnte Nordex Bestellungen über 263 Megawatt (MW) in den Kernmärkten Europa sichern.
- Internationales Geschäft: Highlights sind ein 60-MW-Auftrag in Irland für SSE Renewables sowie wichtige Repowering-Projekte in Spanien.
- Heimmarkt: Auch in Deutschland punktet der Konzern mit Projekten in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz.
- Technologie-Offensive: In Rostock wurde ein neuer Teststand in Betrieb genommen, um zukünftige Turbinengenerationen schneller zur Marktreife zu bringen.
Besonders wertvoll für die bilanzielle Stabilität: Die Aufträge sind mit langfristigen Serviceverträgen von bis zu 20 Jahren gekoppelt, was stetige Einnahmeströme garantiert.
Gewinnmitnahmen oder Trendbruch?
Der Blick auf die Kursentwicklung des Jahres relativiert den heutigen Schreckmoment. Mit einem Zuwachs von über 120 Prozent seit Jahresanfang gehört das Papier zu den absoluten Highflyern. Wer hier investiert ist, sitzt auf enormen Buchgewinnen.
Da der Kurs zuletzt nah an das 52-Wochen-Hoch von 28,24 Euro herangelaufen war, scheint die Luft nun vorübergehend dünn zu werden. Die Diskrepanz zwischen der operativen Stärke (Aufträge, Profitabilität) und dem heutigen Kursrutsch deutet primär auf eine technische Korrektur hin. Während Bullen auf die Analyse von Jefferies schwören, mahnen vorsichtigere Stimmen wie RBC Capital (Kursziel 22 Euro) zur Zurückhaltung.
Entscheidend wird nun sein, ob die Unterstützung im Bereich von 25,00 Euro verteidigt werden kann. Hält diese Marke, dürfte der heutige Abverkauf als gesunde Konsolidierung in einem intakten Aufwärtstrend gewertet werden. Bricht sie, könnte sich die Stimmung kurzfristig eintrüben.
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