Nokia Aktie: Wachstumspotenzial realisiert
Nokia sortiert sich neu – weg vom reinen Netzausrüster, hin zu einem Profiteur des weltweiten KI- und Cloud-Ausbaus. Morgan Stanley stuft den Konzern nun zu seinen „Top Picks“ für 2026 hoch und verweist auf genau diesen Strategiewechsel. Parallel meldet das Unternehmen neue Verteidigungs- und Infrastrukturverträge sowie Anreize für das Management, die an ambitionierte Mittelfristziele gekoppelt sind. Wie stimmig ist dieses Gesamtbild?
Morgan Stanley setzt auf AI-Infrastruktur
Auslöser der jüngsten Kursfantasie ist eine Hochstufung durch Morgan Stanley. Die US-Bank hat Nokia auf „Overweight“ angehoben und den Wert in ihre Top-Empfehlungen für 2026 aufgenommen. Begründung: Der Konzern entwickelt sich vom klassischen Lieferanten für Telekom-Ausrüstung zu einem Begünstigten des globalen KI-Infrastruktur-Booms.
Im Fokus steht dabei der Bereich AI und Cloud. Dieses Segment trägt inzwischen rund 6 % zum Gesamtumsatz bei und wächst laut Morgan Stanley derzeit um rund einen Prozentpunkt pro Quartal. Für einen Konzern dieser Größenordnung ist das ein deutliches Signal, dass sich hier eine neue Wachstumssäule etabliert.
Ein wichtiger Baustein dieser Strategie ist die Übernahme des optischen Netzwerkspezialisten Infinera für 2,3 Mrd. US-Dollar Anfang 2025. Damit stärkt Nokia seine Position im Bereich Datenzentren und Cloud-Netzwerke. Die Analysten sehen das Unternehmen als eine Art „leise“ KI-Aktie – also keinen Hype-Titel, sondern einen Ausrüster, der von steigenden Investitionen in Netzinfrastruktur profitiert.
Nach Unternehmensangaben soll der Markt für AI und Cloud bis 2028 jährlich um 16 % wachsen. Entsprechend wurde die Organisation zum 1. Januar 2026 auf ein neues Operating-Modell mit zwei Segmenten umgestellt, wobei Network Infrastructure als zentraler Wachstumstreiber positioniert wird.
Neue Impulse aus Verteidigung und APAC
Zur positiven Analystenstimmung kommen konkrete Vertragsmeldungen hinzu, die die Story untermauern.
5G-Projekt mit der US Air Force
Am 14. Januar meldete Nokia Federal Solutions einen Auftrag des US Air Force Research Laboratory. Ziel ist die Demonstration eines schnell einsetzbaren, luftgestützten privaten Netzwerks. Gemeinsam mit Skydweller Aero und Tangram Flex soll Nokia 5G-Technologie für ein fliegendes, solarbetriebenes „Sendemast“-Konzept liefern – ein quasi dauerhaft in der Luft befindlicher Kommunikationsknoten.
Laut Nokia soll das Projekt eine mögliche Integration in die JADC2-Programme (Joint All-Domain Command and Control) der US-Luftwaffe unterstützen. Die Leistungsperiode läuft bis August 2027. Für Nokia ist das ein weiterer Referenzauftrag im sicherheitskritischen 5G-Bereich und stärkt die Position im Verteidigungssegment.
Outsourcing-Deal in Neuseeland
Ebenfalls am 14. Januar gab Nokia eine exklusive Network-Operations-Center-Partnerschaft mit Connexa bekannt, dem führenden Mobilfunkmast-Betreiber in Neuseeland. Connexa bündelt den Betrieb seiner mehr als 2.500 Standorte künftig bei Nokia als einzigem globalen Partner und löst damit mehrere lokale Dienstleister ab.
Nach Unternehmensangaben ist dies der erste Fall in Ozeanien, in dem ein Tower-Unternehmen seine Netzbetriebsleistungen an einen globalen NOC-Services-Anbieter auslagert. Der Deal stützt die Wachstumsstrategie im Bereich Managed Services im asiatisch-pazifischen Raum und erhöht die planbaren Serviceumsätze.
Analystenstimmung hellt sich auf
Morgan Stanley ist mit seiner positiven Sicht nicht allein. Bereits am 1. Dezember hatte JPMorgan das Kursziel für Nokia von 7,10 auf 8,00 US-Dollar angehoben und die Einstufung „Overweight“ bestätigt. Am 7. Januar 2026 folgte Kepler Cheuvreux mit einer Hochstufung von „Hold“ auf „Buy“.
In Summe ergibt sich folgendes Bild:
- 8 Analysten empfehlen „Buy“
- 3 sprechen eine „Hold“-Einstufung aus
- 1 rät zum „Sell“
- Durchschnittliches Kursziel: 5,95 US-Dollar
Damit liegt ein Konsensrating „Moderate Buy“ vor – also klar positiv, aber ohne extremen Hype-Charakter.
Kursseitig bleibt das Bild gemischt: Am Freitag schloss die Aktie bei 5,69 Euro, was einem Rückgang von rund 2 % auf Tagessicht entspricht. Auf Sicht von zwölf Monaten steht jedoch ein Plus von gut 31 %, gleichzeitig liegt der Titel noch rund 17 % unter dem 52‑Wochen-Hoch – ein Hinweis auf bereits gelaufene, aber noch nicht überzogene Erwartungen.
Management-Anreize und Mittelfristziele
Neben Analystenkommentaren und Aufträgen spielen interne Weichenstellungen eine Rolle. Am 14. Januar teilte Nokia mit, 6.332.357 eigene Aktien aus dem Bestand an das Management übertragen zu haben. Diese Aktien dienen der Bedienung aktienbasierter Vergütungsprogramme für Führungskräfte, darunter CFO Marco Wirén, David Heard und Raghav Sahgal.
Die Maßnahme führt zu einer leichten Verwässerung, soll aber die Interessen des Top-Managements stärker an die langfristige Entwicklung knüpfen. Nach der Transaktion hält das Unternehmen noch 141,9 Mio. eigene Aktien.
Die Anreizprogramme sind an die im November 2025 auf dem Capital Markets Day kommunizierten Ziele ausgerichtet. Bis 2028 peilt Nokia einen vergleichbaren operativen Gewinn (comparable operating profit) von 2,7 bis 3,2 Mrd. Euro an. Das Management setzt damit bewusst ein klares Rendite-Ziel über mehrere Jahre und verknüpft seine Vergütung mit dessen Erreichen.
Ausblick: Zahlen rücken in den Fokus
Der nächste Härtetest für die neue Nokia-Story steht bereits fest: Am 29. Januar veröffentlicht der Konzern die Zahlen für das vierte Quartal und das Gesamtjahr 2025. Aufgrund der seit dem 30. Dezember laufenden „Closed Period“ sind Insidertransaktionen derzeit ohnehin untersagt, größere Überraschungen von dieser Seite sind also nicht zu erwarten.
Die Markterwartungen sind klar umrissen: Für Q4 rechnen Analysten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 0,17 US-Dollar, nach 0,19 US-Dollar im Vorjahresquartal. Für das Gesamtjahr 2026 wird hingegen ein EPS von 0,39 US-Dollar prognostiziert – rund 28 % über der für 2025 erwarteten Marke von 0,30 US-Dollar. In Kombination mit einer Marktkapitalisierung von etwa 36,6 Mrd. US-Dollar, einem KGV von 35,4, einer Dividendenrendite von 2,47 % und einer moderaten Verschuldung (Debt-to-Equity 0,12) dürften die anstehenden Zahlen entscheidend dafür sein, ob Nokia den Anspruch als verlässlicher Profiteur des KI- und Cloud-Booms mit harten Ergebnissen untermauert.
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