Evotec hat gestern ein umfassendes Restrukturierungsprogramm vorgestellt – und die Reaktion der Anleger fiel eindeutig aus. Die Aktie verlor daraufhin rund 15 Prozent und markiert heute mit 4,51 Euro ein neues 52-Wochen-Tief. Der Kurs liegt damit fast 46 Prozent unter dem Jahreshoch von 8,32 Euro aus dem Mai 2025.

Das Horizon-Programm im Detail

Das neue Programm trägt den Namen „Horizon" und sieht eine tiefgreifende Neuausrichtung vor. Evotec will seinen globalen Standortfußabdruck auf zehn Standorte reduzieren und bis zu 800 Stellen streichen – umzusetzen innerhalb der nächsten zwei Jahre. Die Organisationsstruktur soll auf drei Säulen vereinfacht werden: Operations, Science und Commercial Execution.

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Die erhofften Einsparungen sind substanziell: Bis Ende 2027 peilt das Unternehmen jährliche Kosteneinsparungen von rund 75 Millionen Euro an. Die Restrukturierungskosten selbst belaufen sich auf etwa 100 Millionen Euro im Zeitraum 2026 bis 2028.

Ausblick enttäuscht – 2026 wird schwierig

Die vorläufigen Zahlen für 2025 lagen mit Gruppenerlösen von rund 788 Millionen Euro und einem bereinigten EBITDA von etwa 41 Millionen Euro im Rahmen der eigenen Prognose. Besonders die Sparte Just – Evotec Biologics lieferte mit einem Umsatzwachstum von rund 40 Prozent einen starken Beitrag.

Doch der Ausblick auf 2026 trübte die Stimmung erheblich. Evotec prognostiziert Gruppenerlöse von nur noch 700 bis 780 Millionen Euro – ein deutlicher Rückgang gegenüber dem Vorjahr. Das bereinigte EBITDA soll zwischen 0 und 40 Millionen Euro liegen. Selbst der obere Rand dieser Spanne liegt nach Einschätzung von Marktteilnehmern klar unter dem Konsens. RBC-Analyst Charles Weston kommentierte, er könne das schwache operative Ergebnisziel für 2026 zunächst nicht einordnen – auch wenn sich an den mittelfristigen Ambitionen auf den ersten Blick wenig geändert habe.

Das Unternehmen bezeichnet 2026 selbst als „Übergangsjahr" – ein Eingeständnis, das Anleger offenbar nicht beruhigt hat.

Mittelfristige Ziele als Anker

Für den Zeitraum bis 2030 skizziert Evotec ein ambitionierteres Bild: Gruppenerlöse von über einer Milliarde Euro, ein jährliches Umsatzwachstum von 8 bis 12 Prozent sowie eine bereinigte EBITDA-Marge von 20 Prozent bis 2028. Ob diese Ziele erreichbar sind, hängt davon ab, ob die Standortkonsolidierung ohne Störung laufender Kundenprogramme gelingt und ob der Schwenk hin zu margenstarken, technologiegetriebenen Umsätzen wie geplant vollzogen werden kann.

Der Hintergrund macht die Aufgabe nicht leichter: Delisting-Schock, Managementwechsel, ein Cyberangriff und buchhalterische Probleme haben das Anlegervertrauen in den vergangenen Jahren erheblich belastet. Der Verkauf einer Anlage in Toulouse für 350 Millionen Euro hat die Liquiditätssituation zwar verbessert – strukturell bleibt die Lage aber angespannt.

Am 1. April 2026 legt Evotec seinen Jahresbericht vor. Dieser wird zeigen, ob die kommunizierten Transformationsziele durch belastbare Zahlen gedeckt sind – und ob das Unternehmen das beschädigte Vertrauen der Märkte schrittweise zurückgewinnen kann.

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