Ein Führungswechsel an der Spitze von Newmont fällt in eine Phase außergewöhnlicher Stärke. Während der Goldpreis auf Rekordniveau notiert, arbeitet der Konzern seine Mega-Übernahme von Newcrest ab und feilt an Kosten und Portfolio. Entscheidend wird nun, ob die neue Chefin Natascha Viljoen die enorme Größe in klar steigende Margen übersetzen kann.

Neue CEO, neue Schwerpunkte

Zum 1. Januar 2026 hat Natascha Viljoen offiziell den Posten als CEO übernommen. Sie ist die erste Frau an der Spitze des Unternehmens und folgt auf Tom Palmer, der Newmont seit 2019 geführt hat. Palmer bleibt noch bis Ende März 2026 als Strategic Advisor an Bord, um einen geordneten Übergang sicherzustellen.

Palmer prägte Newmont vor allem durch große Übernahmen, allen voran den Kauf von Newcrest Mining im Jahr 2023 für 17 Milliarden US-Dollar. Unter Viljoen dürfte der Fokus sich verschieben: weg von großen Deals, hin zu operativer Exzellenz und striktem Kostenmanagement.

Viljoen bringt mehr als 30 Jahre Minenerfahrung mit. Seit 2023 war sie als President und COO maßgeblich für die Integration der übernommenen Assets sowie die Optimierung des Portfolios verantwortlich. Ihre Beförderung signalisiert damit Kontinuität beim Abbau von Ineffizienzen und bei der Verwertung der nun deutlich breiteren Asset-Basis.

Kursentwicklung: Rückenwind vom Goldpreis

Die Aktie profitiert deutlich vom starken Umfeld für Gold. Am Freitag schloss der Titel bei 108,99 US‑Dollar, nur minimal unter dem frischen 52‑Wochen-Hoch von 109,20 US‑Dollar, das Anfang Januar erreicht wurde. Auf Sicht von zwölf Monaten steht ein Plus von rund 185 Prozent – ein Hinweis darauf, wie stark Newmont vom Goldpreis und der verbesserten operativen Performance profitiert hat.

Kurzfristig wirkt die Aktie technisch überhitzt: Der Kurs liegt mehr als ein Viertel über dem 50‑Tage-Durchschnitt und über 60 Prozent über der 200‑Tage-Linie. Gleichzeitig signalisiert ein RSI von 35,6, dass die Rally zuletzt eine Atempause eingelegt hat – trotz weiterhin hoher, annualisierter 30‑Tage-Volatilität von gut 62 Prozent.

Fundamentaldaten: Hohe Margen, starker Cashflow

Die jüngsten Quartalszahlen unterstreichen die starke Verfassung des Konzerns. Im dritten Quartal 2025 legte Newmont deutlich besser vor als erwartet:

  • Gewinn je Aktie: 1,71 US‑Dollar (Konsens: 1,27 US‑Dollar; rund 35 % über Erwartung)
  • Umsatz: 5,52 Milliarden US‑Dollar, plus 20 % gegenüber Vorjahr
  • Nettomarge: 33,42 %
  • Free Cashflow: 1,6 Milliarden US‑Dollar – zum vierten Quartal in Folge über 1 Milliarde US‑Dollar

Diese Kennzahlen stützen die aktuelle Bewertung. Newmont kommt auf eine Marktkapitalisierung von rund 117 Milliarden US‑Dollar, ein KGV von 16,6 und eine vergleichsweise niedrige Verschuldung mit einem Debt-to-Equity-Verhältnis von 0,17. Die Quartalsdividende liegt derzeit bei 0,25 US‑Dollar pro Aktie, was einer Rendite von knapp 0,9 % entspricht – die Story wird also klar von Wachstum und Cashflow, nicht von hoher Ausschüttung, getragen.

Für 2026 taxieren Analysten das erwartete KGV auf 14,1, basierend auf einer geschätzten EPS von 4,65 US‑Dollar. Das impliziert weiteres Gewinnwachstum, selbst wenn der Goldpreis auf hohem Niveau „nur“ stabil bleiben sollte.

Analysten: Überwiegend optimistisch

Das Sentiment der Analysten bleibt klar positiv. Laut MarketBeat decken 22 Analysten die Aktie mit einem Konsensrating „Buy“. Die Aufteilung:

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  • 5x „Strong Buy“
  • 13x „Buy“
  • 4x „Hold“

Mehrere Häuser haben ihre Kursziele in den vergangenen Monaten nach oben angepasst:

  • Bank of America: Anhebung auf 115 US‑Dollar (Oktober 2025)
  • National Bankshares: Ziel auf 120 US‑Dollar erhöht (Dezember 2025)
  • Goldman Sachs: Kursziel 104,30 US‑Dollar, Rating „Buy“
  • CIBC World Markets: Hochstufung auf „Strong Buy“ (Oktober 2025)

Der durchschnittliche Zielwert liegt aktuell bei 97,08 US‑Dollar und damit noch unter dem jüngsten Kursniveau. Das deutet weniger auf fundamentale Skepsis hin als auf Nachlauf in den Modellen: Einige Häuser dürften ihre Einschätzungen nach der starken Rally erst noch anpassen.

Strategie unter Viljoen: Kosten, Portfolio, Kapital

Mit der neuen CEO rücken drei operative Felder in den Fokus:

1. Kostenstruktur im Blick

Newmonts All-in Sustaining Costs (AISC) liegen bei rund 1.630 US‑Dollar je Unze. Bei einem Goldpreis nahe 4.000 US‑Dollar sind die Margen damit komfortabel. Gleichzeitig ist klar: Um den Zyklus bestmöglich zu nutzen, muss die Kostenbasis weiter verteidigt oder sogar gesenkt werden. Jede dauerhafte Effizienzsteigerung wirkt sich direkt auf die hohe Nettomarge und den freien Cashflow aus.

2. Portfolio weiter schärfen

2025 hat Newmont ein groß angelegtes Desinvestitionsprogramm abgeschlossen. Statt der ursprünglich angepeilten 2 Milliarden wurden rund 5 Milliarden US‑Dollar durch Assetverkäufe erlöst. Dazu gehörten unter anderem die Veräußerung der Akyem-Mine in Ghana und der Musselwhite-Mine in Kanada.

Damit ist das Portfolio heute fokussierter und kapitalintensivere oder weniger rentable Minen sind weitgehend abgestoßen. Für Viljoen bedeutet das: Der Ballast ist reduziert, nun geht es darum, die verbleibenden, qualitativ besseren Assets maximal effizient zu betreiben.

3. Kapitalallokation und mögliche Rückkäufe

Mit Abschluss der Verkäufe sitzt Newmont auf einer starken Bilanz und solider Liquidität. Analysten rechnen daher mit möglichen Aktienrückkaufprogrammen in der ersten Jahreshälfte 2026. Solche Maßnahmen wären ein Signal, dass das Management den eigenen Titel auf dem aktuellen Bewertungsniveau weiterhin für attraktiv hält und überschüssiges Kapital verstärkt an die Aktionäre zurückgeben will.

Mögliche M&A-Perspektiven

Obwohl die Phase großer Übernahmen vorerst beendet scheint, bleibt M&A ein strategischer Hebel. Berichte aus Oktober 2025 legen nahe, dass Newmont mögliche Strukturen prüft, um mehr Kontrolle über das Nevada Gold Mines Joint Venture von Barrick Mining zu gewinnen.

Konkrete Schritte oder Angebote gibt es bislang nicht. Sollte Newmont hier aktiv werden, wäre dies ein bedeutender Schritt in einem der wertvollsten Gold-Assets der Welt – und zugleich ein erstes großes strategisches Ausrufezeichen der neuen CEO.

Ausblick: Quartalszahlen als erster Härtetest

Der nächste wichtige Termin ist der Q4‑2025-Bericht, der Ende Februar 2026 erwartet wird. Dann legt Newmont erstmals ein komplettes Quartal vor, das in die Amtszeit von Viljoen fällt – und liefert damit die erste Belastungsprobe für die neue Führungsriege.

Für 2025 peilt das Unternehmen eine Goldproduktion von rund 5,9 Millionen Unzen aus dem Kerngeschäft an. Der weiterhin über 4.000 US‑Dollar liegende Goldpreis, gestützt durch Zentralbankkäufe und geopolitische Spannungen, schafft ein sehr freundliches Umfeld für die Ergebnissentwicklung.

Kurzfristig wird es darauf ankommen, ob Newmont die Kombination aus hoher Produktion, strikter Kostendisziplin und fokussiertem Portfolio in weiter steigende Margen und stabilen Cashflow übersetzen kann – genau jene Aufgabe, die den Abschluss der Ära Palmer prägte und nun zum Maßstab für die Amtszeit von Natascha Viljoen wird.

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