Der Streaming-Gigant drängt weiter ins Live-Sport-Geschäft und plant offenbar, sein Paket an NFL-Spielen zu verdoppeln. Dieser kostenintensive Schritt fällt in eine Zeit, in der das Unternehmen gerade erst die Abopreise in Nordamerika spürbar angehoben hat. Während Analysten die finanziellen Auswirkungen der höheren Gebühren loben, werfen vergangene Quoten-Enttäuschungen beim Football Fragen zur Rentabilität der Sportstrategie auf.

Mehr Spiele, mehr Risiko

Aktuellen Berichten zufolge verhandelt das Management darüber, das bestehende Rechtepaket der National Football League von zwei auf vier Partien aufzustocken. Im Gespräch sind ein Spiel am Abend vor Thanksgiving sowie eine internationale Begegnung zum Saisonauftakt. Bislang zahlt Netflix für seine Weihnachtsspiele rund 75 Millionen US-Dollar pro Übertragung.

Allerdings birgt die Expansion finanzielle Risiken. Erst kürzlich sickerte durch, dass die Zuschauerzahlen der vergangenen Weihnachtsspiele 18 Prozent unter den garantierten Werten lagen. Infolgedessen musste der Streamingdienst Werbekunden finanziell entschädigen. Ein Selbstläufer wird der Ausbau ohnehin nicht, da auch Amazon und YouTube um die frei werdenden Übertragungsrechte buhlen. Die Liga zeigt sich offen dafür, das Paket auf mehrere Anbieter aufzuteilen.

Preiserhöhung stützt die Bilanz

Parallel zu den teuren Sport-Ambitionen bittet Netflix seine Nutzer stärker zur Kasse. Vergangene Woche hob das Unternehmen die Preise in den USA und Kanada um durchschnittlich zehn Prozent an. Besonders das werbeunterstützte Abonnement verteuerte sich mit einem Aufschlag von 13 Prozent deutlich.

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Auf der Einnahmenseite dürfte sich dieser Schritt massiv auszahlen. Schätzungen zufolge spült die Preisanpassung zusätzliche 1,7 Milliarden US-Dollar in die Kassen. Analysten gehen davon aus, dass Netflix damit seine eigene Prognose eines Umsatzwachstums von 12 bis 14 Prozent für das laufende Jahr übertreffen wird. Das Nordamerika-Geschäft macht aktuell mehr als 40 Prozent der gesamten Konzernerlöse aus.

Geteilte Meinungen an der Wall Street

Trotz der positiven Umsatzaussichten bewerten Experten die kurzfristige Entwicklung der Aktie, die zuletzt bei rund 93 US-Dollar notierte, unterschiedlich. Während die Empfehlungsalgorithmen und die globale Reichweite als klare strukturelle Vorteile gelten, fehlt einigen Beobachtern der unmittelbare Kurstreiber. Die jüngsten Analysten-Einschätzungen spiegeln diese Uneinigkeit wider:

  • Oppenheimer: Bestätigt "Outperform" und hebt das Kursziel von 125 auf 135 US-Dollar an.
  • Citigroup: Nimmt die Bewertung mit "Buy" und einem Ziel von 115 US-Dollar wieder auf.
  • Citizens: Startet die Einstufung neutral mit "Market Perform" und wartet auf einen besseren Einstiegszeitpunkt.

Eine Entscheidung über die zukünftige Sportausrichtung steht unmittelbar bevor. Die NFL drängt darauf, alle neuen Übertragungsverträge noch vor dem Saisonstart im September abzuschließen. Diese langfristigen Vereinbarungen sollen bis in die Jahre 2033 oder 2034 laufen. Mit einem prognostizierten freien Cashflow von rund 11 Milliarden US-Dollar und einer angestrebten operativen Marge von 31,5 Prozent für 2026 verfügt Netflix über das nötige Kapital, um sich im Bieterwettstreit gegen die Tech-Konkurrenz zu behaupten.

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