Netflix geht angeschlagen in die Zahlen für das vierte Quartal 2025. Die Aktie hat vier Monate in Folge verloren, ist ins neue Jahr mit einem Minus von rund 6 % gestartet und notiert derzeit bei etwa 88 US-Dollar. Im Mittelpunkt steht die Unsicherheit um das 82,7-Milliarden-Dollar-Gebot für die Streaming- und Studio-Sparte von Warner Bros Discovery.

Warner-Bros-Deal und Konkurrenz durch Paramount

Netflix konkurriert in der Übernahmeschlacht mit Paramount Skydance. Paramount hat ein konkurrierendes Angebot über 108,4 Milliarden US-Dollar für den gesamten Konzern Warner Bros Discovery vorgelegt. Der entscheidende Unterschied: Dieses Angebot umfasst auch die Kabelsender, die Netflix ausdrücklich nicht übernehmen möchte.

Um seine Position zu stärken, plant Netflix dem Vernehmen nach, das ursprüngliche Bar- und Aktiengebot in ein reines Barangebot umzuwandeln. Ein erfolgreicher Abschluss würde dem Konzern Zugang zu einer außergewöhnlich breiten Inhaltsbibliothek verschaffen, darunter:

  • „Friends“
  • „Game of Thrones“
  • „Harry Potter“
  • die Streaming-Plattform HBO Max

Gemeinsam kämen die Angebote von Netflix und Warner Bros auf rund 428 Millionen zahlende Abonnenten weltweit, was Netflix zum mit Abstand größten globalen Streaminganbieter machen würde.

Analysten senken Kursziele

Die Deal-Unsicherheit hat eine Welle an Kurszielkürzungen ausgelöst. KeyBanc Capital Markets senkte das Kursziel von 139 auf 110 US-Dollar, bleibt aber bei der Einstufung „Overweight“. Insgesamt hat seit der Ankündigung der Transaktion am 5. Dezember 2025 knapp ein Drittel der beobachtenden Analysten ihre Kursziele reduziert.

Zu den jüngsten Einschätzungen zählen:

  • KeyBanc: Kursziel 110 US-Dollar, Overweight
  • TD Cowen: Kursziel 115 US-Dollar, Kaufempfehlung
  • Wedbush: Kursziel 115 US-Dollar
  • HSBC: Kursziel 107 US-Dollar, Kaufempfehlung (neu gestartet)
  • Rosenblatt: Kursziel 105 US-Dollar
  • CFRA: Kursziel 100 US-Dollar

Zum Vergleich: Die Aktie wird derzeit mit einem KGV von rund 36,8 bewertet, deutlich unter den Hochs vom Sommer 2025, als der Kurs über 134 US-Dollar lag.

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Q4-Ausblick: Starke Inhalte, solide Entwicklung

Operativ zeigt Netflix trotz schwacher Kursentwicklung weiterhin robuste Zahlen. Analysten erwarten für das vierte Quartal 2025 Erlöse von rund 11,97 Milliarden US-Dollar. Das entspräche einem Umsatzwachstum von 16,82 % im Jahresvergleich und wäre das stärkste Plus in einem Weihnachtsquartal seit 2020.

Wichtige Treiber im Quartal sind:

  • die finale Staffel von „Stranger Things“
  • der neueste „Knives Out“-Film
  • NFL-Spiele am ersten Weihnachtsfeiertag (unter anderem Detroit Lions vs. Minnesota Vikings mit Streaming-Rekorden)
  • erweiterte WWE-Rechte inklusive historischer Inhalte

Visible Alpha rechnet mit einem Nettozuwachs von etwa 10 Millionen Abonnenten im Quartal, womit die Gesamtzahl auf über 327 Millionen Nutzer steigen würde.

Neue Sony-Partnerschaft stärkt Pipeline

Zusätzlichen Rückenwind für das Content-Angebot bringt eine globale Pay-1-Lizenzvereinbarung mit Sony Pictures Entertainment, die Netflix am 15. Januar 2026 bekanntgegeben hat. Im Rahmen dieser erstmaligen weltweiten Vereinbarung werden Sony-Spielfilme nach Kinoauswertung und Home-Entertainment-Fenster exklusiv bei Netflix laufen.

Zu den geplanten Titeln unter diesem Deal gehören unter anderem:

  • die Live-Action-Adaption von „The Legend of Zelda“
  • „Spider-Man: Beyond the Spider-Verse“
  • die Beatles-Filmreihe von Regisseur Sam Mendes

Regulatorische Hürden für Warner-Bros-Übernahme

Die geplante Übernahme von Warner Bros trifft in den USA und Europa auf erhebliche regulatorische Hürden. Netflix argumentiert, man konkurriere vor allem mit YouTube, dem meistgesehenen TV-Distributionskanal in den USA. Aufsichtsbehörden könnten diese Sichtweise kritisch sehen, da Netflix im klassischen Streaminggeschäft bereits eine führende Position innehat.

Der werbefinanzierte Tarif von Netflix erreicht inzwischen über 190 Millionen monatlich aktive Zuschauer und unterstreicht die zunehmende Bedeutung des Werbegeschäfts. Die zentrale Herausforderung bleibt jedoch, diese Reichweite stärker zu monetarisieren. Analysten rechnen für die Prognose 2026 mit einem Umsatzwachstum von etwa 13 %.

Technische Lage: Wichtige Unterstützungszone

Aus technischer Sicht bewegt sich die Netflix-Aktie aktuell in einer Unterstützungszone zwischen 83,65 und 92,45 US-Dollar, von der der Kurs in der Vergangenheit mehrfach nach oben gedreht hat. Historische Daten zeigen, dass nach Berührung dieser Zone im Durchschnitt maximale Kursgewinne von 30,2 % erzielt wurden.

Der Relative-Stärke-Index signalisiert derzeit überverkaufte Bedingungen. Ein technischer Rebound wäre daher möglich, dürfte aber entscheidend davon abhängen, ob von den Quartalszahlen oder der weiteren Entwicklung im Warner-Bros-Deal konkrete positive Impulse ausgehen.

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