Netflix rückt heute in den Mittelpunkt der Streaming-Branche: Der Verwaltungsrat von Warner Bros. Discovery (WBD) hat ein höheres, feindliches Barangebot von Paramount abgelehnt und den bestehenden Übernahmevertrag mit Netflix ausdrücklich bestätigt. An der Börse sorgt das eher für Zurückhaltung – die Aktie notiert im Tagesverlauf leicht im Minus bei 90,22 US-Dollar (-0,56 %).

Paramount kontra Netflix

Am Morgen gab WBD bekannt, dass der Verwaltungsrat das aufgestockte Übernahmeangebot von Paramount Skydance über 108 Milliarden US-Dollar einstimmig zurückweist. Paramount hatte 30 US-Dollar je WBD-Aktie in bar geboten und lag damit nominal über dem von Netflix implizierten Gebot von rund 27,75 US-Dollar pro Aktie.

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Der WBD-Verwaltungsrat bezeichnete das Paramount-Angebot in seiner Begründung als „illusorisch“ und finanziell riskant. Hintergrund: Die Offerte ist als stark fremdfinanzierter Buyout strukturiert, der 87 Milliarden US-Dollar an Schulden umfassen würde. Aus Sicht von WBD sind die Ausführungsrisiken nicht tragbar, weshalb die Empfehlung klar zugunsten des Netflix-Deals ausfällt.

Die Vereinbarung mit Netflix hat ein Volumen von etwa 83 Milliarden US-Dollar und zielt auf die Übernahme der Studio- und Streaming-Aktivitäten von WBD ab. Paramount konterte umgehend mit einer eigenen Mitteilung und betonte, das reine Barangebot sei dem Mix aus Bargeld und Aktien von Netflix weiterhin überlegen. Auf Basis aktueller Kurse beziffert Paramount den Wert des Netflix-Gebots auf 27,42 US-Dollar je WBD-Aktie.

Parallel zu der Übernahmeschlacht bekräftigte die Investmentbank Jefferies am 8. Januar ihre positive Einschätzung für Netflix. Analyst James Heaney bestätigte das Rating „Buy“ und ein Kursziel von 134 US-Dollar – ein deutliches Aufwärtspotenzial zum aktuellen Niveau. Zwar verweist er darauf, dass der Mega-Deal Fragen zum organischen Wachstum aufwirft und den Ausblick für 2026 „unklar“ macht. Insgesamt sieht Heaney das Chancen-Risiko-Profil der Aktie aber weiterhin als attraktiv an.

Marktreaktion und Geschäftsstruktur

Die laufende Bieterschlacht trifft Netflix in einer sensiblen Phase, nur wenige Wochen vor der nächsten Quartalsbilanz. Die Aktie pendelt aktuell um die Marke von 90 US-Dollar, die sich nach dem 10:1-Aktiensplit vom 17. November 2025 etabliert hat.

Die verhaltene Kursreaktion auf die Unterstützung durch WBD – ein Rückgang von 0,56 % – signalisiert vor allem Vorsicht der Anleger. Die Übernahme von Warner Bros. Discovery könnte die Marktstellung von Netflix im Streaming nachhaltig stärken, bringt aber nennenswerte Integrationskosten und regulatorische Risiken mit sich, die kurzfristig auf den Margen lasten dürften.

Operativ zeigt sich das Geschäft jedoch robust. Nach jüngsten Angaben entfallen in den verfügbaren Märkten inzwischen 55 % der neuen Abonnenten auf das werbefinanzierte Abo-Modell, die Werbeerlöse haben sich 2024 verdoppelt. Historisch ist der Januar ein starker Monat für die Aktie: In 71 % der letzten 20 Jahre schloss Netflix den Monat im Plus. Der geplante WBD-Deal überlagert derzeit allerdings diese saisonalen Muster.

Ausblick: Zahlen, Regulierung, Kursmarken

Der nächste wichtige Termin ist der 20. Januar, wenn Netflix die Zahlen zum vierten Quartal vorlegt. Die Analystenerwartungen bleiben überwiegend positiv: 36 Experten stufen die Aktie mit „Buy“ ein, das durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 130 US-Dollar.

Im Mittelpunkt steht neben den Ergebnissen der weitere Zeitplan für die WBD-Übernahme. Der Abschluss wird in einem Zeitraum von 12 bis 18 Monaten erwartet und steht unter dem Vorbehalt umfangreicher kartellrechtlicher Prüfungen, insbesondere zur Marktkonzentration im Streaming-Sektor. Mit der klaren Positionierung des WBD-Verwaltungsrats zugunsten von Netflix ist die unmittelbare Störgefahr durch Paramount zwar gesunken, offen ist jedoch weiterhin die noch ausstehende Zustimmung der Aktionäre. Aus technischer Sicht gelten Kursregionen um 95 US-Dollar als Widerstand, während der Bereich um 89 US-Dollar von Analysten als längerfristige Unterstützungszone gesehen wird.

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