Nel ASA Aktie: Weichenstellung 2026
Nel ASA steuert auf einen der wichtigsten Abschnitte seiner jüngeren Geschichte zu. Der norwegische Elektrolyseur-Hersteller hat 2025 mit einem tiefen Umsatzeinbruch und milliardenschweren Abschreibungen abgeschlossen — und gleichzeitig das stärkste Auftragsquartal seiner Geschichte verbucht. Dieser Widerspruch ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer laufenden Strategiewende.
Umsatz bricht ein, Aufträge explodieren
Das Geschäftsjahr 2025 war geprägt von zwei gegensätzlichen Entwicklungen. Der Umsatz fiel um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK — ein Rückgang, den Nel auf die unregelmäßigen Lieferrhythmen großer Elektrolyseur-Projekte zurückführt. Hinzu kamen Abschreibungen von insgesamt 799 Millionen NOK, die vor allem ältere Produktionsanlagen für alkalische Elektrolyse sowie Firmenwerte betrafen. Diese Wertberichtigungen spiegeln den bewussten Abschied von der ersten Technologiegeneration wider.
Das Auftragsbild erzählt eine andere Geschichte. Im vierten Quartal schnellte der Auftragseingang um 364 Prozent auf 686 Millionen NOK nach oben. Treiber war vor allem die PEM-Sparte, auf die 93 Prozent der neuen Aufträge entfielen. Darunter fällt auch ein 40-Megawatt-PEM-Elektrolyseur-Auftrag von HYDS für zwei norwegische Standorte — nach Unternehmensangaben der größte PEM-Vertrag in der Geschichte des Unternehmens nach Kapazität. Der Auftragsbestand kletterte bis Jahresende auf 1,319 Milliarden NOK, ein Plus von 34 Prozent gegenüber dem dritten Quartal.
Samsung E&A als strategischer Anker
Eine zentrale Rolle spielt die Partnerschaft mit Samsung E&A. Der koreanische Ingenieurkonzern erwarb im März 2025 einen Anteil von 9,1 Prozent an Nel für rund 33 Millionen US-Dollar und wurde damit größter Einzelaktionär. Gleichzeitig wurde Nel zum bevorzugten globalen Wasserstoffpartner von Samsung E&A ernannt. Das Kooperationsabkommen erlaubt es Samsung E&A, seinen Kunden schlüsselfertige Wasserstoffanlagen auf Basis von Nels Elektrolyseuren anzubieten — ein struktureller Hebel, der den Auftragsfluss langfristig stützen soll.
Neue Technologie, neues Kapitel
Das strategische Herzstück für 2026 ist die neue druckbeaufschlagte alkalische Elektrolyseur-Plattform. Nach sieben Jahren Entwicklung und erfolgreichem Prototypenbetrieb hat der Vorstand die finale Investitionsentscheidung für den Aufbau von bis zu 1 GW Produktionskapazität am Standort Herøya getroffen. Die neue Technologie soll den Platzbedarf um 80 Prozent reduzieren und die Investitionskosten um 40 bis 60 Prozent senken. Bis zu 135 Millionen Euro aus dem EU-Innovationsfonds sollen rund 60 Prozent der förderfähigen Kosten abdecken. Die Markteinführung ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, größere Auslieferungen sollen 2027 beginnen.
Die Liquiditätsreserven lagen zuletzt bei 1,617 Milliarden NOK — ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr, aber weiterhin solide, auch weil Nel die Belegschaft bereits um rund 15 Prozent reduziert hat.
Entscheidende Wochen stehen bevor
Die nächsten Monate bringen eine Reihe konkreter Wegmarken:
- 10. April 2026 — Hauptversammlung
- 22. April 2026 — Quartalsbericht Q1 2026
- H1 2026 — Geplante Markteinführung der neuen Plattform
- 15. Juli 2026 — Halbjahresbericht
Der Kurs liegt aktuell rund 29 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch vom März 2025 — der Markt wartet auf Beweise, dass der starke Auftragsbestand tatsächlich in Umsatz umgewandelt werden kann. Gelingt Nel die rechtzeitige Markteinführung der neuen Plattform und die Konvertierung des Backlogs, dürfte der Halbjahresbericht im Juli ein deutlich klareres Bild liefern.
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