Nel ASA Aktie: Strategischer Stresstest
Nel ASA startet mit Gegenwind ins neue Jahr. Der Kurs pendelt nahe historischer Tiefstände um 0,19 Euro (rund 2,30 NOK), während das Unternehmen gleichzeitig einen tiefgreifenden Technologieschwenk einleitet. Für Anleger ergibt sich daraus ein Spannungsfeld zwischen belasteten Kennzahlen und ambitionierten Ausbauplänen.
Deutlich schrumpfender Auftragsbestand
Am stärksten belastet derzeit der Einbruch im Auftragsbestand. Innerhalb eines Jahres ist das Orderbuch um 47 Prozent auf nur noch 984 Millionen NOK zurückgegangen. Damit sinkt die Planungssicherheit für die Umsätze der kommenden Quartale deutlich.
Der Markt reagiert mit Zurückhaltung. Die Bewertung bewegt sich im unteren Bereich der 52‑Wochen-Spanne von etwa 1,95 bis 3,61 NOK. Eingepreist wird vor allem das Risiko, dass Kostensenkungsprogramme allein nicht ausreichen, um die Ertragslage nachhaltig zu stabilisieren.
Zwar konnte Nel im dritten Quartal 2025 die operativen Verluste durch strikte Kostendisziplin reduzieren. Doch der Mangel an neuen Großaufträgen stellt den bisherigen Wachstumspfad infrage.
Ausbau in Herøya als Schlüsselprojekt
Trotz des skeptischen Umfelds treibt das Unternehmen seine Industrialisierungsstrategie konsequent voran. Im Mittelpunkt steht derzeit die Plattform „Next-Generation Pressurized Alkaline“ am Standort Herøya. Der Vorstand hat eine finale Investitionsentscheidung über rund 300 Millionen NOK zur Erweiterung der Produktionskapazität getroffen.
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Ziel ist es, Kostenvorteile in der Produktion von grünem Wasserstoff zu erreichen. Rückenwind erhält das Projekt durch mehrere Faktoren:
- EU-Förderung: Zusagen aus dem EU Innovation Fund von bis zu 135 Millionen Euro.
- Kapazitätsziele: Anlauf mit 1 GW Jahreskapazität, perspektivisch ausbaubar auf bis zu 4 GW.
- Technologieshift: Einführung eines modularen Containerkonzepts, das kostenintensive Fabrikneubauten überflüssig machen soll.
Mit dieser Kombination aus Skalierung und Technologiewechsel setzt Nel auf einen klaren industriellen Ansatz, der die Stückkosten senken und die Wettbewerbsfähigkeit erhöhen soll.
Lücke zwischen Vision und Realität
Die Diskrepanz zwischen langfristiger Industrievision und kurzfristiger Finanzlage wird jedoch größer. Zwar verspricht die neue Technologie höhere Effizienz und niedrigere „Levelized Cost of Hydrogen“ (LCOH). An der Börse stehen aktuell aber vor allem Liquidität und Auftragseingang im Vordergrund. Vor diesem Hintergrund wirkt der Ausbau in Herøya wie ein konsequenter, aber risikobehafteter Schritt nach vorn.
Der kommerzielle Start der neuen Plattform ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant. Bis aus den zusätzlichen Kapazitäten belastbare Großaufträge hervorgehen, bleibt die Aktie in einer defensiven Ausgangsposition. 2026 wird damit zum entscheidenden Jahr, in dem sich zeigen soll, ob Nel ASA den Übergang von einem stark geförderten Entwicklungsunternehmen zu einem profitablen Industrieanbieter schafft.
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