Die norwegische Nel ASA präsentierte am Freitag eine Bilanz der Extreme, die Anleger vor ein Rätsel stellt: Ein historischer Quartalsverlust und sinkende Umsätze stehen einer explosionsartigen Wiederbelebung der Nachfrage gegenüber. Signalisiert der massive Auftragseingang die lang ersehnte Wende oder drücken die milliardenschweren Abschreibungen die Aktie weiter in die Tiefe?

Einbruch bei Umsatz und Ergebnis

Die reinen Finanzkennzahlen für das vierte Quartal 2025 lesen sich zunächst ernüchternd. Der Umsatz sank im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 330 Millionen NOK. Unter dem Strich verzeichnete das Unternehmen einen Nettoverlust von 870 Millionen NOK. Auch auf Jahressicht fiel der Umsatz um 31 Prozent auf 963 Millionen NOK, während sich der Fehlbetrag auf 1,265 Milliarden NOK ausweitete.

Verantwortlich für das tiefrote Ergebnis im Schlussquartal waren primär massive Sonderabschreibungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Diese nicht zahlungswirksamen Wertberichtigungen belasten das buchhalterische Ergebnis erheblich, spiegeln jedoch eine bewusste strategische Entscheidung wider.

Radikaler Strategiewechsel

Hinter den hohen Verlusten steckt ein technologischer Umbruch. Nel verabschiedet sich von der älteren atmosphärischen Alkali-Technologie und setzt künftig voll auf die nächste Generation der druckbeaufschlagten Alkali-Elektrolyseure.

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Die Abschreibungen betreffen Produktionsanlagen und immaterielle Vermögenswerte der alten Technologie, die nun nicht mehr zum Kernfokus gehören. Das Unternehmen konzentriert sich auf die Industrialisierung der neuen Plattform am Standort Herøya. Dieses Projekt wird durch den EU-Innovationsfonds mit bis zu 135 Millionen Euro gefördert und zielt auf eine jährliche Produktionskapazität von bis zu 4 GW ab. Der kommerzielle Start der neuen Systeme ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant.

Auftragsbücher füllen sich wieder

Während die Altlasten die Bilanz drücken, deutet die Auftragslage auf eine massive Belebung des Geschäfts hin. Der Auftragseingang im vierten Quartal schoss um beeindruckende 364 Prozent auf 686 Millionen NOK nach oben.

Treibende Kräfte waren Partnerschaften mit Samsung E&A sowie Aufträge von HYDS und Collins Aerospace. Dies ließ den Auftragsbestand gegenüber dem dritten Quartal um 34 Prozent auf 1,319 Milliarden NOK anwachsen. Trotz anhaltender Verzögerungen bei Wasserstoffprojekten weltweit scheint Nel damit einen wichtigen Wendepunkt erreicht zu haben.

Ob der Auftragsboom eine nachhaltige Trendwende markiert, wird sich in den kommenden Monaten zeigen müssen, wenn die neuen Produktionslinien anlaufen. Konkrete Einblicke in die Umsetzung der Strategie erhalten Anleger spätestens bei der nächsten Quartalsmitteilung am 22. April 2026. Zuvor findet am 10. April die Jahreshauptversammlung statt.

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