Die Nel-ASA-Aktie notiert weiter nahe historischen Tiefstständen. Nach dem Absturz seit dem Hoch von 2021 steht das Papier für ein Jahr, in dem sich das Geschäftsmodell in den Augen vieler Analysten bewähren muss. Der Markt preist das Unternehmen inzwischen unter Buchwert und signalisiert damit deutliche Zweifel an den künftigen Ertragschancen.

  • Kurs um NOK 2,28, rund 93 % unter dem Hoch von 2021
  • Marktkapitalisierung etwa NOK 4,19 Mrd.
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis bei 0,87
  • Auftragsbestand um 47 % auf NOK 984 Mio. gesunken
  • 12-Monats-Performance etwa -19 %

Kurs nahe Jahrestief, Bewertung unter Buchwert

Die Aktie pendelt derzeit in einer Spanne zwischen NOK 2,23 und NOK 2,29 und liegt damit nur knapp über dem 52-Wochen-Tief von NOK 1,95. Die Marktkapitalisierung ist im Vergleich zum Höhepunkt der Wasserstoff-Euphorie 2021 deutlich geschrumpft.

Mit einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,87 wird Nel unter dem ausgewiesenen Eigenkapital bewertet. Das signalisiert, dass der Markt die bilanzierten Werte und die Ertragskraft künftig skeptisch einschätzt. Auch die 12-Monats-Performance von etwa -19 % unterstreicht den anhaltenden Druck auf den Titel.

Die Handelsaktivität liegt im Schnitt bei rund 4,1 Mio. Aktien pro Tag und bleibt damit solide, auch wenn sie das frühere Hype-Niveau nicht mehr erreicht.

Einbruch im Auftragsbestand und operative Einschnitte

Der Rückgang des Auftragsbestands um 47 % auf NOK 984 Mio. ist derzeit der zentrale Belastungsfaktor, insbesondere für institutionelle Investoren. Die deutlich gesunkene Visibilität bei den künftigen Umsätzen bremst die Bereitschaft größerer Marktteilnehmer, neue Positionen aufzubauen.

Hinzu kommen operative Gegenwinde. Im Januar 2025 hat Nel die Belegschaft um rund 20 % reduziert und die Produktion von atmosphärischen alkalischen Elektrolyseuren am Standort Herøya vorübergehend gestoppt. Zudem beginnt das Unternehmen, Ausrüstung aus Projekten zurückzuholen, bei denen Kunden mit Zahlungen in Verzug geraten sind. Diese Maßnahmen spiegeln den Druck auf das bestehende Projektportfolio wider.

Herøya als technologische Schlüsselwette

Im Dezember 2025 hat der Vorstand die finale Investitionsentscheidung zur Industrialisierung der Next-Generation Pressurized Alkaline Plattform in Herøya getroffen. Die Eckdaten des Projekts:

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  • Gesamtinvestition: rund NOK 300 Mio.
  • Anfangskapazität: 1 Gigawatt (GW)
  • EU-Innovationsfonds: Förderung von bis zu EUR 135 Mio.
  • Skalierungspotenzial: Erweiterung auf bis zu 4 GW
  • Kommerzieller Start: erste Jahreshälfte 2026
  • Industrielle Auslieferungen: ab 2027 erwartet

Die modulare, containerbasierte Plattform soll die Herstellkosten für Wasserstoff deutlich senken. Kurz nach der Ankündigung kam es zwar zu einer Kurserholung, diese blieb jedoch nur von kurzer Dauer. Der Markt scheint den langfristigen Potenzialen des Projekts bislang nur begrenzt Vertrauen zu schenken.

Analysten weiter zurückhaltend

Die Analystenstimmung zu Nel bleibt überwiegend vorsichtig. Die Einschätzungen reichen von „Underperform“ bis „Sell“, der durchschnittliche Zielkurs liegt in der Nähe von NOK 2,22 und damit kaum über dem aktuellen Kursniveau.

Auffällige ist die breite Spanne der Kursziele von NOK 1,20 bis NOK 4,20. Das macht die Unsicherheit hinsichtlich der weiteren Entwicklung des Wasserstoffmarktes und der Umsetzung der Nel-Strategie deutlich.

Konkrete Beispiele aktueller Einschätzungen:

  • Citi: „Neutral“ mit Kursziel NOK 2,70
  • Kepler Cheuvreux: „Reduce“ mit Kursziel NOK 1,90
  • Jefferies: „Hold“ mit Kursziel NOK 2,20

In Summe sprechen die Daten eher für ein abwartendes Bild der Sell-Side.

Lichtblicke im Projektgeschäft

Trotz des schwachen Umfelds meldet Nel auch positive Impulse. Im November 2025 erhielt das Unternehmen einen PEM-Elektrolyseur-Großauftrag von über 50 Mio. US-Dollar für die norwegischen Wasserstoffprojekte HyFuel und Kaupanes. Es handelt sich um den zweitgrößten Auftrag der Unternehmensgeschichte und zugleich den größten PEM-Kontrakt.

Zusätzlich hat Samsung E&A seine CompassH2-Wasserstoffanlage mit Nel-Alkalitechnologie in Betrieb genommen. Diese Kooperation kann weitere Vertriebsmöglichkeiten eröffnen, da Referenzprojekte im Wasserstoffsektor ein wichtiger Faktor für neue Ausschreibungen sind.

Entscheidende Quartale bis zum Q4-Bericht

Die kommenden Monate werden zeigen, in welchem Umfang das neue Herøya-Programm, die Projektpipeline und die Partnerschaften den Einbruch im Auftragsbestand kompensieren können. Einen umfassenden Zwischenstand liefert der Q4-2025-Bericht, den Nel am 26. Februar 2026 vorlegt – inklusive detaillierter Informationen zum Fortschritt der Industrialisierung und zur Entwicklung von Umsatz und Ergebnis.

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