Nel ASA Aktie: Die große Wette
Der norwegische Wasserstoff-Spezialist steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Während der Aktienkurs in der Nähe historischer Tiefststände notiert, gehen die Norweger in die Offensive und haben eine finale Investitionsentscheidung für ihre nächste Technologiegeneration getroffen. Nach Jahren der Entwicklung setzt das Unternehmen nun alles auf eine neue Produktionsplattform, um die Wirtschaftlichkeit von grünem Wasserstoff grundlegend zu verbessern.
Sieben Jahre Forschung münden in Produktion
Nel hat eine siebenjährige Entwicklungsphase abgeschlossen und den Startschuss für den Aufbau von bis zu 1 GW Produktionskapazität im Werk Herøya gegeben. Im Zentrum steht die "Next Generation Pressurized Alkaline"-Technologie. Dies markiert den bedeutendsten strategischen Schritt der jüngeren Vergangenheit.
Die neue Plattform soll durch ein modulares Design, das Außeninstallationen ohne teure Gebäudeinfrastruktur ermöglicht, die Kosten drücken. Prototypentests bestätigten laut Unternehmen eine marktführende Effizienz. Unterstützung kommt von der EU: Der Innovationsfonds hat Fördermittel von bis zu 135 Millionen Euro für die Industrialisierung zugesagt. Der kommerzielle Marktstart ist für die erste Jahreshälfte 2026 geplant, der Hochlauf der Serienfertigung soll 2027 folgen.
Finanzen und starke Partner
Ein Blick in die Bücher zeigt ein gemischtes Bild, das jedoch Lichtblicke bereithält. Zwar fiel der Umsatz im dritten Quartal 2025 auf 303 Millionen NOK (Vorjahr: 366 Millionen NOK), doch gelang es dem Management, den EBITDA-Verlust deutlich von -90 Millionen auf -37 Millionen NOK zu verringern.
Der entscheidende Vorteil gegenüber Konkurrenten wie Plug Power bleibt die solide Liquidität. Mit Barreserven von 1,76 Milliarden NOK per Ende September 2025 verfügt Nel über den nötigen finanziellen Spielraum für den Technologiewandel.
Zudem greifen strategische Partnerschaften. Samsung E&A, seit März 2025 Großaktionär, integriert Nels Alkali-Technologie in seine "CompassH2"-Lösung. Dies eröffnet potenziell massive Vertriebskanäle für zukünftige Projekte. Auch die Auftragsbücher füllten sich zuletzt: Im November sicherten sich die Norweger Aufträge für PEM-Elektrolyseure im Wert von über 50 Millionen US-Dollar.
Bewertung und Risiken
Trotz der strategischen Fortschritte bleibt die Situation an der Börse angespannt. Die Aktie verlor in den letzten zwölf Monaten rund 14 Prozent an Wert und bewegt sich aktuell am unteren Ende der 52-Wochen-Spanne von 1,95 bis 3,61 NOK.
Analysten sehen den fairen Wert im Durchschnitt bei 2,28 NOK, was dem aktuellen Niveau entspricht. Die breite Streuung der Kursziele von 1,20 bis 4,20 NOK verdeutlicht jedoch die hohe Unsicherheit im Sektor. Ein Belastungsfaktor könnte die Überprüfung der Buchwerte für zwei derzeit stillgelegte Produktionslinien in Herøya sein. Hier drohen Abschreibungen, da sich der Fokus nun voll auf die neue Druck-Alkali-Plattform verschiebt.
Am 26. Februar 2026 wird der nächste Quartalsbericht zeigen, ob sich der positive Trend bei den Auftragseingängen bestätigt. Der wichtigste Katalysator für eine Neubewertung der Aktie bleibt jedoch die erfolgreiche kommerzielle Einführung der neuen Technologieplattform in der ersten Jahreshälfte. Nur wenn Nel hier liefert und die versprochenen Effizienzgewinne in der Praxis beweist, kann sich das Papier gegen den anhaltenden Gegenwind im Industriesektor durchsetzen.
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