Aufträge im Wert von rund 46 Milliarden Dollar — und eine Marktkapitalisierung von nur 28 Milliarden Dollar. Diese Diskrepanz ist das zentrale Spannungsfeld bei Nebius Group. Am 29. April legt das Unternehmen seine Zahlen für das erste Quartal 2026 vor. Der Bericht wird zeigen, ob der rekordhohe Auftragsbestand tatsächlich in beschleunigendes Umsatzwachstum mündet.

Analysten bullish, Kurs unter Druck

Die Aktie notiert derzeit rund 35% unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 141,10 Dollar. Zehn Analysten vergeben im Schnitt ein "Strong Buy"-Rating mit einem Kursziel von 166,78 Dollar — ein impliziertes Aufwärtspotenzial von über 65%. DA Davidson und BWS Financial sehen sogar 200 Dollar als Ziel. Bank of America nennt 150 Dollar.

Der Rücksetzer erklärt sich weniger durch operative Schwäche als durch Bewertungsunsicherheit. Das Unternehmen wächst rasant — Q4-Umsatz von 228 Millionen Dollar bedeutete ein Plus von 547% gegenüber dem Vorjahr — doch der Weg zur Profitabilität bleibt lang. Das EBIT soll 2026 noch negativ bleiben, während Nebius massiv in Kapazitäten investiert.

Gigawatt-Ambitionen mit Milliardenfinanzierung

Der Ausbauplan ist ehrgeizig: Bis Ende 2026 will Nebius zwischen 800 Megawatt und 1 Gigawatt aktive Rechenzentrumskapazität in Betrieb nehmen. Langfristig — bis 2030 — soll die kontrahierte Kapazität auf über 5 Gigawatt steigen. Allein für 2026 sind Investitionen von 16 bis 20 Milliarden Dollar geplant.

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Zur Finanzierung hat Nebius eine Wandelanleihe über 4,33 Milliarden Dollar platziert und eine strategische Investition von Nvidia in Höhe von 2 Milliarden Dollar gesichert. Hinzu kommt die Genehmigung für einen neuen KI-Campus in Independence, Missouri — mit bis zu 1,2 Gigawatt Kapazität auf rund 160 Hektar.

Was der Q1-Bericht liefern muss

Für das Gesamtjahr 2026 peilt das Management einen Umsatz von 3,0 bis 3,4 Milliarden Dollar an, bei einer bereinigten EBITDA-Marge von rund 40%. Noch ambitionierter: Bis Jahresende soll die annualisierte Umsatzrate auf 7 bis 9 Milliarden Dollar steigen.

Citi-Analyst Tyler Radke beschreibt Nebius nicht als bloßen GPU-Vermieter, sondern als aufstrebenden KI-Hyperscaler mit vollständiger Infrastrukturarchitektur — von proprietärem Rechenzentrumsdesign bis zu Inferenz- und agentischen Diensten. Die Verträge mit Meta und Microsoft laufen, die Kapazitäten waren in Q3 und Q4 ausverkauft, und die Durchschnittspreise für längerfristige GPU-Deals stiegen um mehr als 50%.

Ob die Aktie ihren Rücksetzer aufholen kann, hängt am 29. April davon ab, ob Nebius im ersten Quartal die sequenzielle Umsatzbeschleunigung zeigt, die seine eigene Jahresprognose voraussetzt.

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