Mutares dreht zum Jahresauftakt 2026 an der ganz großen Transaktionsschraube. Mit der Übernahme des Engineering Thermoplastics-Geschäfts von SABIC stemmt die Beteiligungsgesellschaft den größten Deal ihrer Geschichte – und schafft gleich ein neues Segment. Entscheidend ist dabei nicht nur die Größenordnung, sondern die klare strategische Verschiebung in Richtung Spezialchemie und Nordamerika.

SABIC-Übernahme als Wendepunkt

Der Kauf des Engineering Thermoplastics-(ETP)-Geschäfts von SABIC markiert für Mutares einen strategischen Einschnitt. Das Zielunternehmen erwirtschaftet rund 2,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz, der Enterprise Value liegt bei 450 Millionen US-Dollar. Das Closing wird in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet.

Mit Abschluss der Transaktion entsteht bei Mutares das neue Segment „Chemicals & Materials“. Die Sparte umfasst Produktionsstandorte in Europa und Amerika und verankert das Geschäftsmodell erstmals sichtbar im Spezialchemie-Bereich. Damit erweitert Mutares sein bisher stark industrie- und dienstleistungsgeprägtes Portfolio um einen kapitalstarken, technologielastigen Block.

Die Dimension des Deals zeigt sich im Verhältnis zur bestehenden Größenordnung: Gemessen an der Umsatz-Guidance für 2025 von 6,5 bis 7,5 Milliarden Euro würde der Konzernumsatz durch SABIC ETP um rund 40 Prozent steigen – und damit einen deutlichen Sprung Richtung Langfristziel bedeuten.

Die wichtigsten Eckdaten des SABIC-Deals:

  • Enterprise Value: 450 Mio. US-Dollar
  • Jahresumsatz Target: ca. 2,5 Mrd. US-Dollar
  • Closing: voraussichtlich H2 2026
  • Neues Segment: „Chemicals & Materials“

Transaktionspipeline im Januar 2026

Der SABIC-Deal steht nicht isoliert, sondern eingebettet in einen sehr aktiven Jahresstart. Bereits im Januar 2026 meldete Mutares fünf Transaktionsupdates – sowohl auf der Verkaufs- als auch auf der Kaufseite.

Exits bringen frisches Kapital

Ein Baustein der Strategie bleibt der Verkauf entwickelter Beteiligungen. Mitte Januar wurde der Exit von LiBCycle an die Reverse Logistics Group abgeschlossen. Das Unternehmen, spezialisiert auf Logistiklösungen für Lithium-Ionen-Batterien, erzielte 2025 einen Umsatz von 4,1 Millionen Euro. Mutares hielt 51 Prozent und realisiert mit dem Verkauf einen vollständigen Portfoliobestandteil.

Hinzu kommt der angekündigte Verkauf von Kalzip an Tremco CPG. Kalzip, ein Anbieter von Aluminium-Dach- und Fassadensystemen mit rund 75 Millionen Euro Umsatz, soll im zweiten Quartal 2026 den Kaufpreiszufluss bringen. Diese Exits schaffen finanziellen Spielraum und dokumentieren die Wertrealisierung entlang des bekannten „Buy, Improve & Sell“-Ansatzes.

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Mutares?

Neue Zukäufe stärken Portfolio-Breite

Parallel baut Mutares die Portfoliobreite weiter aus. Neben SABIC ETP steht die Übernahme der E-Commerce-Plattformen Mimovrste und Mall.hr von der Allegro Group auf der Agenda. Das Geschäft mit rund 100 Millionen Euro Umsatz stärkt das Segment „Goods & Services“, das stärker auf handels- und verbrauchernahe Aktivitäten zielt. Das Closing ist für das erste Quartal 2026 vorgesehen.

Bereits vollzogen wurde Anfang Januar der Kauf von Greer Steel Co. in den USA, einem Hersteller von kaltgewalztem Bandstahl für die Automotive- und Industriebranche. Damit wächst die Präsenz im nordamerikanischen Industriemarkt – ein Thema, das im weiteren Jahresverlauf noch wichtiger werden dürfte.

Fokus auf Nordamerika und Investoren

Vor diesem Hintergrund wirkt das aktuelle Investorentempo in den USA folgerichtig. Vom 26. bis 30. Januar 2026 ist das Management auf Roadshow in Nordamerika unterwegs. Im Mittelpunkt stehen dabei:

  • der SABIC-ETP-Deal mit klarer US-Komponente
  • die jüngste Akquisition Greer Steel
  • die breiter werdende internationale Aufstellung

Die Roadshow zielt darauf ab, die Mutares-Story – wachsendes Umsatzvolumen, neue Segmente, steigende US-Präsenz – gegenüber institutionellen Investoren zu schärfen. Angesichts des Rekorddeals dürfte das Interesse an der künftigen Ertragskraft des erweiterten Portfolios hoch sein.

Kennzahlen, Wachstum und Kursbild

Operativ ist der Konzern bereits kräftig gewachsen. 2024 lag der Konzernumsatz bei 5,3 Milliarden Euro. Für 2025 stellt Mutares 6,5 bis 7,5 Milliarden Euro in Aussicht. Langfristig peilt das Management bis 2028 10 Milliarden Euro Konzernumsatz an. Die Holding selbst erwirtschaftete 2024 einen Nettogewinn von 108,3 Millionen Euro, auf dessen Basis eine Dividende von 2,00 Euro je Aktie beschlossen wurde. Für 2025 liegt die Ergebnis-Guidance der Holding bei 130 bis 160 Millionen Euro.

Zentrale Finanzziele im Überblick:

  • Konzernumsatz 2024: 5,3 Mrd. Euro
  • Umsatz-Guidance 2025: 6,5–7,5 Mrd. Euro
  • Langfristziel 2028: 10 Mrd. Euro Konzernumsatz
  • Nettoergebnis Holding 2024: 108,3 Mio. Euro
  • Dividende 2024: 2,00 Euro je Aktie
  • Nettoergebnis-Guidance Holding 2025: 130–160 Mio. Euro

An der Börse spiegelt sich die Kombination aus Wachstumsperspektive und Transaktionsdruck in einem moderat erhöhten Kursniveau wider. Der aktuelle Kurs liegt bei 33,30 Euro und damit leicht unter dem Schlusskurs vom Freitag (33,35 Euro). Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Anstieg von knapp 30 Prozent, seit Jahresbeginn steht ein Plus von gut 11 Prozent zu Buche.

Chartechnisch notiert die Aktie komfortabel über den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50 und 200 Tage (Abstand rund 9 Prozent). Im Vergleich zum 52‑Wochen-Hoch bei 46,00 Euro ergibt sich allerdings noch ein Abstand von deutlich über 25 Prozent. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 37,3 signalisiert derzeit kein überkauftes Niveau.

Analysten und Bewertung

Die Analystenseite honoriert den Expansionskurs. Im Schnitt wird ein Kursziel von 42,50 Euro ausgewiesen, die bekannte Spanne reicht von 37,00 bis 47,50 Euro. Cantor Fitzgerald bewertet den Titel mit „Overweight“ und einem Kursziel von 45,00 Euro. Damit liegen die Experten-Prognosen klar über dem aktuellen Kursbereich.

Vor diesem Hintergrund bleibt die Ausgangslage klar umrissen: Gelingt das Closing des SABIC-Deals wie geplant und werden die laufenden Portfolioanpassungen umgesetzt, könnte Mutares in den kommenden zwei Jahren einen deutlichen Sprung in Umsatzgröße, Segmentbreite und internationaler Wahrnehmung machen – die Basis, um mittelfristig näher an die avisierten 10 Milliarden Euro Konzernumsatz heranzurücken.

Mutares-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Mutares-Analyse vom 26. Januar liefert die Antwort:

Die neusten Mutares-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Mutares-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 26. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Mutares: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...