Die Münchener Beteiligungsgesellschaft Mutares meldet die größte Übernahme ihrer Geschichte – doch statt Euphorie herrscht Verunsicherung. Während der 2,3-Milliarden-Deal mit SABIC das Geschäftsvolumen nahezu verdoppeln soll, drückt die Insolvenz eines Autozulieferers auf die Stimmung. Die Aktie notiert bei 31,95 Euro und kämpft um Stabilisierung.

Die Eckdaten im Überblick:

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  • SABIC-Übernahme: 2,3 Mrd. EUR Umsatz, 2.900 Mitarbeiter
  • Kaufpreis: 450 Millionen USD Enterprise Value
  • Insolvenz: HPC Witten (60 Mio. EUR Jahresumsatz)
  • Aktuelles KGV: 6,9 (Basis: 4,79 EUR EPS-Konsens 2025)

Automotive-Altlast belastet

Die High Precision Components Witten GmbH, ein Hersteller von Scharnieren und Schließsystemen für die Autoindustrie, meldete am 9. Januar 2026 Insolvenz beim Amtsgericht Bochum. Das Unternehmen, das erst Ende 2023 ins Portfolio kam, erwirtschaftete zuletzt 60 Millionen Euro Jahresumsatz. Dr. Christian Holzmann wurde als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt.

Der Fall weckt Befürchtungen vor Abschreibungen und wirft die Frage auf, ob weitere Automotive-Beteiligungen unter Druck geraten könnten. Insbesondere die Schwestergesellschaften KICO und ISH stehen im Fokus der Beobachter.

SABIC-Deal verändert die DNA

Nur einen Tag vor der Insolvenz-Meldung hatte Mutares die Übernahme des "Engineering Thermoplastics"-Geschäfts (ETP) von SABIC verkündet. Die Dimension: Mit 2,3 Milliarden Euro Umsatz und 2.900 Mitarbeitern verdoppelt sich das Geschäftsvolumen der Gruppe nahezu auf einen Schlag.

Die Sparte bildet künftig das Herzstück eines neuen Segments "Chemicals & Materials" und markiert einen strategischen Schwenk. Mutares reduziert damit die Abhängigkeit vom schwächelnden Automotive-Sektor, der traditionell einen Großteil des Portfolios ausmacht. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Halbjahr 2026 erwartet.

Bewertung signalisiert Misstrauen

Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 6,9 handelt die Aktie deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Beteiligungsgesellschaften. Der Markt preist offenbar erhebliche Risiken ein: Weitere Portfolio-Ausfälle, Abschreibungen bei HPC Witten und mögliche Verzögerungen bei der SABIC-Integration.

Parallel gelang am 14. Januar der Verkauf der Logistiksparte LiBCycle an die Reverse Logistics Group – ein kleinerer, aber erfolgreicher Exit, der in der aktuellen Gemengelage kaum Beachtung findet.

Zwei Katalysatoren entscheiden

Die Höhe der Abschreibungen bei HPC Witten dürfte in den kommenden Wochen konkretisiert werden. Gleichzeitig könnten positive Signale aus dem regulatorischen Genehmigungsprozess für den SABIC-Deal als Kurstreiber wirken. Hält die Unterstützung bei 31 Euro, könnte der Fokus wieder auf das fundamentale Wachstumspotenzial durch die Chemie-Akquisition schwenken.

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