Mutares Aktie: Wachstum im Stresstest
Mutares ist mit einem enormen Tempo ins Börsenjahr 2026 gestartet: größter Zukauf der Firmengeschichte, mehrere Exits und der Vollzug einer US-Transaktion innerhalb von drei Wochen. Nun legt der Markt eine Pause ein und sortiert die Folgen dieses Wachstumsschubs. Im Zentrum steht die Frage, ob das Unternehmen die neue Größe operativ beherrschen kann.
Der Kurs zeigt sich heute mit 33,25 Euro leicht schwächer, liegt aber weiterhin klar über der Marke von 30 Euro und rund 9 % über dem 200-Tage-Durchschnitt. Trotz der Konsolidierung seit dem 52-Wochen-Hoch bleibt die Aktie auf Sicht von zwölf Monaten deutlich im Plus.
Die Fakten im Überblick
- Aktueller Kurs: 33,25 Euro (gestern: 33,40 Euro)
- Performance 30 Tage: +11,95 %
- Performance 12 Monate: +25,95 %
- Abstand zum 52-Wochen-Hoch (46,00 Euro): rund -28 %
- Abstand zum 52-Wochen-Tief (25,40 Euro): rund +31 %
- Abstand zum 200-Tage-Durchschnitt (30,53 Euro): +8,91 %
- RSI (14 Tage): 37,3 – technisch eher neutral bis leicht abgekühlt
Die Daten zeigen: Nach einer starken Rally seit Jahresanfang befindet sich der Titel in einer normalen Konsolidierungsphase – nicht im freien Fall.
Januar 2026: Ein Ausnahme-Monat
Der Januar 2026 sticht als einer der aktivsten Monate in der Unternehmensgeschichte heraus. Innerhalb weniger Tage hat Mutares sein Portfolio deutlich vergrößert und zugleich bereinigt.
Kernbaustein ist der Zukauf des Geschäftsbereichs Engineering Thermoplastics (ETP) von SABIC, der am 8. Januar unterschrieben wurde. Mit einem Umsatzvolumen von rund 2,5 Milliarden US-Dollar verdoppelt dieser Deal potenziell das Konzernvolumen. Das Closing wird im zweiten Halbjahr 2026 erwartet. Damit entsteht eine eigenständige „Chemicals & Materials“-Plattform mit beträchtlichem Gewicht im Konzern.
Parallel dazu meldete Mutares zwei Exits:
- Am 14. Januar wurde der Verkauf der Mehrheitsbeteiligung an LiBCycle an die Reverse Logistics Group (RLG) verkündet.
- Bereits am 8. Januar war die Veräußerung des Gebäudehüllen-Spezialisten Kalzip an Tremco CPG vereinbart worden.
Diese Transaktionen illustrieren das klassische Mutares-Modell: Zukäufe im industriellen Umfeld, anschließende operative Optimierung und späterer Verkauf von Beteiligungen – teils in Nischenmärkten.
Bereits zum Jahresauftakt am 2. Januar schloss Mutares zudem die Übernahme von Greer Steel in den USA ab. Damit stärkt der Konzern seine Präsenz im nordamerikanischen Markt für Automobil- und Industriestahl und baut die internationale Plattform weiter aus.
Fundament: Starke Basis trotz Restrukturierung
Um die Tragweite des aktuellen Wachstumsschubs einzuordnen, lohnt der Blick auf das Zahlenwerk 2024. Der Konzernumsatz stieg auf 5,26 Milliarden Euro nach 4,69 Milliarden Euro im Vorjahr – ein klarer Wachstumssprung noch vor dem SABIC-Deal.
Ergebnisseitig zeigt sich das typische Mutares-Profil mit hohen Restrukturierungsaufwendungen in der Transformationsphase:
- Das Adjusted EBITDA lag bei -85,4 Millionen Euro und reflektiert die Kosten der Umstrukturierungen sowie ein volatiles Marktumfeld.
- Das Reported EBITDA fiel hingegen mit 117,1 Millionen Euro positiv aus, maßgeblich gestützt durch sogenannte „Bargain Purchases“ – also günstige Unternehmenskäufe, die ergebniswirksam erfasst werden.
Für viele Anleger entscheidend ist die Dividendenfähigkeit: Der Jahresüberschuss der Holding belief sich auf 108,3 Millionen Euro. Damit untermauert Mutares seine Ausschüttungskraft trotz hoher Investitionen und Restrukturierungen im Konzern.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr wird eine Dividende von voraussichtlich 2,00 Euro je Aktie in Aussicht gestellt. Auf dem aktuellen Kursniveau entspräche das einer Rendite von rund 6 %, was die Aktie klar im dividendenstarken Segment positioniert.
Integration als Schlüsselthema
Die aktuelle Kursberuhigung ist vor diesem Hintergrund nachvollziehbar. Nach der aggressiven Deal-Serie der ersten Januarwochen verarbeiten Anleger nun die Integrationsrisiken. Die Übernahme eines Umsatzträgers von 2,5 Milliarden US-Dollar bindet erhebliche Managementkapazitäten und Liquidität. Auch die Eingliederung von Greer Steel in die bestehende Plattform erfordert operative Aufmerksamkeit.
Im Markt wird der SABIC-Deal zugleich als Ausgangspunkt einer neuen, größeren „Chemicals & Materials“-Plattform gesehen. Analysten verweisen hier auf relevantes Synergiepotenzial. Warburg Research hat am 9. Januar das Kursziel auf 46,00 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Vom aktuellen Kursniveau aus ergibt sich damit rechnerisch ein Aufwärtsspielraum von deutlich über 30 %.
Charttechnisch liegt der Kurs mit rund 9 % über dem 200-Tage-Durchschnitt und etwa 10 % über dem 50-Tage-Durchschnitt. Der RSI im Bereich von 37 signalisiert keine Überhitzung, eher eine Verschnaufpause nach der kräftigen Bewegung seit Jahresbeginn.
Ausblick: Operativer Beweis steht an
Kurzfristig richtet sich der Blick auf die Hauptversammlung, bei der die Dividende von voraussichtlich 2,00 Euro je Aktie bestätigt werden dürfte – ein zentrales Signal für die Ausschüttungsstrategie nach dem starken Jahresüberschuss 2024.
Operativ wird 2026 vor allem daran gemessen werden,
- wie zügig die Integration von Greer Steel vorankommt,
- wie gut das Management die Vorbereitung und spätere Umsetzung des SABIC-Closings gestaltet und
- ob die angekündigte „Chemicals & Materials“-Plattform ertragsseitig greift.
Auf der Kursseite spielt die Zone um 32,50 Euro eine wichtige Rolle als technische Unterstützungsregion. Hält dieser Bereich und gelingt es dem Management, die Beherrschbarkeit der neuen Größe glaubhaft zu untermauern, kann die Aktie mittelfristig in Richtung der genannten Analystenziele zurücklaufen.
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