Die Münchner Beteiligungsgesellschaft vollzieht im Januar 2026 einen strategischen Spagat: Während der größte Deal der Firmengeschichte – die 450-Millionen-Dollar-Übernahme des SABIC-Geschäftsbereichs „Engineering Thermoplastics" – die Umsatzdimension vervielfachen soll, taxiert der Markt die Aktie auf ein KGV von 4,62 für 2026. Damit weist Mutares laut FactSet-Daten die niedrigste Bewertung im gesamten SDAX auf. Wie passt das zusammen?

Die Kennzahlen im Überblick:
* Marktkapitalisierung: 702 bis 716 Millionen Euro
* KGV-Prognose 2026: 4,62 (niedrigster Wert im SDAX)
* Erwartete Dividendenrendite: über 7,5 Prozent
* Durchschnittliches Analystenkursziel: 43,50 Euro (entspricht +30 Prozent)

Rekord-Deal trifft auf Risiko-Abschlag

Der im Januar vereinbarte Zukauf des ETP-Geschäfts von SABIC bringt rund 2,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz ins Portfolio – der bislang größte Einzeldeal für Mutares. Der Abschluss wird für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet. Neben europäischen Standorten integriert das Unternehmen damit erstmals größere amerikanische Geschäftsbereiche.

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Parallel dazu monetarisiert das Management bestehende Beteiligungen: Am 14. Januar wurde der Verkauf der Mehrheit an LiBCycle an die Reverse Logistics Group vollzogen, eine Woche zuvor ging der Aluminium-Spezialist Kalzip an RPM-Tochter Tremco CPG. Diese Transaktionsdichte zeigt das bewährte Muster: Sanierungsfälle erwerben, stabilisieren und gewinnbringend veräußern.

Warum der Markt skeptisch bleibt

Die extreme Bewertungslücke erklärt sich durch die Risikoeinpreisung. Der Markt gewichtet offenbar die Integrationsrisiken der Großakquisition stärker als das Ertragspotenzial. Hinzu kommen erwartete Abschreibungen im Zusammenhang mit der Insolvenz der Portfoliogesellschaft HPC Witten, die das operative Umfeld zusätzlich belasten.

Analysten widersprechen der Kursschwäche

Trotz dieser Risiken hält die Analystengemeinde an positiven Einschätzungen fest. Warburg Research bestätigte am 9. Januar die Einstufung „Buy" und hob das Kursziel auf 46 Euro an – ein Aufwärtspotenzial von rund 38 Prozent vom aktuellen Niveau. Jefferies sieht den fairen Wert bei 37 Euro. Der Analystenkonsens liegt bei 43,50 Euro.

Die rechtliche Begleitung des SABIC-Deals durch die Luther Rechtsanwaltsgesellschaft unterstreicht die professionelle Strukturierung der Großtransaktion. Für Investoren ergibt sich damit eine klassische Risiko-Chancen-Konstellation: Auf der einen Seite steht die Umsatzvervielfachung durch den Mega-Deal, auf der anderen die typischen Unwägbarkeiten eines Restrukturierungs-Portfolios. Bei 33,35 Euro preist der Markt derzeit deutlich mehr Skepsis als Fantasie ein.

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