Mutares Aktie: Rekord-Übernahme belastet
Die Münchner Beteiligungsgesellschaft Mutares hat gerade die größte Transaktion ihrer Unternehmensgeschichte abgeschlossen – doch die Börse dankt es nicht. Trotz historischer Transaktionsdichte und einem Deal, der das Geschäftsvolumen nahezu verdoppelt, gibt die Aktie deutlich nach. Der Grund: Anleger nehmen Gewinne mit und verdauen die massive Expansion erst einmal.
SABIC-Deal verändert alles
Mit der Übernahme des "Engineering Thermoplastics"-Geschäfts (ETP) von SABIC vollzieht Mutares einen fundamentalen Strategiewandel. Die Zahlen zeigen das Ausmaß:
- Umsatzbeitrag: Rund 2,5 Milliarden US-Dollar – fast eine Verdopplung des Konzernvolumens
- Enterprise Value: 450 Millionen US-Dollar
- Neues Segment: "Chemicals & Materials" erstmals im Portfolio
- Transaktionszeitpunkt: Januar 2026
Dieser Zukauf katapultiert Mutares in eine neue Gewichtsklasse. Doch genau hier liegt auch die Krux: Eine Integration dieser Größenordnung bindet nicht nur erhebliche Liquidität, sondern auch Managementkapazitäten. Der Markt preist dieses Ausführungsrisiko derzeit ein.
Fünf Transaktionen in einem Monat
Neben dem SABIC-Deal zeigte sich Mutares im Januar 2026 außergewöhnlich aktiv. Die Verkaufsseite lieferte ebenfalls: Am 14. Januar schloss der Exit von LiBCycle an die Reverse Logistics Group ab. Der Spezialist für Lithium-Ionen-Batterien-Logistik gehörte zur inTime Gruppe.
Parallel dazu erfolgte der Verkauf von Kalzip an Tremco CPG. Zusätzlich kamen die Zukäufe von Greer Steel in den USA sowie der E-Commerce-Plattformen Mimovrste und Mall.hr hinzu. Fünf Transaktionen in wenigen Wochen – eine beispiellose Schlagzahl.
Warum die Aktie unter Druck steht
Die operative Hektik hat ihren Preis. Mit einem aktuellen Kurs von 31,40 Euro liegt die Aktie rund 32 Prozent unter ihrem 52-Wochen-Hoch von 46,00 Euro. Zwei Faktoren dominieren die aktuelle Schwäche:
Kapitalbindung: Die enormen Zukäufe verschlingen Ressourcen und erfordern komplexe Integrationsprozesse. Der Markt zweifelt kurzfristig an der Umsetzungsgeschwindigkeit.
Verdauungsphase: Nach der Nachrichtenflut benötigt die Börse Zeit, um die neue Konzernstruktur neu zu bewerten. Die klassische "Sell the News"-Reaktion setzt ein.
Am heutigen Dienstag zeigt die Aktie mit einem Minus von knapp 3 Prozent gegenüber dem gestrigen Schlusskurs von 32,25 Euro die anhaltende Zurückhaltung der Investoren. Der RSI von 37,3 deutet auf eine überkaufte Stimmung hin, die sich nun korrigiert.
Was jetzt entscheidend wird
Die operative Pipeline ist prall gefüllt, doch nun muss Mutares liefern. Die zentrale Frage lautet: Wie schnell können die neuen Milliarden-Umsätze in profitable Margen umgewandelt werden? Die nächsten Quartalsberichte werden zeigen, ob die Integration des SABIC-Geschäfts planmäßig verläuft. Bis dahin dürfte die Aktie in einer Konsolidierungsphase bleiben, während der Markt Beweise für die erfolgreiche Umsetzung der ambitionierten Wachstumsstrategie einfordert.
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