Mutares hält das Tempo hoch: Nur wenige Tage nach der größten Akquisition der Firmengeschichte meldet die Beteiligungsgesellschaft bereits den nächsten Exit. Der Verkauf der LiBCycle-Mehrheit wirkt zwar klein im Vergleich zum SABIC-Deal, zeigt aber, wie konsequent das Management parallel zukauft und das bestehende Portfolio strafft. Wie passt dieser Nischenverkauf in die große Transformationsstory?

LiBCycle-Exit: Kleiner Deal, klare Botschaft

Heute hat Mutares den Vollzug des Verkaufs der Mehrheitsbeteiligung an LiBCycle an die Reverse Logistics Group (RLG), ein Unternehmen von Reconomy, bekanntgegeben. Veräußert wurde die 51-Prozent-Beteiligung an dem Logistikspezialisten, der organisatorisch zur Portfoliogesellschaft inTime Group gehörte.

LiBCycle ist auf die komplexe Logistik defekter Lithium-Ionen-Batterien spezialisiert und betreibt dafür über 30 Cross-Docking-Standorte in Europa. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 4,1 Millionen Euro. Die Gründer behalten ihre 49-Prozent-Beteiligung und bleiben operativ an Bord – ein Signal für Kontinuität im Tagesgeschäft.

Die wichtigsten Fakten zum Exit im Überblick:

  • Verkauf der 51-%-Mehrheit an LiBCycle an die Reverse Logistics Group
  • Umsatz LiBCycle 2025: 4,1 Mio. Euro
  • Fokus: Logistik für defekte Lithium-Ionen-Batterien, europaweites Standortnetz
  • Gründer behalten 49 % und bleiben im Unternehmen
  • Kaufpreis nicht veröffentlicht

CIO Johannes Laumann stellte LiBCycle als Beispiel für ein skalierbares Plattform-Geschäft in einem Zukunftsmarkt heraus. Der Markt reagierte positiv: Die Aktie legte im Tagesverlauf zu und profitiert von der Wahrnehmung, dass Mutares auch kleinere Exits strukturiert und diszipliniert umsetzt.

Einordnung zum SABIC-Deal: Großakquisition im Hintergrund

Der LiBCycle-Verkauf steht im Schatten eines deutlich größeren Vorhabens. Am 8. Januar 2026 kündigte Mutares den bislang größten Zukauf seiner Geschichte an: den Erwerb des Geschäftsbereichs „Engineering Thermoplastics“ (ETP) vom Chemiekonzern SABIC.

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Der ETP-Deal im Überblick:

  • Übernahme des Geschäftsbereichs „Engineering Thermoplastics“ von SABIC
  • Umsatzvolumen: rund 2,5 Mrd. US-Dollar
  • Enterprise Value (Kaufpreisbasis): 450 Mio. US-Dollar
  • Fokus auf Hochleistungskunststoffe wie Polycarbonat
  • Geplante Rolle: Plattform für das neue Segment „Chemicals & Materials“

Wichtig ist die Abgrenzung zu einer parallelen SABIC-Transaktion: Während Mutares ETP übernimmt, erwirbt die Beteiligungsgesellschaft Aequita separat das „European Petrochemicals“-Geschäft von SABIC. Mutares konzentriert sich damit klar auf ein spezialisierteres, margen- und technologielastiges Segment, das als Basis für einen neuen Geschäftsbereich dienen soll.

Vor diesem Hintergrund gewinnt der LiBCycle-Exit an strategischer Bedeutung: Er steht für die laufende Optimierung des Bestandsportfolios, während gleichzeitig ein Milliardenumsatz-Geschäft vorbereitet wird. Ähnlich gelagert ist der bereits angekündigte Verkauf der Kalzip Gruppe, der das Portfolio weiter fokussieren soll.

Kursbild und Pipeline: Hohe Schlagzahl, steigende Dimensionen

Die Aktie spiegelt die hohe Aktivität bereits wider. Heute notiert der Titel bei rund 35,10 Euro und damit gut 17 Prozent über dem Stand zu Jahresbeginn. Auf Sicht von zwölf Monaten ergibt sich ein Plus von über 40 Prozent. Gleichzeitig liegt der Kurs noch klar unter dem 52‑Wochen-Hoch von 46,00 Euro.

Aus technischer Sicht sticht hervor:

  • Aktueller Kurs deutlich über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 29,02 Euro
  • Abstand zum 200‑Tage-Durchschnitt bei knapp 15 Prozent
  • RSI von 37,3 signalisiert derzeit kein extrem überkauftes Niveau

Operativ richten sich die Blicke nun auf mehrere konkrete Meilensteine. Das Closing des Verkaufs von Kalzip an Tremco CPG ist für das zweite Quartal 2026 angekündigt. Noch wichtiger wird der Abschluss der SABIC‑ETP-Transaktion, der in der zweiten Jahreshälfte 2026 erwartet wird und die Umsatzdimension des Konzerns spürbar nach oben verschieben dürfte.

Der Kalender bleibt gut gefüllt: Der nächste fest terminierte Anlass ist der 28. April 2026. Bis dahin könnten weitere Deals und Ad-hoc-Meldungen folgen – und damit sowohl die Transaktionsstory als auch die Schwankungsbreite der Aktie hoch halten.

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