Der Triebwerksbauer aus München hat am Donnerstag eine Wandelanleihe über 600 Millionen Euro bei institutionellen Investoren platziert. Die Papiere laufen bis Juli 2033 und bleiben unverzinst – für Anleger zunächst eine ungewöhnliche Konstruktion. Der Ausgabepreis liegt bei 100 Prozent, die Rückzahlung soll bei 105 Prozent erfolgen, was einer Rendite von mageren 0,651 Prozent entspricht.

Besonders pikant: Die Wandlungsprämie wurde mit 47,5 Prozent auf den Referenzaktienkurs festgesetzt. Das bedeutet konkret: Erst wenn die Aktie deutlich zulegt, lohnt sich für Investoren die Umwandlung in Stammaktien. Das Bezugsrecht bestehender Aktionäre wurde komplett ausgeschlossen – eine Entscheidung, die bei manchen Anlegern für Unmut sorgen dürfte.

Altschulden im Visier

Doch was treibt MTU zu diesem Schritt? Die Antwort liegt in der Bilanz: Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen eine ausstehende Wandelanleihe aus 2027 vorzeitig zurückkaufen. Den Inhabern der alten Papiere winkt ein verlockender Deal – ein Kaufpreis von 118,30 Prozent des Nennbetrags plus aufgelaufene Zinsen. Das Gesamtvolumen dieser Altanleihe beträgt 500 Millionen Euro.

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Die Rechnung geht auf: MTU verlängert faktisch seine Schulden bis 2033, spart sich aber künftige Zinszahlungen auf die 2027er-Anleihe. Ein klassischer Refinanzierungsschachzug, der dem Konzern mehr finanzielle Flexibilität verschafft. Die verbleibenden 100 Millionen Euro aus der Neuemission fließen in allgemeine Unternehmenszwecke.

Investoren bleiben skeptisch

Die Börse quittierte das Manöver allerdings mit Zurückhaltung. Die Aktie rutschte im XETRA-Handel um 0,99 Prozent auf 391 Euro ab. Kein dramatischer Einbruch, aber ein deutliches Signal: Die Verwässerungsgefahr durch die potenzielle Wandlung in neue Aktien macht Anleger nervös.

BNP Paribas, Deutsche Bank und HSBC agierten als Joint Global Coordinators und sorgten für die Platzierung bei institutionellen Investoren. Eine Lock-up-Periode von 90 Tagen soll nun für Stabilität sorgen – MTU verpflichtete sich, in diesem Zeitraum keine weiteren Stammaktien auszugeben.

Die Einbeziehung der neuen Wandelanleihe in den Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse wird kurz nach dem Valutatag am 15. Januar erwartet. Ob die Aktie dann wieder Tritt fasst, bleibt abzuwarten. Für den DAX-Konzern steht jedenfalls fest: Die Schuldenlast wird teurer, die Laufzeit länger – aber die kurzfristigen Refinanzierungssorgen sind vom Tisch.

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