MSCI World ETF: Strategieanpassungen implementiert?
Beim iShares MSCI World ETF steht diese Woche eine technische, aber wichtige Zäsur an. Zum Börsenschluss am 27. Februar wird der zugrunde liegende MSCI World Index neu zusammengestellt – und zwar auffällig unausgewogen. Warum ist das relevant? Weil Indexfonds und ETFs solche Änderungen zwangsläufig nachhandeln müssen und damit in einzelnen Titeln spürbare Handelsimpulse auslösen können.
Mehr Streichungen als Neuzugänge
Laut MSCI-Factsheet zur Indexüberprüfung im Februar kommen 18 Werte neu in den MSCI World Index (Standard), während 27 Titel herausfallen. Besonders stark fällt die Bewegung in den USA aus: Dort stehen acht Neuzugänge 15 Streichungen gegenüber.
Die größten neuen Indexmitglieder nach voller Marktkapitalisierung sind allesamt US-notierte Unternehmen. Angeführt wird die Liste von AST SpaceMobile. Es folgen Coherent Corp und FTAI Aviation. Weitere US-Neuzugänge sind unter anderem Casey’s General Stores, Curtiss-Wright, Lumentum Holdings und Revolution Medicines.
Auf der Abgangsseite ist die Liste deutlich länger. Zu den prominenteren Streichungen zählen DocuSign, Booz Allen Hamilton, Baxter International, Nutanix, Paycom Software, Brown-Forman, Alexandria Real Estate, American Homes 4 Rent und Bentley Systems. MSCI führt als Grund an, dass diese Unternehmen unter die erforderlichen Schwellen bei der Marktkapitalisierung gerutscht seien.
Auch außerhalb der USA gibt es Veränderungen: Betroffen sind laut MSCI unter anderem Japan, Frankreich, Italien und das Vereinigte Königreich – dort jeweils mit mehreren Zu- und Abgängen.
Übergangs-Rebalancing vor größerem Methodenwechsel
Zusätzliche Brisanz bekommt der Termin, weil es das letzte Rebalancing unter der bisherigen Index-Methodik ist. MSCI hatte am 27. Januar angekündigt, im Februar nur „signifikante“ Free-Float-Änderungen umzusetzen. Ziel: mögliche gegenläufige Umschichtungen („reverse turnover“) zu dämpfen, bevor im Mai 2026 eine erweiterte Rundungslogik beim Free Float eingeführt wird.
Ebenfalls wichtig: MSCI verwirft laut Mitteilung vom 6. Januar den Plan, sogenannte Digital Asset Treasury Companies (DATCOs) pauschal aus den globalen investierbaren Indizes auszuschließen. Stattdessen soll es dazu eine breitere Konsultation geben. Für die Februar-Überprüfung bleibt die bisherige Behandlung bestehen, auch bei Firmen, deren Digital-Asset-Bestände 50% oder mehr der Gesamtaktiva ausmachen.
Was das für die Praxis bedeutet
ETFs und andere passive Produkte müssen die Änderungen rund um den Stichtag umsetzen, um Abweichungen zum Index gering zu halten. Dieser Mechanismus führt typischerweise zu erhöhten Handelsvolumina in genau den betroffenen Titeln: Käufe bei den Neuzugängen, Verkäufe bei den Streichungen.
Die ungleiche Verteilung – weniger Aufnahmen als Herausnahmen – kann dabei zu einem interessanten Muster führen: Kaufdruck konzentriert sich stärker auf einige wenige neue, größere Titel, während sich Verkaufsdruck auf viele gestrichene Werte verteilt.
Der ETF selbst hat zuletzt Rückenwind gezeigt: Der Schlusskurs lag am Dienstag bei 190,77 US-Dollar, gleichzeitig das neue 52‑Wochen-Hoch.
Am Freitag zum US-Börsenschluss wird die Umstellung wirksam. Der nächste größere Einschnitt folgt dann bereits im Mai, wenn MSCI die angekündigten Free-Float-Regeln in die Indexberechnung übernimmt – mit voraussichtlich breiteren Verschiebungen in der Indexzusammensetzung.
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