Microsoft gerät in einen heiklen Streit um KI-Regeln und nationale Sicherheit – und bezieht dabei ungewöhnlich klar Position. Auslöser ist eine Entscheidung des Pentagons, die den Partner Anthropic plötzlich zum „Lieferkettenrisiko“ erklärt. Doch was heißt das konkret für Microsofts KI-Angebote im Alltag der Kunden?

Pentagon setzt Anthropic auf die Liste – Microsoft hält dagegen

In den vergangenen 24 Stunden stand vor allem eine Nachricht im Mittelpunkt: Das US-Verteidigungsministerium hat Anthropic und dessen Produkte mit sofortiger Wirkung als „supply chain risk“ eingestuft. Solche Labels sind in den USA bislang eher aus Fällen bekannt, in denen Unternehmen aus Rivalenstaaten im Fokus stehen.

Microsoft reagierte schnell – und öffentlich. Der Konzern erklärte, seine Juristen hätten die Einstufung geprüft und seien zu dem Schluss gekommen, dass Anthropic-Produkte wie „Claude“ weiterhin in Microsoft-Angeboten für Kunden verfügbar bleiben können – mit einer zentralen Ausnahme: für das Verteidigungsministerium selbst. Genannt wurden Plattformen wie M365, GitHub sowie Microsofts AI Foundry. Gleichzeitig betonte Microsoft, man könne mit Anthropic an Projekten außerhalb des Verteidigungsbereichs weiterarbeiten.

Warum diese Partnerschaft für Microsoft so wichtig ist

Für Microsoft geht es dabei nicht nur um Prinzipien, sondern um handfeste Produkt- und Geschäftsinteressen. Anthropic-Modelle wurden laut Quelltext im September in den Microsoft-365-Copilot-Add-on integriert – neben Modellen von OpenAI. Gerade Entwickler nutzen „Claude“ offenbar stark, unter anderem für das Erstellen von Code. Entsprechend sind die Modelle auch im GitHub-Copilot-Umfeld verfügbar.

Dazu kommt die finanzielle Dimension: Im November hatte Microsoft demnach erklärt, Anthropic habe zugesagt, 30 Milliarden US-Dollar für Azure-Cloud-Services auszugeben. Im Gegenzug wolle Microsoft bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Anthropic investieren. Noch größer ist die OpenAI-Verbindung: Microsoft hielt laut Text im Oktober einen Anteil im Wert von 135 Milliarden US-Dollar an OpenAI, während OpenAI sich zu Azure-Ausgaben von 250 Milliarden US-Dollar verpflichtet habe.

Der Konflikt selbst hat einen klaren Hintergrund: Anthropic soll Pentagon-Chef Pete Hegseth verärgert haben, indem das Unternehmen darauf bestand, seine Technologie nicht für Massenüberwachung oder vollständig autonome Waffensysteme einzusetzen. Kurz nach der Pentagon-Entscheidung meldete OpenAI dann einen Deal, um Anthropic in geheim eingestuften Militärumgebungen faktisch durch ChatGPT zu ersetzen – ein Schritt, der indirekt auch Microsoft nützen könnte, weil die OpenAI-Partnerschaft so tief ist.

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Operativ stark – aber die KI muss sich weiter rechnen

Trotz der politischen Turbulenzen wirken die operativen Kennzahlen aus dem Quelltext robust. Für das Quartal bis zum 31. Dezember 2025 meldete Microsoft 81,3 Milliarden US-Dollar Umsatz (+17% gegenüber Vorjahr) und 38,3 Milliarden US-Dollar operativen Gewinn (+21%). Der verwässerte Non-GAAP-Gewinn je Aktie lag bei 4,14 US-Dollar (+24%). Azure und andere Cloud-Services wuchsen um 39%.

Auffällig ist auch der kommerzielle Auftragsbestand („remaining performance obligation“) von 625 Milliarden US-Dollar, der laut Text um rund 110% zulegte – maßgeblich begünstigt durch OpenAIs Cloud-Zusage in Höhe von 250 Milliarden US-Dollar. Zusätzlich flossen im Quartal 12,7 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurück (+32%).

Am Markt ist der Ton dennoch gemischt: Auf Basis der bereitgestellten Daten liegt die Aktie seit Jahresanfang mit -12,44% im Minus und notiert unter wichtigen gleitenden Durchschnitten – ein Hinweis darauf, dass Anleger die KI-Story zwar weiter honorieren, aber gleichzeitig spürbar höhere Anforderungen an Profitabilität und Klarheit stellen.

Ausblick: Ende April rückt Q3 in den Fokus

Für das dritte Geschäftsquartal stellte Microsoft im Quelltext einen Umsatz von 80,65 bis 81,75 Milliarden US-Dollar in Aussicht; beim Azure-Wachstum erwartet das Unternehmen 37% bis 38% (konstante Währung). Die nächsten Quartalszahlen werden laut Text Ende April erwartet – dann dürften vor allem Azure-Dynamik, Copilot-Nachfrage und Margentrends zeigen, wie belastbar die KI-Monetarisierung ist, während Microsoft parallel seine Multi-Model-Strategie mit OpenAI und Anthropic gegen politischen Gegenwind absichert.

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