Microsoft liefert weiter Rekordzahlen in Cloud und KI – und trotzdem ist die Bewertung deutlich zurückgekommen. Der Markt schaut gerade weniger auf Wachstumsschlagzeilen, sondern auf eine nüchterne Frage: Wie schnell lässt sich KI wirklich in dauerhaft steigende Gewinne ummünzen? Genau dieser Perspektivwechsel erklärt, warum die Aktie trotz starker operativer Entwicklung zuletzt an Glanz verloren hat.

Warum der Markt plötzlich genauer hinschaut

Der zentrale Streitpunkt ist nicht, ob Microsoft in KI vorn dabei ist, sondern was der Weg dorthin kostet. Das Unternehmen steckt laut Bericht über 100 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur. Allein die Investitionsausgaben (CapEx) der vergangenen vier Quartale summierten sich auf 83,09 Milliarden US-Dollar – damit wurde eine oft zitierte Zielmarke von 80 Milliarden bereits übertroffen.

Die Folge sieht man im Cashflow-Profil: Im abgelaufenen Quartal stieg der operative Cashflow zwar um 60% auf 35,76 Milliarden US-Dollar. Der Free Cashflow fiel aber um 9,3% auf 5,88 Milliarden US-Dollar – gedrückt durch die hohen Investitionen. Genau diese „CapEx-Bremse“ ist aktuell der Hebel, über den Anleger die Bewertung neu sortieren.

Auch die OpenAI-Verbindung spielt in die Debatte hinein. Genannt werden Sorgen, OpenAI könne Verträge nicht wie geplant erfüllen, weil für 2026 Verluste erwartet würden. Zusätzlich wird diskutiert, ob ein Teil der Azure-„Remaining Performance Obligations“ (RPO) durch die OpenAI-Verflechtung verzerrt sein könnte – ein Punkt, der aus Investorensicht Konzentrationsrisiken berührt. Gleichzeitig verweist der Text darauf, dass OpenAI bis 2029 profitabel werden wolle und 2025 ein Run-Rate-Umsatzwachstum von 233% erzielt habe.

Zahlen stark – Azure bleibt der Wachstumsmotor

Fundamental untermauert Microsoft die Story mit einem sehr kräftigen Quartal (fiskalisches Q2 2026 bis 31. Dezember 2025): Umsatz 81,3 Milliarden US-Dollar (+17%), operatives Ergebnis 38,3 Milliarden US-Dollar (+21%) und GAAP-Nettogewinn 38,5 Milliarden US-Dollar (+60%). Zusätzlich gab das Unternehmen 12,7 Milliarden US-Dollar über Dividenden und Aktienrückkäufe an Aktionäre zurück (+32%).

Das operative Zugpferd bleibt Azure: Das Cloud-Geschäft wuchs laut Bericht in den letzten drei Quartalen jeweils mindestens 39%. Das Management sagt zudem, die Nachfrage übersteige weiterhin das verfügbare Angebot – ein Hinweis darauf, dass zusätzliche Rechenzentrumskapazitäten kurzfristig auf zahlungsbereite Kunden treffen könnten.

Beim Endkunden- und Partner-Ökosystem setzt Microsoft parallel Akzente: Neue „Cloud PC“-Geräte mit ASUS und Dell sollen bis Q3 2026 starten und direkt in Windows-365-Cloud-Umgebungen booten. Außerdem meldet der Text Anfang März 2026 eine Reihe neuer Partner-Kooperationen (u.a. Codelco, ImageSource, Regard, Integrity Marketing, Atomicwork), die Anwendungen auf Microsofts KI-, Cloud- und Marketplace-Plattformen bauen.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Microsoft?

Copilot: viel Potenzial, noch geringe Durchdringung

Ein entscheidender Baustein für die Monetarisierung ist Copilot. Die Basis ist groß: Microsoft 365 im kommerziellen Bereich stieg auf über 450 Millionen „Seats“ (+6%). Bezahlt nutzen Microsoft 365 Copilot dem Bericht zufolge inzwischen 15 Millionen Seats – nach einem Zuwachs von 160% gegenüber dem Vorjahr. Das entspricht aber erst rund 3,7% Durchdringung der kommerziellen Seat-Basis.

Genau hier liegt die operative Logik hinter der Marktdebatte: Wenn die Copilot-Verbreitung weiter schnell anzieht, kann das mittelfristig helfen, die hohen Infrastrukturkosten besser zu tragen.

Bewertung und Kursbild: günstiger als zuletzt gewohnt

Die Aktie steht laut den bereitgestellten Kursdaten bei 352,15 € (Schlusskurs Freitag) und liegt damit seit Jahresbeginn mit -12,75% im Minus. Gleichzeitig hat sie sich in den letzten sieben Tagen um 5,93% erholt – ein Hinweis darauf, dass die Neubewertung nicht linear verläuft.

Im Quelltext wird die Bewertung als Mehrjahrestief beschrieben: Auf Basis der letzten vier Quartale mit 15,98 US-Dollar Gewinn je Aktie wird ein KGV von 25,3 genannt – und damit ein deutlicher Abschlag gegenüber dem Nasdaq-100 (KGV 31,8).

Am 28. April 2026 steht laut Artikel der nächste harte Prüfstein an: die Q3-Zahlen. Dann wird sich zeigen, ob Azure-Wachstum und eine stärkere Umwandlung der RPO in Umsatz den Free-Cashflow-Druck durch die hohen KI-Investitionen sichtbar abfedern.

Anzeige

Microsoft-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Microsoft-Analyse vom 8. März liefert die Antwort:

Die neusten Microsoft-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Microsoft-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 8. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Microsoft: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...